Share on facebook
Share on twitter
Share on telegram
Share on google
Share on email
Share on print

Gedanken zu dem Sprichwort: “Du solltest nicht das Ganze in Frage stellen, aber auch nicht alles glauben, was Du hörst oder siehst.“

Wenn es sich um Dinge dreht, die über das, was wir mit unseren menschlichen Augen wahrnehmen können, wie Mythen, Buddhas und Götter, sagen einige: „Du solltest das nicht vollkommen in Frage stellen, aber auch nicht alles glauben, was Du hörst oder siehst.“ Aus der heutigen Sicht ist damit gemeint, dass Menschen an solche Dinge oder die Existenz von Göttern weder richtig glauben, sie jedoch auch nicht vollkommen ablehnen. Nach dem Maßstab der früheren Zeit bemessen, würde diese Einstellung soviel heißen wie, dass sie eigentlich nicht von Herzen an sie glauben. Tatsächlich stammt dieses Sprichwort aus der Kultivierungsgemeinschaft und weist auf die Einstellung hin, welche die Kultivierende zu der Kultivierung hatten. Da die menschliche Gesellschaft immer weiter entfremdete, verschwand der wahre Glaube an Götter allmählich. So veränderte sich auch der Sinn dieses Sprichworts allmählich und ist nun zu einem Satz geworden, der den Nichtglauben an Götter oder Buddhas zeigt.

Der erste Teil des Sprichworts zeigt im ursprünglichen Sinne, dass die Menschen an Götter, Buddhas und andere Himmelsräume glauben. Das hat seinen Sinn, da viele Menschen mit diesen Dingen ihre Erfahrungen gemacht haben. Was soll dann aber der zweite Teil bedeuten? Das bezieht sich auf die Wirklichkeit in anderen Himmelsräumen. Es gibt verschiedene Ebenen von Himmel, Hölle, Buddhas, Daos, Göttern, Dämonen und Geistern in anderen Räumen. Wenn ein Kultivierender an alles glaubt und sich davon beeinflussen lässt, dann könnte seine Kultivierung gestört werden und misslingen, ohne dass er es merkt. Darum soll man nicht an alles glauben, was man hört oder sieht.

Ein Kultivierender muß seinen rechten Glauben bewahren, um die richtige Frucht (1) zu erhalten. Dasselbe gilt für normale Menschen. Wenn sie Götzen anbeten und Standbilder unbekannter Geister aufstellen und für Ruhm, Reichtum und persönliche Vorteile beten und Räucherstäbchen abbrennen, dann endet es damit, dass sie Füchse, Wiesel, Geister und Schlangen (2) herbeiziehen und sich dadurch die Besessenheit von Geistern oder Tieren zuziehen. Dann sind diese Menschen ruiniert. Konfuzius sagte: “Halte Dich von Geistern und Gespenstern fern..!“ (3) Das Sprichwort will dasselbe ausdrücken.


Anmerkungen
1. Rechte Frucht. Die rechte Frucht erhalten bedeutet, die Vollendung der Kultivierung und die Weisheitserleuchtung.
2. Fuchs, Wiesel, Geister und Schlangen: Man glaubt in der chinesischen Ideologie, dass sie übernatürliche Kräfte haben und eine Statue im Tempel übernehmen oder einen Menschen besetzen können.

Das Neueste

Archiv

Weitere Artikel zu diesem Thema