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Deutschland: Wie eine Anti-Folterausstellung die Aufmerksamkeit der Menschen erreicht

Es war ein sonniger Frühlingsmorgen, als ich den Infostand in der Kasseler Innenstadt am Samstag erreichte. Der Standort war gut gewählt, da er sich an einer Kreuzung innerhalb der Fußgängerzone befand und aus verschiedenen Perspektiven einzusehen war. Die Straßenbahnen passierten unseren Infostand, sodass auch viele vorbeifahrende Menschen unsere Plakate, den bunt dekorierten Stand und einen großen schwarzen Käfig sehen konnten, in dem ein Praktizierender viele Stunden aushielt. Es waren zehn Praktizierende am Stand, die abwechselnd Infos verteilten und die Falun Gong Übungen zeigten.

Besondere Aufmerksamkeit erregte der schwarze Käfig, neben dem ein Praktizierender in einer chinesischen Polizeiuniform stand, der einen Folterer darstellte. In überzeugender Weise zeigte er anschaulich, was mit Praktizierenden in China geschieht, die Falun Gong ausüben. Dem Praktizierenden im Käfig wurden zuvor mittels einer Schminktechnik Verletzungen auf die Haut geschminkt, die man auf den ersten Blick für real halten konnte. Aus einem Lautsprecher tönten detaillierte Schilderungen über die in chinesischen Arbeitslagern und Haftanstalten verübten Foltermethoden, die auch durch naturgetreue Farbzeichnungen von diversen Folterszenen unterstützt wurden.

In den Gesichtern der Menschen, die sich zeitweise vor dem Käfig drängten, spiegelte sich Entsetzten, Verwunderung und Unverständnis, sodass viele von ihnen sofort bereit waren, die Unterschriftenlisten zu unterzeichnen. Es führte zeitweise zu kleinen Warteschlangen am Stand.

Die Listen beziehen sich auf die Rettung von Herrn Jiang Renzheng, der in ein Arbeitslager gebracht wurde, nachdem er mit seiner Frau Guo Rui und seinen Kindern von Deutschland nach China abgeschoben wurde. Die zweite Liste bezieht sich auf die Anklage Jiang Zemins (ehemalige chinesische Staatschef und Initiator der Verfolgung) wegen Völkermordes.

Es wurden auch an diesem Tag viele interessante Gespräche geführt, die den Menschen die wahren Umstände näher gebracht haben. Ich habe selten einen Infotag erlebt, an dem sich so viele interessierte Menschen am Stand gegen die Verfolgung ausgesprochen haben, sodass die Unterschriftenlisten mehrmals nachkopiert werden mussten.

Während der Käfig die dunkle Seite der Verfolgung dokumentierte, zeigte sich auch die andere Seite, indem sich viele, besonders Kinder, an unseren Lotusblumen und Lesezeichen erfreuten, die sie kostenlos mitnehmen konnten.

Am späten Nachmittag wurde es allmählich ruhiger am Stand. Es waren deutlich weniger Menschen in der Innenstadt. Einige Praktizierende waren schon gegangen. Neben dem Stand saß nun nur noch ein Praktizierender und zeigte die fünfte Übung. So wurden noch die letzten Infos verteilt und vereinzelte Gespräche geführt. Es gab Anfragen, ob sich diese Anti-Folterausstellung in Kassel wiederholen würde.

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