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Historische Aufzeichnung über die Reinkarnation

1. Ein Hund, der als Mensch wiedergeboren wurde

In ‘Aufzeichnungen des Youtaixian-Museums’, die Yu Yue in der Qing-Dynastie (1644-1911) aufgeschrieben hatte, steht folgende Geschichte:

Im Kreis Yushan, Provinz Jiangxi, gab es einen alten Tempel mit dem Namen Shuinan. Der Abt des Tempels hieß Yueyin. Er war über 60 Jahre alt und war ein angesehener Mönch mit hoher Moral. Er rezitierte Sutren (heilige Schriften), kultivierte sich und verließ nur selten den Tempel.

Der Abt Yueyin hatte einen zehn Jahre alten, sehr intelligenten Hund. Jedes Mal, wenn Yueyin Sutren rezitieren wollte und deshalb der Holzfisch (ein Schlaginstrument) geklopft wurde, kam der Hund hierher und wedelte vor Freude mit dem Schwanz. Die Menschen, ob Mönche oder gewöhnliche Pilger, waren darüber sehr erstaunt, wenn sie den Hund beim Hören der Sutren sahen.

Später hatte sich der alte Hund plötzlich an einer Hautkrankheit angesteckt. Das Fell war ausgefallen und der Hund stank auch. Aber er kam trotzdem täglich zum Anhören der Sutren. Eines Tages sagte Yueyin zu seinen Jüngern: „Der kranke Hund ist sehr häßlich und ekelhaft. Bringt ihn raus und lasst ihn töten.“ Als die Jünger das hörten, waren sie erstaunt und verstanden es nicht. Aber weil Yueyin sonst immer ernsthaft und umsichtig war, wagten sie nicht, seinen Befehl abzulehnen. Sie hatten den Hund zwar weggebracht, aber wollten ihn nicht töten lassen. Deshalb wurde der Hund vorläufig eingesperrt, so dass er sich nicht mehr zeigen konnte.

Aber nach drei Tagen konnte der alte Hund aus dem Versteck entkommen, um sich Sutren anzuhören. Als der Abt Yueyin den Hund entdeckte, war er sehr erstaunt und erschrocken, dann sagte er: „Weil der Hund nicht gestorben ist, kann etwas Schlimmes passieren.“ Dann schickte er einen der Mönche zu einer Familie in einem Dorf, um Erkundigungen einzuziehen. Dieser erfuhr von einer hochschwangeren Frau, die seit drei Tagen das Baby nicht gebären konnte. Sie befand sich in Lebensgefahr, so dass der Arzt auch ratlos war.

Nachdem Yueyin davon erfahren hatte, sagte er zu den Jüngern: „Weil ihr es nicht übers Herz bringt, den Hund sterben zu lassen, wagt ihr eine Frau zu töten? Wenn der Hund nicht stirbt, kann die Frau das Kind nicht gebären!“ Deshalb befahl er ihnen, den Hund töten zu lassen, anschließend schickte er jemanden zu der Familie, um sich nach weiteren Nachrichten zu erkundigen. Tatsächlich hat die Frau einen Jungen zur Welt gebracht. Davon erzählt Yueyin Folgendes: „Weil der Hund ständig Sutren gehört hatte, hatte er eine glückliche Schicksalsverbindung erzeugt, indem er als Kind in der Familie wiedergeboren wurde. Später wird er Karriere machen. Ich werde das womöglich nicht mehr erleben, aber ihr könnt das vielleicht beweisen."

Als der Junge ein bisschen größer war, kam er oft in den Tempel. Jedes Mal wollte er den Tempel nicht mehr verlassen und nach Hause gehen. Yueyin strich ihm oft über den Kopf und sagte: „Großartig, dass du tatsächlich fromm und gläubig bist. Aber du hast noch eine Karriere vor dir. Es ist für dich nicht gut, hier im Tempel zu bleiben.“

Als der Junge erwachsen war, war er tatsächlich ein kleiner Beamter geworden. Er war reich und hatte sehr viel Geld. Am Lebensabend kam er sehr oft in den Tempel. Außerdem spendete er sehr viel Geld, um den alten Tempel zu renovieren und die Mönche dort zu ernähren. Im Alter von über 70 Jahren starb er.

Das interessante an der Geschichte ist, dass wenn der Hund nicht starb, die schwangere Frau ihr Kind nicht zur Welt bringen konnte. D. h. der Hund hatte eine Schicksalsverbindung mit der Frau. Es war vorherbestimmt, dass er in diesem Leben als Sohn der Frau wiedergeboren wurde. Eine andere Frage wird dadurch auch berührt, über die wir im folgenden sprechen wollen: Wann tritt der Geist in die Leibesfrucht der Schwangeren ein?

