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Eine Unterhaltung zwischen einem Arbeitsaufseher eines Falun Gong-Praktizierenden und dem Personal des Büro 610

Anmerkung des Herausgebers: [Anm.: Das „Büro 610“ ist ein staatliches Organ, das eigens für die systematische Verfolgung von Falun Gong geschaffen wurde. Es untersteht direkt dem Komitee für Politik und Recht des Zentralkomitees der KP Chinas und besitzt uneingeschränkte Vollmacht gegenüber allen Verwaltungsbehörden und Justizorganen.]

Der Vizevorsitzende eines örtlichen Büros 610 in einer Stadt in China pflegte der Vizedirektor der örtlichen Parteischule zu sein. (Parteischule ist dazu da, die Mitglieder der regierenden Partei zu schulen) (Der Vizevorsitzende heißt von nun an VC, sein Name ist weggelassen, um Herrn Feng zu schützen, der ein Falun Gong-Praktizierender ist) Seit der ehemalige chinesische Präsident am 20. Juli 1999 Falun Gong verfolgt, war VC verantwortlich dafür, Praktizierende seiner Schule zu entführen und in örtliche Gehirnwäscheklassen oder Zwangsarbeitslager zu bringen. Nachdem VC zum örtlichen Büro 610 versetzt worden war, erklärte er, dass er damit beschäftigt sei, Informationen über Praktizierende im Zuständigkeitsbereich seines Büros aus erster Hand zu sammeln. VC rief Herrn Feng zweimal an, um ihn zu bitten zu ihm zu kommen und mit ihm zu sprechen. Jedes Mal lehnte Herr Feng höflich ab.

Am Tage nach seinem zweiten Anruf brachte er einen seiner Untergeordneten und ein Mitglied der örtlichen Nachbarschafts-Verwaltung mit zu Herrn Fengs Arbeitsstelle. Herr Feng sagte zu den Dreien: “Ich habe nichts mit Ihnen zu besprechen; aber da Sie nun einmal hier sind, möchte ich Ihnen einen Rat geben: Versuchen Sie einmal, nur Gutes zu tun. Hören Sie auf damit, bei bösartigen schlechten Taten zu helfen. Hören Sie damit auf, bei der tyrannischen Verfolgung von unschuldigen Falun Gong-Praktizierenden zu helfen. Ihre Zukunft liegt in Ihrer Hand.“

Als Herr Feng die Drei anredete, standen seine Mitarbeiter in ihren Kabinen auf, um die uneingeladenen Besucher zu besehen, die sich nun beunruhigt fühlten, weil sie eine Szene hervorgerufen hatten. Da betrat Herr Fengs Aufseher die Szene und sagte zu den Dreien: “Ich bin Herr Fengs Aufseher. Würden Sie bitte auf ein Wort mit in mein Büro kommen?“

Das Folgende ist der Dialog im Büro von Herrn Fengs Aufseher (FS) und dem Büro 610
(die Drei vom Büro 610 mit VC):

