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Traditionelle chinesische Kultur: Die Geschichte hinter „Die Reise nach Westen“

Eines der Tanzstücke, welches 2011 im Shen Yun Performing Arts Programm dargeboten wurde, hieß „Der Affenkönig überlistet Pigsy“, ein wunderlicher kurzer Blick auf die Charaktere und Abenteuer aus der klassischen chinesischen Fabel „Die Reise nach Westen“. Das Tanzstück auf der Bühne dauert zwar nur wenige Minuten, doch zeigt es eine lange und komplexe Geschichte über Glauben, Mut und Rettung.

„Die Reise nach Westen“ ist eine Hauptsäule der chinesischen Literatur. Um unser Verständnis und Genuss der Aufführung zu bereichern, können wir uns dem kulturellen und historischen Kontext von „Die Reise nach Westen“ zuwenden.

„Die Reise nach Westen“ wurde in der Ming Dynastie (16. Jahrhundert) geschrieben und ist eines der Vier Großen Klassischen Prosawerke der chinesischen Literatur, die anderen sind „Romanze der Drei Königreiche“, „Die Räuber vom Liang-Schan-Moor“ und „Der Traum der roten Kammer“.

WANDERUNG: Der Affenkönig, ein sehr talentierter Taoist und Pigsy, ein notorischer Schürzenjäger schließen sich einem chinesischen Mönch an, welcher auf seiner Reise nach Indien auf der Suche nach den Heiligen Schriften und der Erleuchtung ist.
(Vivian Song/The Epoch Times)

Seit ihrer Veröffentlichung, war und bleibt sie bis heute die populärste Geschichte, die in chinesischen Haushalten erzählt wird. Zahlreiche Fernsehserien, Theaterstücke und Opern wurden vom Originaltext adaptiert. Ganze Kunstindustrien blühten aus diesem einen Werk auf, nicht unähnlich irgendwelchen wichtigen Schauspielen Shakespeares. Manche Akteure chinesischer Opern bauen ihre ganze Karriere auf der Darstellung eines Charakters aus diesem Roman auf.

Abriss der Handlung

„Die Reise nach Westen“ spielt in China während der Tang Dynastie und beschreibt die Abenteuer eines Mönches und seiner drei Schüler – einem Affen, einem Schwein und einem Ungeheuer – auf ihrem Weg nach Indien, um die Heiligen Buddhistischen Schriften zu finden und mitzunehmen. Der Mönch und das Schwein tragen in dem Roman viel zur humorvollen Handlung bei. Der dritte Schüler, ein Flussungeheuer namens Sandy, ist trotz seiner wenig bemerkenswerten Persönlichkeit ein glaubwürdiger Charakter. Er dient als Kontrastfigur zu den Schummeleien des Affens und des Schweins.

Als die Gruppe die trügerischen Landschaften westwärts durchquert, begegnet sie Prüfungen und Problemen, welche ihre spirituellen Stärken testen. Ihre gemeinsame Suche nach den Schriften dient nicht nur als Haupthandlung, sondern ist zugleich auch eine Metapher der persönlichen Suche nach Erleuchtung eines jeden Hauptcharakters.

Auf dem Weg begegnet jeder Schüler Herausforderungen, welche auf seine Schwachstellen abzielen. Der wetteifernde und gewalttätige Affe zum Beispiel wird oft von furchterregenden Feinden herausgefordert, während der faule und Frauen nachstellende Pigsy viele Begegnungen mit sexuellen Versuchungen erlebt. Es ist ein Weg voller Gefahren mit menschlichen aber auch mystischen Gegnern, viele Male sogar lebensbedrohend.

Auf ihrer Reise trifft das Quartett auf eine Serie von 81 Drangsalen, von denen jede einzelne ihre Willenskraft und ihren Glauben testet. Erst als alle Drangsale erfolgreich bestanden sind, erreichen sie ihr Ziel und damit – entsprechend ihrer individuellen Verdienste – den himmlischen Status.

Der Affenkönig

Der beliebteste Charakter (im Buch) ist der Affenkönig oder Sun Wukong. Von den Schülern, die mit dem Mönch Xuanzang reisen, ist er der fähigste. Er ist ungezogen, aber loyal, kindisch, aber erfinderisch und die Seiten sind voll von seinen Heldentaten.

