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Ein Interview mit Charles Lee: Die KPC macht vor nichts Bösem in der Verfolgung von Falun Gong Halt (Teil 2)

Teil 1: http://www.clearharmony.de/articles/200604/30450.html

Mich selbst als Dafa-Praktizierenden betrachten und die Zusammenarbeit mit den Übeltätern verweigern

Weil ich mich immer als Dafa-Praktizierenden betrachtet habe, kann mein Name und mein Ansehen nicht mit dem eines Kriminellen verglichen werden. Ich lehnte die Anforderungen (ein Foto zu machen) immer ab. Sie gaben nicht auf und versuchten mich zu zwingen, mich schuldig zu bekennen, und behaupteten, dass sich das Schuldig-Bekennen in keinem Widerspruch zu dem Appell stehen würde. Ich würde eine Strafminderung bekommen und früher freigelassen werden, wenn ich mich schuldig bekennen würde, und ich könnte – wenn ich frei wäre – appellieren, Dinge erledigen und mehr Geld verdienen.

Die Übeltäter verfolgten mich, indem sie mich durch die Liebe zu meiner Familie zu manipulieren versuchten

Eine sehr boshafte Art von ihnen war, sich die Krankheit meiner Mutter zu Nutze zu machen. Meine Mutter litt an Leukämie. Sie lockten mich: “Wenn du dich schuldig bekennst, kommst du früher raus und kannst dich um sie kümmern.“ Ich gab ihnen zur Antwort: „Mein Verfahren an sich ist schon ohne rechtliche Grundlage. Ich sollte gar nicht hier sein und ich sollte nicht einmal für einen Tag eingesperrt sein. Sie sollten mich bedingungslos frei lassen, sodass ich mich um meine Mutter kümmern kann. Wie können Sie mich zwingen, ein ungesetzliches Verfahren zu akzeptieren und dann ein guter Sohn zu sein? Sie verwechseln richtig und falsch!“

Eine Kombination von sanften und harten Methoden

Polizeibeamte von höheren Polizeibehörden versuchten vernünftig mit mir zu reden. Danach gaben sie mir während des Mitte-Herbst-Festes kleine Geschenke, wie Süßigkeiten und Mondkuchen. Diese wurden in der Gefängnis-Cafeteria gemacht und waren von schlechter Qualität. Sie dachten, sie würden sich mir gegenüber fürsorglich zeigen und erledigten ihre Pflichten in einer menschlichen Weise. Wenn ich ihre Geschenke nicht angenommen hätte, hätten sie denken können, dass mich das kalt lassen würde und dass Falun Dafa-Praktizierende undankbar wären. Sie spielten auf diese Weise Gedankenspiele mit mir. Das passierte während der zweiten Phase, als sie versuchten, mich dazu zu bringen, dass ich mich schuldig bekannte und mich dem „Gesetz beugte“. Das meiste davon ereignete sich im Jahr 2004.

Eines Tages zwangen sie mich, einen Verordnungstest für kriminelles Verhalten zu machen. Ich strich das Wort „kriminell“ auf dem Test durch und schrieb dazu eine freundliche Erklärung: „Ich habe niemals ein Gesetz in China verletzt. Ich bin kein Krimineller. Ich lehne es ab, etwas davon zu akzeptieren.“ Sie begannen damit, mich körperlich und geistig zu bestrafen und zwangen mich, still zu sitzen, ohne mich zu bewegen, und Buße zu tun. Ich musste mich nach dem Frühstück hinsetzen und bis zum Mittagessen sitzen bleiben. Nach dem Mittagessen konnten die anderen ein Nickerchen machen (Mittags ein Nickerchen zu machen, ist sehr gebräuchlich im chinesischen System), doch ich musste weiter bis zu den Abendnachrichten im Fernsehen sitzen bleiben. Danach musste ich für weitere eineinhalb Stunden sitzen, bevor ich mich waschen und ausruhen konnte. Ich saß 20 Tage lang so.

