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Kanadischer Abgeordneter: Die gesamte internationale Gemeinschaft sollte wegen des Organraubs in China äußerst besorgt sein

Brent Rathgeber, ein kanadischer Parlamentsabgeordneter und Vorsitzender der „Parlamentarischen Freunde von Falun Gong“, erklärte bei einem Interview am 6. November, dass „die US-Regierung, die kanadische Regierung und die gesamte internationale Gemeinschaft wegen des Organraubs in China auf jeden Fall äußerst besorgt sein sollen, besonders in Bezug auf verurteilte Gefangene, deren Einverständnis nicht eingeholt wird, und in Bezug auf politische Gefangene wie Falun Gong-Praktizierende.“

MP Rathgeber sagte: „Es gibt einige Dinge, die das kanadische Parlament machen kann. Es gab einen Gesetzesvorschlag, wonach es eine strafbare Handlung wäre, wenn ein kanadischer Bürger eine Organtransplantation bekommt, ohne zu wissen, woher das Organ stammt.“

 

Brent Rathgeber, kanadischer Parlamentsabgeordneter und Vorsitzender der „Parlamentarischen Freunde von Falun Gong“

Er betonte: „Die gesamte internationale Gemeinschaft muss tun, was sie tun kann, um auf die chinesische Regierung Druck auszuüben, dass sie diese Gräueltaten beendet.“

MP Rathgeber berichtete, dass er David Kilgour sehr gut kennen würde und auch David Matas begegnet sei. „Ich weiß, dass sie sich mit dieser Angelegenheit eingehend befasst haben. Ganz gleich, welche Informationen die Außenministerin hat, ist es daher ziemlich sicher, dass diese Praktik existiert, insoweit, dass nicht nur zum Tode verurteilte Gefangene, sondern auch aufgrund ihrer Überzeugung eingesperrte politische Gefangene wie Falun Gong-Praktizierende die Opfer sind“, so Rathgeber.

Herr Rathgeber sagte auch: „Wenn die Regierung der Vereinigten Staaten Beweise oder ein Zugeständnis eines chinesischen Funktionärs hat, dann wäre eine Veröffentlichung dieses Dokuments sicher hilfreich. Doch sogar ohne diese Information bin ich ziemlich sicher, ziemlich überzeugt, dass die Berichte über den Organraub der chinesischen Regierung an Gefangenen, sowohl an verurteilten Gefangenen als auch an politischen Gefangenen, stattfindet. Ich denke, die internationale Gemeinschaft muss dies beleuchten und Druck ausüben, dass es beendet wird, weil es unhaltbar ist.“

Herr Rathgeber fuhr fort: „Ich bin Vorsitzender der ‚Parlamentarischen Freunde von Falun Gong‘. Ich meine, dass wir auf vielfache Weise eine aufklärerische Gruppe sind. Ganz bestimmt bei neuen Parlamentsmitgliedern, die über die Not der Falun Gong-Praktizierenden noch nicht Bescheid wissen oder vielleicht das Ausmaß des Organraubs in China noch nicht verstanden haben. Wir bemühen uns, die Abgeordneten und die Öffentlichkeit allgemein über die Schwierigkeiten und das Elend von Falun Gong und über die Gräueltaten, aufzuklären – ich meine, generell über die Diskriminierung, die sie seitens des chinesischen Regimes erfahren, aber sicherlich besonders über den Organraub, der an der Spitze unserer Liste der Anliegen steht. Wir könnten auch Nachforschungen anstellen und ich weiß, dass dies in Bezug auf unser Außenministerium und das Ausstellen eines Visums gemacht wurde, wenn ein Arzt aus China nach Kanada kommen möchte, um Medizin und die Wissenschaft der Organtransplantation studieren möchte. Ich meine die kanadische Regierung sollte sehr sorgfältig die Zulässigkeit eines solchen Antrags prüfen.“

„Ich habe keinen Zweifel, dass auch legitime Organtransplantationen stattfinden. Ich denke, dass es ein wachsendes Wissenschaftsgebiet ist. Es ist ein wichtiges wissenschaftliches Gebiet. Doch es darf nur stattfinden, wenn der Spender zugestimmt hat und es auf einen natürlichen Tod folgt. So meine ich, dass das Außenministerium bei jedem einzelnen Arzt, der mit einem medizinischen Visum oder Studentenvisum Medizin oder die Technik der Organtransplantation studieren will, sorgfältige Überprüfungen durchführen muss, um sicherzugehen, dass er nicht in illegalem Organraub verwickelt ist. Wenn es irgendwelche Zweifel gibt, sollte der Visumsantrag abgelehnt werden.“

Der Parlamentarier berichtete: „Vor der letzten Parlamentsperiode gab es einen Versuch, wie man mit Kanadiern verfahren könnte, die Organe bekommen, um sicherzugehen, dass sie den Ursprung ihrer Organe kennen. Dieser Gesetzesvorschlag wurde zwar nicht angenommen, wurde aber auch nicht einfach abgelehnt, sondern nur zur Seite gelegt, als die Wahl anfing. So meine ich, dass wir an eine Wiedereinführung denken sollten. Jetzt haben wir eine Mehrheitsregierung, unser Parlament wird ein wenig länger im Amt sein, sodass wir Vorschläge als Gesetze verabschieden lassen können. Das ist etwas, was wir in Angriff nehmen müssen.“

