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Geschichten aus dem Alten China: Eine sture alte Vase

Es war einmal eine Vase, wie ein Ornament im Paradies, die von Bodhisattva Avalokitesvara (Guan Yin) für ihr Elixier und einen Weidenzweig benutzt wurde. Die Vase hatte Bodhisattva Avalokitesvara über Jahre hinweg begleitet. Jedoch eines Tages nahm Bodhisattva Avalokitesvara plötzlich die Vase in die Hand und sagte: „Vase, Du bist schmutzig geworden und kannst nicht mehr auf dieser Ebene bleiben. Du musst zu einer anderen Ebene, die für Dich geeignet ist.“ Die Vase sagte ängstlich: „Bodhisattva Avalokitesvara, ich bin nicht schmutzig! Ich bin so sauber und rein wie immer! Ich bin weder schmutzig, noch verblasst!“

Bodhisattva Avalokitesvara erklärte mit einem Lächeln: “Ja, Deine Erscheinung glänzt wie immer, jedoch ist dein Wesen schlechter geworden. Du genügst nicht länger den Maßstäben dieser Ebene!” Die Vase begann zu flehen: “Bodhisattva Avalokitesvara, ich war für so lange Zeit neben Ihnen. Können Sie um der alten Zeiten willen eine Ausnahme machen?“ Bodhisattva Avalokitesvara lächelte wieder und sagte: “Vase, denk` darüber nach, was Du gerade gesagt hast und versuche, Dich mit Dir selbst vor Tausenden von Jahren zu vergleichen. Bist Du der Meinung, dass Du immer noch dem Maßstab dieser Ebene entsprichst?“ Die Vase geriet außer sich und verteidigte sich. Sie sagte zu Bodhisattva Avalokitesvara: “Wenn ich hier nicht länger willkommen bin, dann steige ich lieber zur Menschenwelt herab, um einen Menschen zu finden, der mich Wert schätzt!“ Sie machte einen Satz und stieg zur Menschenwelt herab.

Sobald die Vase in der Menschenwelt angekommen war, fand sie sich in einem luxuriösen Geschäft wieder. Sie war mit ihrem neuen Zuhause äußerst zufrieden. Als sich die Vase umsah, merkte sie, dass sie im Ausstellungsregal von einer Sammlung antiker Vasen aus verschiedenen chinesischen Dynastien umgeben war. Sie schaute sich selbst an und dachte: “Ich bin eine himmlische Vase. Diese normalen Vasen sind kein Vergleich zu mir!“ Tatsächlich kümmerte sich der Geschäftsbesitzer in besonderer Weise um die Vase. Jeden Tag polierte er sie mit einer besonderen Lotion. Die Vase war mit der Spezialbehandlung sehr zufrieden. Sie wollte dem Mann sagen: „Was für ein Auge für den wahren Schatz! Ich habe die richtige Wahl getroffen, hier herunter zu kommen.“

Eines Tages besuchte ein Mann in einem schäbigen Outfit das Geschäft, doch der Geschäftsbesitzer war überraschend freundlich zu ihm. Er unterhielt den armen Mann sogar mit einem luxuriösen Banquet. Die Vase wunderte sich sehr: “Warum behandelt der Geschäftsbesitzer den Armen wie einen Ehrengast?“ Nach dem Essen nahm der Geschäftsbesitzer die Vase in die Hand. “Hr. Zhang, das ist ein Schatz, den ich erst kürzlich erworben habe. Ein Augenschmaus! Das ist mein wertvollster Schatz!“ Dann sagte er weiter: „Wenn Sie mich nicht aus dem Wasser gerettet hätten, wäre ich gewiss gestorben! Ich werde Ihnen das niemals ganz zurückzahlen können, doch möchte ich Ihnen diese wertvolle Vase als kleine Anerkennung schenken!“ Dann überreichte er dem Gast die Vase.

Überrascht und verärgert, begann die Vase den Geschäftsbesitzer zu hassen. „So, dann bin ich letztendlich nichts anderes für Dich, als ein Geschenk für jemanden! Dazu noch für so einen Mann!“ Die Vase merkte, dass ein Fischgestank von dem Mann ausging und hätte diesen am liebsten erwürgt! Obwohl der schäbige Gast das Geschenk ablehnte, bestand der Geschäftsbesitzer darauf, dass er es annahm. Er sagte: „Wenn sie mein aufrichtiges Geschenk ablehnen, dann werde ich die kostbare Vase an Ort und Stelle zerschlagen!“ So blieb dem Gast nichts anderes übrig, als das Geschenk zu akzeptieren und dem Geschäftsbesitzer Lebewohl zu sagen.

