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Traditionelle chinesische Kultur: Die Kunst des Unterrichtens im alten China

Formelle Bildung beruhte im alten China hauptsächlich auf dem Konfuzianismus. Als Konfuzius in Xingtan (wörtlich übersetzt: Aprikosen Altar) Vorlesungen hielt, hatte er 3.000 Schüler.

Es heißt, Konfuzianismus beruhe auf den Vorlesungen von Konfuzius und diese dienen als Quelle der konfuzianischen Herangehensweise zu Lehren.

Der unterrichtende Konfuzius. Portrait von Wu Daozi, 685 – 758 n. Chr., Tang Dynastie,
(Wikimedia Commons.)

Dong Zhongshu (179 – 104 v. Chr.), ein einflussreicher kaiserlicher Gelehrter in der Han Dynastie, förderte den Konfuzianismus weithin vor allen anderen Ideologien, daher war der Konfuzianismus die herrschende Ideologie jener Zeit.

Während der Sui (580 – 618 n. Chr.) und Tang (618 – 907 n. Chr.) Dynastien, brachte das kaiserliche Prüfungssystem, welches das Studium des Konfuzianismus betonte, es allmählich auf seinen Höhepunkt und sein Einfluss auf die klassische chinesische Bildung währte Jahrhunderte.

Als Kern seiner formellen Unterrichtsmethode ist die konfuzianische Ideologie ein umfassendes System von Gedanken, das in den alten Zeiten breite Aspekte des sozialen und spirituellen Lebens abdeckte. In „Das Große Wissen“ schrieb Konfuzius: „Wenn ihre Menschen kultiviert sind, sind ihre Familien geregelt. Wenn ihre Familien geregelt sind, werden ihre Staaten richtig regiert. Wenn ihre Staaten richtig regiert werden, wird das ganze Königreich friedlich und glücklich sein.“

Unter einer solchen Philosophie erzogen, legten die Menschen im alten China die Betonung auf Kultivierung der Moral, Förderung des edlen Charakters und Achtung von Himmel und Erde. Man nahm an, dass Leben vorherbestimmten Wegen folgt und dass durch Kultivierung des moralischen Charakters, man schließlich glückseligen Seelenfrieden erlangt, sowie eine gesunde Perspektive für dieses irdische Leben, die göttlichen und sozialen Werte.

Die Wurzeln des Konfuzianismus beruhen auf „Barmherzigkeit, Rechtschaffenheit, Korrektheit, Weisheit, Treue“. Viele Tugenden, wie Loyalität, Elternrespekt, Mut, Fairness, Nachvollziehbarkeit, Aufrichtigkeit, Fleiß usw. werden davon abgeleitet. Der Konfuzianismus regulierte wirkungsvoll alle Schichten der alten chinesischen Gesellschaft und definierte die moralischen Werte und Standards, wie man ein guter Mensch ist.

Wohlwollen und Schicklichkeit sind die Kernwerte des Konfuzianismus. Durch die Bewahrung einer wohlwollenden Geisteshaltung, waren die Menschen natürlich aufrichtig. Ohne Schicklichkeit gäbe es keine Treue oder Loyalität. Ohne Treue kann nichts aufgebaut werden.

Die traditionelle chinesische Kultur wurzelt tief im Konfuzianismus, Buddhismus und Taoismus. Der Konfuzianismus ist auf den „Eintritt in die profane Welt“ fokussiert, während Buddhismus und Taoismus auf die „Überschreitung der profanen Welt“ fokussiert sind. Weil er sich auf die alltägliche Gesellschaft auswirkt, hat der Konfuzianismus den größten Einfluss auf die menschliche Gesellschaft oder die profane Welt.