Manche sind der Meinung, das passiert in dem Moment, wenn die Zygote entsteht, sonst kann der Fötus nicht wachsen. Andere meinen, das passiert erst einige Monate später. Noch eine weitere Meinung ist, es geschieht in dem Moment, bevor der Fötus geboren wird. Es gibt eine überlieferte Geschichte, die vielleicht besser auf diese schwierige Frage antworten kann.

2. Wann tritt der Geist in die Leibesfrucht ein?

Der verehrte Ajiaman war ein großer Mönch in Thailand (er starb im Jahre 1949 ). Hier ein persönliches Erlebnis von ihm.

In dem Jahr, als der Mönch Ajiaman zu einem Dorf pilgerte, war eine alte Frau, die viel von ihm gelernt und daher eine starke innere Veränderung erlebt hatte, gekommen ihn zu besuchen. Sie wollte sich bei ihm Rat über etwas holen, das sie bei der Meditation erlebt hatte. Am Abend zuvor hatte sie bei der Meditation den höchsten Konzentrationszustand erreicht. In diesem Moment hatte sie plötzlich gesehen, dass ein kleiner und feiner Faden aus ihrem Herzen kam. Sie war erstaunt und entschlossen, dem Faden zu folgen, um zu erfahren, wohin der „Herzensfaden“ ging. Schließlich entdeckte sie, dass der „Herzensfaden“ überraschenderweise in der Gebärmutter ihrer Nichte endete. Nachdem sie aus der Meditation herausgekommen war, war sie sehr beunruhigt, weil sie wusste, dass ihre Nichte im ersten Monat schwanger war. Deshalb war sie zum Ajiaman gekommen, um seinen Ratschlag einzuholen.

Der alte Mönch hatte die Augen zugemacht und war eine Weile ins Denken versunken. Als er die Augen wieder aufmachte, sagte er: „Nächstes Mal, wenn du bei der Meditation zur Ruhe gekommen bist, und wenn du den „Faden deines Herzens“ nocheinmal siehst, musst du ihn unbedingt entschlossen durchschneiden. Wenn dein Wille nicht stark genug ist, wirst du andernfalls aus der Gebärmutter deiner Nichte wiedergeboren werden, so dass du zu ihrem Kind wirst. Weil dein Herz die ganze Zeit über auf deine Nichte gerichtet ist.“

Zwei Tage später kam die alte Frau mit großer Freude wieder zu dem Mönch. Sie erzählte, dass, als der „Herzensfaden“ nocheinmal zu ihrer Nichte gegangen war, sie fest entschlossen war, ihn abzuschneiden. Am nächsten Abend, als sie wieder meditierte, bemerkte sie, dass der Faden spurlos verschwunden war. Das Merkwürdige daran ist, nachdem die alte Frau den „Herzensfaden“ durchtrennt hatte, erlitt ihre Nichte eine Fehlgeburt .

Nachdem die Jünger des Mönches dieses merkwürdige Geschehnis gehört hatten, waren sie sehr erstaunt. Deshalb waren sie gemeinsam zum alten Mönch gekommen ihn um Rat zu fragen. Der alte Mönch sagte: „Der Wille eines Menschen ist ganz fein und winzig und nur schwer bemerkbar. Wenn das Meditationsvermögen nicht erschlossen wurde, ist es für einen Menschen schwer, den Willen seines Herzens zu schützen. Weil die alte Frau ihre Nichte sehr mochte, ist ihr Herzenswille des Unterbewußtseins fortgeschlichen. Obwohl sie noch am Leben ist, wurde der Ort für ihr nächstes Leben bereits vorbereitet. Hätte sie es nicht bemerkt oder wenn ihr Wille nicht stark genug gewesen wäre, um die Verbindung zu brechen, dann wäre es für sie vorherbestimmt, in der Gebärmutter ihrer Nichte als deren Tochter wiedergeboren zu werden.

Die Geschichte zeigt uns, dass, obwohl ein Mensch noch nicht gestorben ist, aufgrund der „Herzenskraft“, bewusst oder unbewusst, der Mensch ein Verhältnis mit dem nächsten Leben geknüpft hat, so dass eine „Gestalt“ für die nächste Geburt geprägt wird. Das heißt, auch wenn wir noch nicht gestorben sind, aber im Prozess des Sterbens sind, bestimmen wir schon, wohin wir im nächsten Leben gehen oder welches Aussehen wir wählen. Je näher man dem Sterben entgegengeht, desto stärker übt die „Herzenskraft“ eine entscheidende Wirkung aus.

Deshalb hängt es von den Menschen oder den Schicksalsverbindungen ab, wann die Seele oder der Geist in die Leibesfrucht eintritt. Es gibt jedoch keine bestimmte Regelung. Selbst wenn der Geist nicht in die Leibesfrucht eintritt, wurde trotzdem mit dem Fötus eine gewisse Verbindung zur Gestaltbildung aufgebaut.

Originaltext auf Chinesisch unter:
http://renminbao.com/rmb/articles/2002/3/30/19996.html
Original vom: 30. 03. 2002
Übersetzt am: 01. 05. 2003

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