Sun Wukong wurde aus einem Stein geboren, nachdem er durch taoistische Praktiken übernatürliche Kräfte gewonnen hatte. Seine Kräfte sind vielfältig – er kann sich fast in jedes Objekt oder Person verwandeln, indem er seine 72 Zaubersprüche einsetzt, durch Anpusten eines seiner Haare kann er sich vervielfältigen, den Elementen befehlen und auf einmal 34 Saltos schlagen.

Da Sun Wukong sehr talentiert ist, lässt er sich oft von seinem Ego übermannen. Wegen der Probleme, die er auf der Erde verursacht hatte, stellte ihn der Herrscher des Himmels, der Jade Kaiser, im Himmel als Stalljunge ein, in der Hoffnung, dass diese Position ihm ein gutes Verhalten beibringen würde. Anstatt jedoch die Position zu akzeptieren, schwoll Sun Wukong vor empörtem Stolz an und verkündete, dass er dem Himmel ebenbürtig sei. Er stahl mehrere Elixiere der Unsterblichkeit aus dem himmlischen Palast und kehrte in sein Königreich zurück, um eine Rebellion gegen den Jade Kaiser und seine Streitmächte anzuzetteln.

Nachdem er im Alleingang gekämpft hatte, wurde er von der Armee der tausendfachen Truppen des Himmels besiegt. Er wurde von einem Team buddhistischer und taoistischer Kräfte umstellt und in einen Kessel eingesperrt, in dem er auf sein endgültiges Schicksal der Vernichtung entgegengehen sollte. Er kam jedoch lebendig und noch kraftvoller als jemals zuvor aus dem Kessel heraus. Da der Jade Kaiser keine weiteren Optionen hatte, appellierte er an Buddha, welcher den aufmüpfigen Affen für fünf Jahrhunderte unter einen Berg versiegelte.

Nach fünf Jahrhunderten verkündete Bodhisattva Guanyin, es wäre für jemanden an der Zeit, buddhistische Schriften nach China zu bringen. Sie bestimmte den Mönch Xuanzang als Leiter der Pilgerreise und suchte nach Schülern, die den Mönch auf seiner Reise beschützen könnten. Als Sun Wukong die Nachricht vernahm, bot er an, als Gegenleistung für seine Freiheit, mitzugehen.

Pigsy

So wie Sun Wukong, nahm Pigsy, der auch Zhu Bajie hieß, die Reise nach Indien auf sich, um für seine Freveltaten zu sühnen. Als Sun Wukong und Xuanzang Pigsy zum ersten Mal trafen, war er gerade dabei, eine junge Frau auszulösen (freizukaufen), indem er ihren Vater bat, sie ihm als Ehefrau zu überlassen. Nach einem Zank mit dem Affen, gab Pigsy seinen Plan auf und schloss sich der Pilgerreise an.

Ein himmlischer Marschall, welcher früher auf die Erde geschickt worden war, um zu versuchen, die Mondgöttin zu verführen, berichtete dem Jade Kaiser von dem Ehebruch. In seiner Inkarnation auf der Erde, wurde er als Halbschwein-Halbmensch Bestie wiedergeboren.
Zhu Bajie typisiert unsere moderne Definition des Begriffs „Pig“ – er ist faul, gefräßig und ein schamloser Schürzenjäger. Im Vergleich mit dem Affen, ist er viel weniger fähig, hat nur 36 Kultivierungsfähigkeiten, während Sun Wukong 72 hat. Aus ständigem Neid versuchte er Sun Wukong zu sabotieren.

Obwohl tief makelbehaftet, ist Zhu Bajie loyal zu seinem Meister und hat gewisse Kompetenzen, die Sun Wukong nicht besitzt, wie die Fähigkeit zum Unterwasserkampf. Er wird bildlich dargestellt, wie er eine über 5 Tonnen schwere Harke mit neun Zähnen vom Himmel trägt.

Am Ende des Romans, nachdem sie von der Pilgerreise mit den buddhistischen Schriften nach China zurückkommen, erlangt jeder der Schüler gemäß dem Status seines Charakters die Erleuchtung. Der Mönch Xuanzang und Sun Wukong erlangen beide die Buddha Fruchtposition und Sandy wird ein Arhat. Pigsy jedoch hat es nie geschafft, sich gänzlich von seinen grundlegenden Begierden zu befreien. Am Ende seiner Reise, wird er für seine Dienste mit einer Position als Altarreiniger belohnt – als Aufesser übriggebliebener Opfergaben.

http://www.theepochtimes.com/n2/china-news/the-story-behind-the-scene-journey-to-the-west-55586.html

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