FS: Warum wollten Sie mit Herrn Feng sprechen?
610: Wegen nichts.
FS: Wegen nichts?
Wieso kamen Sie denn hierher? Sie stören uns offensichtlich bei der Arbeit.
610: Wir wollten ja nicht an seinen Arbeitsplatz kommen, aber wir hatten keine andere Wahl, da er nicht wollte, dass wir zu ihm nach Hause kommen.
FS: Wenn Sie keinen Grund haben, Herrn Feng zu sehen, warum möchten Sie denn zu ihm nach Hause gehen? Wenn ich Herr Feng wäre, würde ich Sie auch nicht zu Hause willkommen heißen. Es ist doch Herr Fengs Privatwohnung. Er ist der Haushaltungsvorstand und hat das Recht, keine Gäste empfangen zu wollen. Sie suchen offenbar Streit, wenn Sie darauf bestehen, ihn anzurufen, obgleich er Ihnen klar gemacht hat, dass Sie ihm nicht willkommen sind.
610: Wir haben keine andere Wahl. Wir haben Herrn Feng schon benachrichtigt, dass er in unser Büro kommen soll, aber er weigert sich, zu kommen.
FS: Natürlich weigert sich Herr Feng, zu Ihnen ins Büro zu kommen. Mir scheint, er hat eine durchaus richtige Entscheidung getroffen. Wenn ich Herr Feng wäre, würde ich mich auch weigern, in Ihr Büro zu kommen. Er arbeitet nicht bei Ihnen und Sie haben keinerlei Beziehungen zu ihm, darum macht es für Herrn Feng keinen Sinn, Ihrer Auforderung nach zu kommen. Herr Feng ist ein Mann mittleren Alters und Sie haben kein Recht, ihn herum zu befehlen – ganz zu schweigen davon, ihn ohne einen stichhaltigen Grund in Ihr Büro zu beordern. Ihnen fehlt offenbar die geringste Achtung vor ihm.
610: Achtung? Wußten Sie, was er zu uns gesagt hat, bevor Sie kamen? (Zeigen mit dem Finger auf Herrn Feng)
FS: Was hat er denn zu Ihnen gesagt? Warum wiederholen Sie nicht, was er gesagt hat?
610: (Schweigen)
FS: Ich habe jedes Wort gehört, das er zu Ihnen gesagt hat. Nach meiner Meinung machte das Sinn. Was ist verkehrt, wenn er Sie bittet, mehr gute Taten zu tun? Meinen Sie, er hätte Sie bitten sollen, mehr schlechte Taten zu tun oder gar, nur böse Taten zu begehen? Es ist schlecht, den Bösen zu helfen, ihre schlechten Tate aufrecht zu erhalten. Er sagte, dass Ihre Zukunft in Ihrer eigenen Hand liegt; was ist daran falsch? Ich finde nichts Falsches in dem, was er gesagt hat. Ich finde, er hat alles richtig gesagt.
610: Sie verstehen nicht. Herr Feng ist ein….
FS: Ich bin seit Jahrzehnten Herr Fengs Aufseher. Ich kenne ihn also sehr gut. Wie lange kennen Sie ihn schon? Kennen Sie ihn überhaupt? Wieso habe ich nie vorher von Ihnen gehört? Für welche Organisation arbeiten Sie?
610: Wir arbeiten für das Büro 610.
FS: Ich habe noch nie irgendwo ein offizielles Abzeichen dieses so genannten Büros 610 gesehen. Weder in der chinesischen Kommunistischen Partei noch in der chinesischen Regierung. Ich habe nie so ein Zeichen in keiner Gegend gesehen. Meine Organisation hat ein Riesenschild vorne am Haus. Darauf steht die Adresse und die Straße und unsere Postleitzahl. Diese Zeichen kündigen die Legitimität unserer Organisation an. Sie behaupten, für ein Büro 610 zu arbeiten, dabei haben Sie noch nicht einmal ein Zeichen im Adressenverzeichnis der Regierungsorganisationen. Und trotzdem haben Sie die Kühnheit, in mein Büro zu kommen und zu behaupten, ich kenne meine eigenen Angestellten nicht. Er sucht weder Ruhm noch Reichtum. Er erfüllt seine Pflichten stets und klagt nie über irgendeine Aufgabe, die ich ihm zuweise. Er verdient Achtung und Lob nicht allein von mir, sondern auch von all seinen Kollegen . Ich mache es Ihnen mal deutlich: Ich bin Herr Fengs Aufseher. Herr Feng arbeitet für mich. Wenn Sie meinen, Herr Feng habe etwas Unrechtes getan, kommen Sie und sprechen Sie mit mir, denn ich bin sein Aufseher. Herr Feng erhält seine Befehle von mir und sollte keine Befehle von Ihnen annehmen. Wer Sie auch sein mögen, Sie haben kein Recht oder die Autorität, Menschen an irgendeinen Ort zu befehlen, ohne einen einsichtigen Grund. Sehen Sie sich an! Sie schlängeln sich umher und wagen nicht einmal, ein Abzeichen für Ihr Büro zu tragen, als ob Sie fürchteten, erkannt zu werden. Sie kommen in mein Büro und stören die Arbeit meiner Leute, ohne mich zuvor anzurufen. Wer gibt Ihnen das Recht dazu? Sie haben nicht das Recht, so vorzugehen. Wenn sich jedermann so benehmen würde wie Sie, dann würde die ganze chinesische Gesellschaft chaotisch werden. Kennen Sie überhaupt Manieren? Antworten Sie!

Die drei unwillkommenen Gäste sahen einander an und wussten nicht, was sie sagen sollten. Alle drei liefen rot an vor Verlegenheit. Sie standen schnell auf und flohen aus dem Büro. Sie kannten den Weg durch all die Kabinen nicht und so hatten sie einen unwürdigen Abgang, was die Leute in dem Büro zu schallendem Gelächter veranlasste.

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