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Vergnügen mit der Poesie der Tang Dynastie: Das 23. Gedicht aus „ Eine Sammlung von 38 Gedichten mit Gefühlen über Lebenserfahrungen“

Von Chen Ziang

Smaragdvögel bauen ihr Nest an der Küste des Südmeeres.
Die weiblichen und männlichen Vögel begleiten einander im Perlenwald.
Wie könnten sie wohl die Gedanken einer schönen Frau vorhersagen?
Sie schätzt die Federn der Smaragdvögel mehr als Gold.
In dem warmen Forst wurden die Vögel niedergemetzelt.
Ihre Federn wurden an den königlichen Palast ausgeliefert.
Ihre sanften und schönen Federn strahlen einen Glanz aus wie Juwelen.
Die Federn wurden auch noch in anderer Weise benutzt, um den Palast schöner zu machen.
Warum sind die Smaragdvögel nicht weit weg geflogen?
Weil die Jäger im ganzen Wald Netze aufgespannt haben.
Ich glaube, dass es ihre Einzigartigkeit ist, die ihnen zum Verhängnis wird.
Man kann nichts anderes tun als seufzen und mit diesem kostbaren Vogel Mitleid haben.

Es folgt das Gedicht im Original

Über Chen Ziang

Chen Ziang, auch als Chen Boyu bekannt, (661 bis 702 n.Chr.) war ein Pionier der Dichtkunst- Revolution der Tang Dynastie. Er war ein großer Bewunderer des Dichtkunst- Stils der frühen Wei und Han Dynastie. Er legte großen Wert darauf, dass die Dichtkunst ein Mittel sei, eines Dichters edlen Vorlieben und moralischen Wert zum Ausdruck zu bringen. Er hatte etwas dagegen, romantische Gedichte zu schreiben. „Auf einem Torturm in Youzhou“ steht sein berühmtestes Gedicht.

Über das Gedicht

Das Gedicht gehört zu der berühmten Gedichtsammlung “Gefühle über Lebenserfahrungen“. Der Smaragdvogel bezieht sich wahrscheinlich auf den Pfau. Der Perlenwald bezieht sich auf einen Baumtyp, welcher der Zypresse ähnelt. Er hat Blätter in Perlform. Er ist ein exotischer Baumtyp, über den im „Buch der Berge und Seen“ berichtet wird.

Des Autors Deutung

Chen Ziang benutzt in dem Gedicht eine Reihe von Wortspielen. In jeder Zeile schrieb er über den kostbaren Smaragdvogel; in Wirklichkeit aber spricht er über sich selbst. Trotz der Tatsache, dass er mit Traurigkeit erfüllt war, brachte er es fertig, seine Gefühle in nicht erregtem Ton zum Ausdruck zu bringen. Dies zeigt sein großzügiges, vergebendes und tugendhaftes Verhalten, dass das eines Gentlemans ist. Daher macht sein Gedicht zwar traurig; aber es lässt einen nicht vor Zorn in Tränen ausbrechen. Es ist ein ausgezeichnetes Beispiel für ein sauberes, „5 Kennzeichen“, antikes, chinesisches Gedicht der alten Schule.

Als Nächstes wollen wir versuchen, den Sinn hinter den Worten zu deuten.

Die ersten beiden Zeilen:

Chen Ziang ist in der Provinz Sichuan geboren, südwestlich der Hauptstadt Chang’an. Das die Smaragdvögel in einem kostbaren Perlwald wohnen, lässt auf seinen vornehmen Charakter schließen und auf seine Abneigung, die weltliche Welt eine könisglichen Palastes zu betreten.

Zeilen 3 und 4

Die schöne Frau ist die Kaiserin Wu, die den Thron ihres Mannes, eines Tang Dynastie- Kaisers, an sich gerissen hatte und ihre eigene Dynastie, Zhou, begründete. Unglücklicherweise erkannte Wu, Chen Ziangs Talente an und zwang ihn in ihrer Verwaltung zu arbeiten.

Zeilen 5 und 6:

Da Chen Ziang gegen seinen Willen in der Verwaltung der Kaiserin zu arbeiten gezwungen war und fühlte sich, als ob er geschlachtet worden wäre. Er fühlte außer dem, als seien seines Vaters Talente zerrupft und an den königlichen Hof ausgeliefert worden. Man kann wirklich die Qual nachvollziehen (spüren) die der Dichter erlebte.

Zeilen 7 und 8:

Die Federn sind eine Metapher für Cheng Ziangs Talente. Die Kaiserin Wu zwang ihn, seine schöpferischen Kräfte dazu zu benutzen, ihre Fähigkeiten für die Regierungsverwaltung zu verschönern.

Zeilen 9 und 10:

Warum entfloh Cheng Ziang der Kaiserin nicht? Die Provinz Sichuan ist schon recht weit von der Hauptstadt entfernt. Tatsächlich lag sie damals schon dicht an Chinas Grenze. Trotzdem war Chen Ziang nicht fähig, dem Riesennetz der Herrscherin zu entfliehen.

Zeilen 11 und 12:

Der Dichter glaubte, dass es sein außerordentliches Talent sei, das ihm sein tragisches Schicksal einbrachte. Er empfand sein Leben als zerstört und sogar als fortgenommen, als ihn die Kaiserin zum Arbeiten in der Verwaltung benutzte. Die Folge war, dass Chen Ziang sich selbst wegen seines Schicksals bemitleidete.

Traditionsgemäß waren Konfuzius- Gelehrte gewillt, als Regierungsbeamte zu dienen. Viele Regierungsbeamte, die der Tang Dynastie ergeben waren, betrachteten es als ein Unglück für ihren Namen, dass sie in der Verwaltung der Kaiserin Wu arbeiten sollten. Das lag daran, dass diese sich den Thron des Tang Dynastie-Kaisers unrechtmäßig angeeignet hatte. Einige von ihnen, darunter Luo Binwang, einer der größten Dichter der Tang Dynastie, taten sich zusammen, um sie zu Fall zu bringen. Als Cheng Ziang zwangsweise in der Verwaltung der Kaiserin Wu arbeitete, schrieb er dieses Gedicht um seine herzzerreißende Qual und seine unsterbliche Integrität und Loyalität für die Tang Dynastie auszudrücken.

Die heutigen Chinesen könnten nicht weiter weg von Cheng Ziangs schrecklichem Zustand sein. Die alten chinesischen Gelehrten folgten ihren moralischen Wertmaßstäben. Die heutigen Menschen aber würden zu jedem Übereinkommen ja sagen, welches ihre materiellen Bestrebungen befriedigen würde. Selbst wenn das bedeuten würde, dass sie wegen der unmoralischen Methoden, die sie bei ihren Bestrebungen anwenden, zur Hölle verdammt würden. Was für ein Jammer! Chen Ziang bedauerte sich selbst, nun aber bedauern wir die talentierten Menschen in China, die in ihrem hungrigen Streben nach Ansehen und Geld jede Moral und Tugend darangeben.

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