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Geschichte aus dem alten China: Beschreibungen des Handwerksmeisters Ma Daifeng aus der Tang Dynastie

[Anmerkung der Redaktion: Die Technologie mechanischer Maschinen war im
alten China sehr fortgeschritten. Hervorragende Maschinenbauer waren
damals fähig, viele bewundernswerte Roboter herzustellen. Z. B. führte
König Mu (976 bis 922 vor Chr.) der Westlichen Zhou Dynastie (10.
Jahrhundert bis 771 vor Chr.) eine Inspektionsreise durch den Westen
seines Imperiums durch. Ein geschickter Kunsthandwerker mit Namen Yan
Shi machte einen Roboter, um den König während seiner Reise zu
unterhalten. Dieser konnte singen und tanzen wie ein richtiger Mensch.
Er hatte auch richtige Organe, Knochen, Muskeln, Gelenke, Haut und Haare.]

Nachdem Ma Daifeng einige mechanisch betätigte Geräte hergestellt hatte, machte er sich auf, um Kaiser Xuan Zong darüber zu berichten. Der Kaiser gab vor, durch dringende Hofangelegenheiten verhindert zu sein und gewährte Ma Daifeng keine Unterredung. Ma Daifeng empfand großen Schmerz über sein armseliges Schicksal und so beschloss er, seinen Namen zu wechseln und in völliger Abgeschiedenheit in den Bergen von Xi He zu leben. Gegen Ende der Amtszeit von Kai Yuan (713 – 742 n. Chr.), zog Ma Daifeng von Jinzhou in die Hauptstadt Changan um. Er bezeichnete sich selbst als taoistischen Mönch namens Wu Ci und fastete häufig.

Der taoistische Mönch Ma Daifeng konstruierte mit dem verantwortlichen Beamten der Stadt Cui ein Weinausgabegerät, das wie ein Berg modelliert war. Sie machten auch Gefäße aus gebranntem Lehm mit einem Kippmechanismus um Geld aufzubewahren und so weiter. Der Modellberg, den Ma Daifeng konstruiert hatte, befand sich in der Mitte einer runden Scheibe mit einem Durchmesser von vier Fuß und fünf Inches (ca. 1,35 m). Es wurde eine riesige Schildkröte gebaut, die als Fuß für die Scheibe diente. Alle Bedienungsmechanismen waren im Bauch der Schildkröte untergebracht. Das drei Fuß (ca. 0,92 m) hohe Bergmodell war in der Mitte der Scheibe aufgebaut.

Der Berg hatte herrliche und beachtenswerte Gipfel und Grate. Das Berginnere war hohl und fasste drei Dou Wein (1 Dou = 10 Liter). Um den Berg waren eine Anzahl Teiche arrangiert, die der Aufnahme von Wein dienten. Wieder andere Berge umrandeten die Teiche. In den Weinteichen befanden sich „Lotospflanzen“. Die Blüten und Blätter der Lotospflanzen waren aus Gusseisen. Die Blumen sahen aus, als würden sie blühen, die Blätter als würden sie sich entfalten. Sie konnten als Teller oder Schalen verwendet werden. Sie waren mit getrocknetem Fleisch, Fleischsoße, Gemüse und Früchten gefüllt, die zum Wein gegessen werden konnten.

Auf der Südseite, auf dem halben Weg zum Berg, war ein Drache platziert. Sein Körper war im Berg verborgen. Wenn sein Rachen geöffnet war, floss Wein aus ihm. Weingläser standen auf den Lotosblättern unter dem Rachen des Drachen. Als jedes Glas zu 80 % seines Fassungsvermögens gefüllt war, hörte der Wein auf zu fließen. Eine Person die Wein aus einem Glas trinken wollte konnte sofort ein Glas wegnehmen. Wenn eine Person zu lange brauchte, das Glas leer zu trinken, öffnete sich automatisch eine Türe auf der zweigeteilten Plattform auf der Spitze des Berges. Ein gut gekleideter Mann mit Hut trat automatisch aus der geöffneten Tür, mit einer Tafel, die die Trinker daran erinnerte, schneller zu trinken.

Wenn die Trinker die leeren Gläser wieder auf die Lotosblätter zurückstellten und ihre Gläser aus dem Rachen des Drachen wieder mit Wein gefüllt waren, zog sich der Mann automatisch wieder in seine zweigeteilte Plattform zurück. Die Tür schloss sich dann von selbst. Waren Leute anwesend, die immer noch langsam tranken, erschien der Mann automatisch wieder, um sie zum Trinken ihres Weines zu ermuntern. Auf diese Weise war am Ende eines Festes der gesamte Wein in dem künstlichen Berg verzehrt und die automatischen mechanischen Komponenten hatten nicht einen Fehler gemacht. Auf allen vier Seiten des Berges schenkten die Drachenmünder Wein aus. Manchmal floss der Wein in die Teiche, jedoch gab es dort versteckte Öffnungen, durch die der überfließende Wein wieder in das Weinlager im Inneren des Berges zurückfloss. Dies dauerte so lange, bis am Ende des Banketts kein Tropfen Wein mehr in dem Behälter war.

Der Weinausgießmechanismus, den Ma Daifeng in den künstlichen Berg eingebaut hatte, um Wein auszugeben, war mit automatisch kippbaren Gläsern ausgerüstet, die es ermöglichten, dass Wein aus den Mundöffnungen der Drachen in die einzelnen Gläser fließen konnte. In leerem Zustand standen die Gläser in geneigter Position, halb voll standen sie aufrecht; und wenn sie voll waren, kippten sie automatisch, den Wein in den Teich gießend. Dies war, was die konfuzianischen Tempel als den „Mahnen-zum-Sitzen-Mechanismus“ bezeichneten. Was soviel bedeutete, wie „die Herren sind bereits gewarnt worden, dass sie genug zum trinken hatten“.

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