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Geschichten aus dem alten China: Der rechtschaffene Offizier Jia Wang

Gemäß Zi Zhi Tong Jian (Die großen historischen Schriften über Politisierung) während der Sui Dynastie gab es einen Armeeoffizier namens Jia Wang aus der Qi Provinz. Er war mit der Aufsicht über einige Wächter und der Eskortierung von Can Li und weiterer 70 Krimineller in die Hauptstadt beauftragt. Alle Kriminellen waren angekettet. Sie erklommen die Berge und überquerten Flüsse. Nach zahllosen Schwierigkeiten erreichten sie schließlich die Stadt mit dem Namen Niao Yang.

Jia Wang ordnete eine Rast an. Alle Kriminellen legten sich am Straßenrand nieder, jeweils in Zweier- oder Dreier-Gruppen. Sie alle beklagten sich über die hinter ihnen liegenden Strapazen. Selbst die Wächter, welche die Kriminellen eskortierten, waren äußerst erschöpft. Jia Wang betrachtete sie und konnte es nicht mehr ertragen, ihre Leiden weiter mitanzusehen. Er rief sie zusammen und sagte: „Ihr habt die Strafe verdient, weil Ihr die Landesgesetze verletzt habt. Doch die Leute, die Euch eskortiert haben, sind unschuldig. Sie durchleiden dieselben Schwierigkeiten wie Ihr. Schämt Ihr Euch nicht?“

Jia Wangs Worte machten alle Kriminellen so beschämt, dass sie ihr Gesicht nicht mehr zeigen wollten. Jia Wang gab den Befehl heraus, die Fesseln der Kriminellen zu öffnen und entließ die Wächter nach Hause. Jia Wang sagte zu Can Li und den anderen Kriminellen: „Nun habt Ihr nicht weiter unter den Schmerzen der Fesseln zu leiden und die Wächter brauchen Euch nicht mehr zu begleiten und diese Mühen erleiden. Ihr müsst Euch nun selbst in die Hauptstadt begeben. Aber Ihr müsst bis zu dem festgelegten Tag dort sein. Andernfalls muss ich für Euch sterben.“

Can Li und die anderen Kriminellen waren von Jia Wangs Aufrichtigkeit berührt. Sie alle sagten: „Bitte machen Sie sich darüber keine Gedanken. Sie sorgen sich um uns, vertrauen uns und so werden wir unser Versprechen nicht brechen. Jemand, der Jia Wang Probleme bereitet, wird einen schrecklichen Tod erleiden.“

Der festgelegte Tag brach an. Alle Kriminellen trafen planmäßig ein; kein einziger war geflohen.

Nachdem Kaiser Jian Yang diese Geschichte vernommen hatte, war er sehr überrascht. Er ließ Jia Wang zu sich rufen und lobte ihn für seine Vorgehensweise. Er rief auch die Kriminellen, ihre Frauen und ihre Kinder. Er spendete für sie ein Fest und vergab ihnen ihre Vergehen. Der Kaiser erließ auch ein Dekret: „Alle Regierungsbeamten sollen dem Beispiel von Jia Wang folgen, um die gewöhnlichen Menschen mit ihren Tugenden zu rühren. Die gewöhnlichen Menschen sollten sich verhalten wie Can Li und die anderen und sich von bösen zu gutherzigen Menschen wandeln. Wenn das geschieht, wird die Welt friedlich sein und der Tag ohne Strafrecht wird nahe sein.“

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