In der Hand des neuen Besitzers reiste die Vase eine raue und holperige Straße entlang, bis sie letztendlich an einem schäbigen Haus ankamen, wo es nach Fisch roch. Die Vase konnte kaum fassen, dass sie ihr neues Leben in einer heruntergekommenen Fischerhütte verbringen sollte. Sobald der Mann das Haus betrat, rief er: „Schatz, ich habe eine Vase mitgebracht! Füll’ Sie sogleich mit Wein. Ich werde sie morgen zum Fischen mitnehmen!“ Dann erschien eine stämmige Frau aus der Küche, griff sich die Vase und verließ das Haus. Da die Hände der Frau rau und fettig waren, fühlte sich die Vase sehr unwohl. Bald darauf war Wein in die Vase gefüllt. Die Vase fand das unerträglich schmerzvoll, als würde sie ersticken! Im Himmel diente sie für Bodhisattva Avalokitesvara’s Elixier und nun wurde sie in der Menschenwelt mit billigem Wein gefüllt.

Nach einiger Zeit war die Vase mit Fett und Schmutz bedeckt. Außerdem hatte sie überall Risse und Einkerbungen. Doch mit der Zeit gewöhnte sie sich an den Geruch von billigem Wein und sah, wie die Menschen auf der Erde den Wein liebten. An den Tagen, wo sie nicht mit Wein gefüllt wurde, fühlte sie einen Schmerz und sehnte sich nach dem Geschmack des billigen Weines, den sie einst so hasste. An einem windigen Tag, nahm der Fischer die Vase wieder zum Fischen mit. Als er die Vase nahm und gerade trinken wollte, traf eine kräftige Welle das Boot, so dass dem Fischer die Vase aus der Hand fiel. Die Vase fiel ins Meer und verlor den Wein. So wurde sie gezwungen eine Menge Meerwasser aufzunehmen.

Nachdem sie lange Zeit im Ozean herumtrieb, dachte die Vase an Bodhisattva Avalokitesvara. Sie fing an, auf Bodhisattva Avalokitesvara zu schimpfen und begann sie zu hassen. Als sie anfing, Bodhisattva Avalokitesvara zu hassen, kam ein scharfer Wind auf und schmetterte die Vase gegen einen Felsen an der Küste. Ein Teil des Deckels brach ab und immer mehr Teile der Vase splitterten. Mit jedem Stück, das abbrach, wurde der Hass der Vase auf Bodhisattva Avalokitesvara größer. Sie begann zudem den Geschäftsbesitzer zu hassen und den Fischer. Tatsächlich hasste sie jeden und alles. Allmählich wurde die Vase ganz mit Sand bedeckt. So konnte sie nicht mehr länger das Tageslicht sehen und fiel langsam zum Boden des Ozeans herab. Sie landete dort, wo es dunkel und still war. Es war so still, dass man den Eindruck hatte, dass die Zeit stehengeblieben ist. Die Vase wurde wahnsinnig, doch war sie vollkommen hilflos. Sand lagerte sich weiter auf der Vase ab. Erst bedeckte er nur die Öffnung der Vase, dann den gesamten Körper. Die Vase spürte das Gewicht des Sands. Sie wollte kämpfen und sich befreien, war jedoch vollkommen ausgeliefert.

Umgeben von völliger Stille und mit dicken Schichten Sand am Boden des Ozeans bedeckt, erinnerte sich die Vase wieder an die Zeit zurück, wo sie neben Bodhisattva Avalokitesvara saß und ihren Erklärungen des Gebotes zu hörte. Während sie sich an die guten alten Tage im Paradies erinnerte, fiel ihr wieder die Herzlosigkeit von Bodhisattva Avalokitesvara, des Geschäftsbesitzers und des Fischers ein. Sie entschied sich, auf sie zu schimpfen und sie zu hassen und verlor allmählich ihre Gedanken. Sie hatte Angst davor, ihr Denken zu verlieren, doch schließlich verlor sie die Fähigkeit zu denken und was übrig blieb, war eine vermoderte kaputte normale Vase im schlammigen Boden des Ozeans.

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