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Tugend über Reichtum stellen

In China ist es immer noch Tradition, am Neujahrstag in den Tempel zu gehen und Räucherstäbchen anzuzünden. Doch die Gebetsinhalte der Menschen haben sich gewandelt. Menschen bitten heute eher um Dinge, wie Schwierigkeiten zu eliminieren und Glück zu haben, als dem Buddha Respekt zu erweisen. Die alte Tradition Chinas lehrte Menschen, Tugend über Reichtum zu stellen. Es hieß, eine Person, die keine finanzielle Kompensation für eine gute Tat erstrebt, werde Tugend erhalten und Belohnung aus einer außerweltlichen Ebene erhalten.

Eine Sammlung von Gedichten und Vorträgen aus der Song Dynastie (960 – 1279 n. Chr.), zusammengestellt von Geng Creek, erzählt eine solche Geschichte:

Ein junger Mann mit dem Familiennamen Yang wurde in einer armen Familie geboren. Es hieß, er war ein fleißiger Schüler und kümmerte sich um seine Eltern und respektierte sie. Jedes Mal, wenn er ein bisschen zusätzliche Lebensmittel oder auch etwas mit geringem Wert hatte, gab er es seinen Eltern, anstatt es für sich zu behalten.

In einem Jahr, es war der siebte Tag des siebten Monats des chinesischen Mondkalenders, kam ein reisender Taoist, um Yang zu besuchen. Der Besucher stellte sich als Taoist Hui vor. Hui und Yang vertrugen sich gut und schließlich blieb Hui eine ganze Zeit lang in der Wohnung von Yang.

Als es für Hui an der Zeit war wegzugehen, nahm er eine Pille aus seinem Medizinbeutel und legte sie auf einen Stein. Augenblicklich verwandelte sich der Stein in Gold. Dann gab er Yang den Goldnugget mit den Worten: „Dies ist meine Dankbarkeit für deine Gastfreundlichkeit, er ist für die Verbesserung deiner Lebensbedingungen.“

Yang jedoch lehnte ab. Er erkannte, dass der Taoist eine Gottheit sein muss und sagte: „Ich ziehe es vor, kein Gold zu haben. Göttlicher Taoist Hui, wenn du mir jedoch einen Wunsch gestattest, würde ich gerne ein Gedicht von dir an der Wand haben, welches mein bescheidenes Heim erstrahlen lässt.“

Taoist Hui nahm den Schreibpinsel von Yang, tauchte ihn in rote Farbe und schrieb dieses Gedicht an die Wand:

Yang, ein wahrer Mensch mit Ehre und Würde,
dein Respekt gegenüber den Eltern hat das gewaltige Universum bewegt.
Der großartige Gott sah deine Standhaftigkeit in Schwierigkeiten
und sandte mich am siebten Tag des siebten Monats
des chinesischen Mondkalenders auf die Erde.
Ich habe einen Stein in Gold verwandelt, um dir zu helfen,
deine Sohnesverpflichtungen zu erfüllen.
Doch du bestandest darauf, das Geschenk nicht anzunehmen
und so kann ich dich nicht gegen deinen Willen zwingen.
Während ich nicht länger auf dieser Welt verweilen kann,
ist es mein ehrlicher Wunsch, dass du dein erhabenes Ziel bewahrst.
Im Jahr der Ratte wirst du über die Wolken aufsteigen,
so leicht, als würdest du mit den Fingern schnippen.

Yang starb nicht in seinem bescheidenen Heim. Jahre später verschwand er. Niemand in seiner Nachbarschaft wusste etwas über seinen Verbleib. Es scheint, eine Schicksalsverbindung mit dem Taoisten Hui leitete ihn auf einen transzendierenden Weg oder wie es in einer chinesischen Folklore heißt: „Wie arrangiert, reiste er über den Wolken in den Himmel“.

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