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Geschichten aus dem Alten China: Bing Jis Selbstlosigkeit

Bing Ji erkundigt sich über die Gesundheit der Kuh eines Kuhhirten

Malerei auf Seide von einem Künstler aus der Song Dynastie
Von links: Der Besitzer der Kuh, Bing Ji und zwei Begleiter

Zur Zeit der Herrschaft des Kaisers Wu in der Han-Dynastie (206 v.Chr.–23 n.Chr.) wurde der Kronprinz von seinen Feinden mit dem Vorwurf exekutiert, er würde planen den Kaiser zu stürzen. Mit ihm wurde seine ganze Familie umgebracht, übrig in dieser Tragödie blieb nur sein Enkel, der gerade ein paar Monate alt war.

Bing Ji war einer der Regierungsbeamten, die diesen Fall untersuchten. Er war ein sehr gutherziger Mensch und hatte für das Baby, das in so jungen Jahren seine ganze Familie verloren hatte, großes Mitgefühl. Zudem entdeckte Bing Ji, dass der Kronprinz fälschlicherweise beschuldigt wurde, den Kaiser stürzen zu wollen, was ihn über das tragische Schicksal und das Unglück dieses unschuldige Kind noch betrübter werden ließ.

Bing Ji suchte sorgfältig zwei ehrliche, warmherzige weibliche Gefangene aus, die sich um das Baby, den Urenkel des Kaisers Wu, kümmern sollten. Später wurde dem Kaiser berichtet, dass jemand ein ungewöhnliches himmlisches Zeichen gesehen hatte, dass darauf hinwies, dass sich der zukünftige Kaiser im the Chang An Gefängnis befände. [Note: Chang An war die Hauptstadt in der Han Dynastie. ] Sofort ordnete der Kaiser Wu die Exekution aller Gefangenen im Chang An Gefängnis an, gleich wie geringfügig ihre Verbrechen waren. Als die Botschafter des Kaisers mitten in der Nacht am Gefängnis ankamen, verriegelte Bing Ji das Haupttor und ließ sie nicht herein.

Bing Ji erklärte: “Der Großenkel des Kaisers Wu ist hier. Ein unschuldiger Zivilbürger sollte nicht grundlos exekutiert werden, schon gar nicht der Großenkel Eurer Majestät!“ Sowohl die Botschafter als auch Bing Ji beharrten die gesamte Nacht auf ihrem jeweiligen Standpunkt. Da die Botschafter ihr Vorhaben nicht durchführen konnten, reisten sie schließlich bei Morgengrauen wieder ab. Sie wollten dem Kaiser Wu berichten, dass sich Bing Ji weigerte, dem kaiserlichen Befehl zu fügen. Als der Kaiser diese Nachricht erhielt, kam er wieder zu Sinnen und sagte: „Es muss der Willen des Himmels sein.“ Anschließend erließ er, alle Gefangenen zu begnadigen. So überlebten alle Gefangenen dank Bing Ji.

Dann sagte Bing Yi zu den Regierungsbeamten, die für das Gefängnis zuständig waren, dass dieser Ort für den Großenkel des Kaisers Wu nicht der richtige Platz sei und schickte das Baby und seine Amme zum Bürgermeister der Hauptstadt. Dieser jedoch wie das Kind zurück und ließ es zu Bing Ji zurückbringen. So entschied sich Bing Ji die Amme von seinem eigenen Geld zu bezahlen, so dass sie sich auch weiter um den kleinen Jungen kümmern konnte. Als die Lokalregierung nicht weiter für die Lebenshaltungskosten für den Jungen zahlte, sorgte Bing Ji für dessen Verpflegung. Aufgrund der schlechten Lebensbedingungen im Gefängnis wäre der Junge ein paar Mal fast an verschiedenen Krankheiten gestorben, jedoch holte Bing Ji jedes Mal einen Arzt, so dass sein Leben gerettet werden konnte und bat die Amme, sich noch mehr um den Jungen zu sorgen.

Nach einer langen Zeit fand Bing Ji letztendlich durch zuverlässige Quellen heraus, dass die Mütter und Brüder der Großmutter des Jungen noch am Leben waren und unternahm viele Anstrengungen, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Schließlich konnte er den Jungen erfolgreich in die Obhut der Familie übergeben.

Als der junge viele Jahre danach ca. 18 oder 19 Jahre alt war, verstarb plötzlich der junge Kaiser, der nach Kaiser Wu das Amt übernommen hatte und hinterließ keinen Erben. Bing Ji leitete an die leitenden Beamten des Königshofs eine Empfehlung für den Großenkel des Kaisers Wu weiter. Dieser bestieg daraufhin den Thron, wusste jedoch überhaupt nicht, dass Bing Ji schon mehrmals sein Leben gerettet hatte. Da Bing Ji ihn jedoch für den Thron vorgeschlagen hatte, beförderte er ihn zum Marquis. Niemals erzählte Bing Ji irgendjemanden, auf welche Weise er dem Kaiser geholfen hatte und so kannte ihn auch keiner am königlichen Hof.

Acht oder neun Jahre nachdem der Kaiser den Thron bestiegen hatte, überbrachte eine Palastfrau dem Kaiser einen Brief, in dem sie behauptete, dass sie den Kaiser einst aufgezogen hatte. Daraufhin befahl der Kaiser seinen Beamten die Wahrheit herauszufinden und erfuhr schließlich, dass er Bing Ji sein Leben verdankte.

Die Selbstlosigkeit von Bing Ji berührte ihn so sehr, dass er im sofort den Titel des Marquis of Bo Yang übergab und sein Beamtengehalt erhöhte. Unglücklicherweise wurde Bing Ji sehr krank und so fürchtete der Kaiser, dass er sterben könne, bevor er ihm für seine Taten belohnen konnte. Der Lehrer des Kronprinzen sagte jedoch: “Bing Ji wird diese Krankheit gewiss überleben. Ich habe davon gehört, dass Menschen mit einer hohen Moral mit Glück belohnt werden. Sogar seine Nachkommen werden Glück und Tugend erhalten. Bing Ji hat große Tugend gesammelt und hat diesbezüglich noch keine gleichwertige Belohung erhalten. Er wird sicherlich von der Krankheit genesen.”

Tatsächlich überlebte Bing Ji und wurde später zum Premierminister. Bis zum Verfall der Han Dynastie wurden alle seine Nachkommen der Titel eines Marquis verliehen. Die Weisheit des Lehrers des Kronprinzen erwies sich als wahr.

Chinesische Version: http://www.zhengjian.org/zj/articles/2003/7/2/22320.html
Ebglische Version: http://www.pureinsight.org/pi/articles/2003/7/28/1741.html

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