Im alten China war die konfuzianische Herangehensweise beim Unterrichten sehr effektiv, weil er nicht nur viele höchst versierte Einzelwesen formte, sondern auch eine instrumentale Rolle bei der Bewahrung der sozialen Stabilität und beim Antrieb von ökonomischen und kulturellen Fortschritten spielte. Ohne die konfuzianische Herangehensweise beim Unterrichten, würde die chinesische Geschichte keine brillante Tang Dynastie oder die exquisite Song Dynastie oder die farbenfrohen Ming und Qing Dynastien gehabt haben. Es muss gesagt werden, die traditionelle chinesische Kultur hätte ohne ihre konfuzianische Plattform nicht existiert.

Während der Han Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) und der Jin Dynastie (265 – 420 n. Chr.) war das kaiserliche Prüfungssystem noch nicht etabliert, es gab jedoch ein Empfehlungssystem für gutgebildete Menschen aus guter Herkunft, um wichtige Regierungsrollen auszufüllen. Diese Menschen kamen üblicherweise von reichen und einflussreichen Familien. Wenn eine Person jedoch nicht gut gebildet war, konnte sie, ganz gleich wie ihr familiärer Status auch war, nicht empfohlen werden.

Das kaiserliche Prüfungssystem, das während der Sui und Tang Dynastie eingerichtet wurde, gab der allgemeinen Öffentlichkeit eine gleichwertige Chance, in eine Regierungsrolle einzutreten. Viele gut gebildete Menschen mit niedriger Herkunft erhielten hochrangige Regierungspositionen. Viele Geschichten von erfolgreichen Menschen, die „von Grund auf anfingen“ gibt es bis heute.

Obwohl diejenigen, die an die Spitze kamen, eine Minorität darstellen, nahmen jene unter der gleichen Ideologie Gebildeten, in der Gesellschaft wichtige Rollen ein. Insgesamt waren die Gebildeten hochrespektiert und waren die Hauptbausteine der chinesischen Gesellschaft.

Manche von ihnen richteten Schulen ein; manche von ihnen boten Herrschern strategische Empfehlungen an, manche von ihnen praktizierten Medizin, andere wurden Künstler. Im alten China hatten die gebildeten Schichten der Gesellschaft dank ihrer Ideen und Taten einen riesigen Einfluss auf jene Gesellschaft. Ihr Wertesystem war instrumental für die Bewahrung der Stabilität.

Ein weiteres einmaliges Charakteristikum der antiken chinesischen Methoden des Unterrichtens ist, dass die Hauptlehrbücher sich tausende Jahre lang nicht veränderten. Ganz gleich, wie die Dynastien wechselten, die Klassiker blieben dieselben.

Dynastien und Gesellschaften mögen sich verändern, doch das Tao verändert sich nie. Daher kommt es, warum der Konfuzianismus über tausende von Jahren andauerte. Ganz gleich, in welche Dynastie man hineingeboren wurde, man konnte immer die gleiche Bildung bekommen, die von den gleichen orthodoxen Idealen angeleitet waren.

Die klassischen Texte sind die Essenz der traditionellen chinesischen Kultur. Die Menschen fingen schon in sehr jungen Jahren an, sie zu studieren. Viele Menschen konnten Verse aus „Das Große Wissen“, „Doktrin der Mitte“, „Die Analekten von Konfuzius“ und „Das Buch der Gedichte“ rezitieren.

Im heutigen modernen China jedoch, hat die Mehrheit der untergraduierten und graduierten Schüler ihre Verbindung zu diesen Büchern verloren, die ein integraler Teil ihres Erbes sind.

Im alten China, war das Bildungsziel, das Tao des Seins zu kennen, zu wissen, wie man menschlich ist. Diese Grundlage lieferte das ganze Leben hindurch eine aufrichtige Anleitung und man konnte durch das Praktizieren des Tao im täglichen Leben Erkenntnisse zum Tao auf einer tieferen Ebene gewinnen.

Die Bildung in der heutigen Welt jedoch ist nur eine Ansammlung von Fertigkeiten und Lehrbuchdoktrinen.

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