Als Rathgeber gefragt wurde, welchen Vorschlag er für die Regierung habe, antwortete er: „Das Parlament könnte einen Gesetzesentwurf im Hinblick darauf betrachten, dass Kanadiern untersagt wird, Organe aus unbekannten Quellen zu erhalten. Wie wir wissen, gibt es einen Schwarzmarkt für Organe, die den Spendern ohne deren Zustimmung entnommen werden. So könnte es ein Verbot für die Kanadier geben, solche Organe anzunehmen, oder es sollte gewährleistet sein, dass der Organempfänger den Organursprung kennt. Außerdem sollte sich die kanadische Regierung Gedanken machen in Bezug auf Visumsanträge für Mediziner, welche in dieses Land kommen wollen, um Transplantationstechnik zu erlernen. So kann man sichergehen, dass diese Personen auf keinen Fall am Schwarzmarkt von Organen oder am illegalen Organraub und am Organraub ohne Einverständnis beteiligt sind.“

„In erster Linie gibt es die Parlamentarischen Freunde von Falun Gong, um Parlamentarier und die kanadische Öffentlichkeit über diese beiden Angelegenheiten umfassend zu informieren, weil sie nicht gut genug bekannt sind. Viele Kanadier wissen darüber überhaupt nicht Bescheid.“

Über die Lage in China äußerte sich Rathgeber folgendermaßen: „Sicherlich gibt es einen Wechsel und neue Leute werden in die Schlüsselpositionen der Kommunistischen Partei berufen, es ist eine kritische Zeit. Wenn die internationale Gemeinschaft Druck ausübt, dann werden diese Personen, die an diesen Gräueltaten überhaupt nicht beteiligt waren, wenn sie an die Macht kommen, verstehen, wie verwerflich der Rest der Weltgemeinschaft diese Taten findet.“

„Natürlich ist Kanada in Handelsgespräche und Handelsverträge mit China eingebunden und viele Menschenrechtsanwälte meinen vielleicht in Bezug auf die fragwürdige Menschenrechtsakte Chinas, dass wir zurücktreten und keine Geschäfte mit China machen sollten. Ich denke, dass es einen anderen Ansatz gibt. Ich denke, dass wir so viele Kontakte und Verbindungen zwischen Kanada und China wie möglich eingehen sollten, politische, wirtschaftliche und kulturelle. Dann gibt es viele Kommunikationsstränge zwischen den Wirtschaftsgemeinschaften und den Regierungsgemeinschaften und so können wir ständig Druck auf jeder Ebene, sei es Wirtschaft, Kunst, Kultur, Tanz, Schriftstellerei und auch auf politischen Ebenen ausüben und versuchen, die chinesischen Entscheidungsträger zu bilden und unter Druck zu setzen, dass der Respekt vor den Menschenrechten und vor der Rechtsstaatlichkeit die erste und grundlegende Verpflichtung einer jeden legitimen Regierung ist.“

Weiter sagte er: „Jedes Mal, wo eine Regierung in grauenvolle Menschenrechtsaktivitäten verwickelt ist und sicherlich ist der Organraub ganz nahe an der Spitze dieser Liste oder an der Spitze, wird das negative Auswirkungen auf alle Beziehungen haben, ob es bilaterale mit dem Staat oder multilaterale über die Vereinten Nationen sind. So bedeutet das für mich sicherlich nicht, dass wir China als Wirtschaftspartner aufgeben sollen. Ganz im Gegenteil! Wie ich gerade andeutete, sehe ich – ich verstehe es nicht so gut wie andere, die es wie mein Freund David Kilgour genau untersucht haben – dass dieses Problem teilweise erzieherisch, teilweise kulturell und teilweise höchstwahrscheinlich wirtschaftlich ist.

Ich meine, dass es teilweise wirtschaftlich ist. Es wird Geld gemacht beim Organraub. So ist ein Teil der Lösung die Ausdehnung des legitimen Handels zwischen unseren Ländern bis zu einem beiderseitigen Vorteil, sowohl für China, als auch für Kanada und die Vereinigten Staaten – man weiß, dass China ein Wachstumsmarkt ist – so müssen die Menschen und Regierungen nicht in diesen Gräueltaten Zuflucht nehmen, um Handel zu betreiben.

Ich hoffe, dass für niemanden die Notwendigkeit besteht, sich an diesen Gräueltaten des illegalen Organraubs und der Vermarktung der Organe zu beteiligen.“

MP Rathgeber erwähnte noch, dass das Buch „Blutige Ernte“ ein Untersuchungsbericht von David Kilgour und David Matas ist: „Ich kann ihnen wirklich nicht sagen, dass es mir gefiel, dieses Buch zu lesen, weil es mir nicht gefiel. Es war sehr, sehr beunruhigend und deprimierte mich. Ich war traurig, als ich es las. Es war aber sehr aufklärend und es half mir in meiner Rolle als Vorsitzender der parlamentarischen Freunde von Falun Gong auf jeden Fall, zu einem Verständnis zu gelangen. Es handelt sich hier sicherlich nicht um eine isolierte Angelegenheit. Sie geschieht an mehr als einem Ort in China. Sie ist weiter verbreitet, als einige Menschen wissen oder sagen wollen. So öffnete mir dieses Buch die Augen, aber es war nicht einfach zu lesen.“

Hintergrund:

„Parlamentarische Freunde von Falun Gong“ (PFPFG) wurde im Oktober 2009 in Ottawa von einer Gruppe Senatoren und Parlamentariern aller Parteien gegründet, um sich mit den Widrigkeiten auseinanderzusetzen, die Anhängern von Falun Gong widerfahren. Es ist die erste derartige Gruppe von Parlamentariern weltweit, welche Falun Gong-Praktizierende gezielt unterstützt, die über ein Jahrzehnt Verfolgung im kommunistischen China erleiden. Derzeit besteht PFPFG aus 33 Parlamentsmitgliedern und Senatoren.

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