Sie zwangen mich zu arbeiten, was auch eine Methode der körperlichen und geistigen Bestrafung war. Es ist für die Insassen von chinesischen Gefängnissen üblich, Zwangsarbeit zu leisten. Die Sträflinge haben bedingungslos zu gehorchen, eine Weigerung würde sofort zu schwerer Bestrafung führen. Zuerst ließen sie mich nicht arbeiten, weil sie wollten, dass ich meinen Glauben an Falun Gong durch die ständigen Gehirnwäsche-Sitzungen aufgab. Später sahen sie ein, dass ich meinen Glauben nicht aufgeben würde, deshalb versuchten sie, mich dazu zu bringen, dass ich mich schuldig bekannte. Deshalb arbeiteten sie mit den Insassen zusammen. Sie sagten, dass alle tauglichen Häftlinge arbeiten müssten. Ich erkannte die Einstufung als „Krimineller“ nicht an, deshalb weigerte ich mich zu arbeiten. Sie ließen mich still stehen. Wenn ich mich bewegte, traten sie mich, griffen mich verbal an und demütigten mich vor allen anderen.

Sie hatten ein “öffentliches Angriffstreffen”, dies ist ein chinesischer kommunistischer Spruch, den die Amerikaner vielleicht nicht kennen. Ein „öffentliches Angriffstreffen“ wird abgehalten, nachdem ein Häftling gezwungen worden war, einen ganzen Tag lang zu stehen. Nach seiner körperlichen Misshandlung misshandelten sie den Häftling auf psychologische Weise. Sie setzten persönliche Angriffe gegen mich ein und benutzten alle Arten von beleidigenden Worten. Sie bezichtigten mich, einen schwachen Charakter zu haben, und meinten, dass ich nicht wagen würde zu arbeiten. Ihre Attacken waren wirklich boshaft. Einer nach dem anderen führte die „Wagenrad-Attacke“ aus. Halbjährlich – in der Mitte und am Ende jeden Jahres – machten sie eine Insassen-Beurteilung. Ich nahm in den ersten eineinhalb Jahren nicht daran teil.

Ende 2004 versuchten sie, meinen Namen in der Beurteilung mit einem Kriminellen zu verbinden. Ich weigerte mich und beharrte darauf, dass ich kein Krimineller sei und nicht an dieser Aktivität teilnehmen könnte. Sie zwangen mich zu sitzen. Ich schlug vor, das „Insassen-Beurteilungsformular“ in „Gefangenen-Beurteilungsformular“ abzuändern, weil ich gezwungen sei, in einem Gefängnis zu sitzen, obwohl ich kein Verbrechen begangen hätte. Ich sagte, dass ich den Wortlaut „Gefangener“ akzeptieren könnte, nicht jedoch „Insasse“. Sie lehnten es ab. Ich revidierte das Formular zwanzig Mal und verwendete das Wort „Insasse“ nicht. Unter „schuldig bekennen und dem Gesetz folgen“ schrieb ich: „Ich habe diese Verhandlung, die keine rechtliche Grundlage hat, niemals anerkannt und habe niemals den „Insassen“-Status akzeptiert.“ Auf den Umschlag schrieb ich: „Schauen Sie hinein“, weil ich eine Mitteilung anhängte, die ich geschrieben hatte. Das war jedoch nicht das Ende. Sie zwangen mich, für 58 Tage zu sitzen. Später stand ich unter zu großem Druck und war nach zwei Jahren der Verfolgung erschöpft. Ich wies Symptome von frühzeitiger Systole auf. Schließlich hörten sie damit auf, mich zum Sitzen zu zwingen, und der Kampf rund um das Beurteilungsformular war vorbei.

Nach der zweiten Phase im zweiten Jahr waren sie sich bewusst, dass es nur eine winzige Hoffnung gab, dass ich meinen Glauben aufgeben könnte. Sie verloren etwas die Hoffnung, doch unterzogen sie mich weiterhin einer Gehirnwäsche. Seit 2005 bestand die Gehirnwäsche überwiegend aus „Erziehung in Patriotismus“. Sie zwangen mich, die Zeitungen der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) zu lesen, welche die Lüge verfechteten, wie sehr die Menschen die Partei und die kommunistische Doktrin lieben würden. Das einzige Ziel der KPC ist, die Liebe der Menschen zu ihrem Land zu manipulieren, um ihnen einzuflößen, dass die KPC gleich China sei. Sie würden dich beschuldigen, dein Land nicht zu lieben, wenn du ihre Regeln missachtest oder wenn du gegen ihre Verfolgung gegen dich protestierst. Das machten sie im dritten Jahr. Auch zwangen sie mich, patriotische Propagandafilme anzusehen. Obwohl sie wussten, dass dies ein sinnloses Unterfangen war, fuhren sie damit fort.

Die Internierungen der KPC sind nicht rechtmäßig

Reporter: Sie behaupteten, dass Sie chinesische Gesetze verletzt hätten. Wie denken Sie darüber?

Charles Li: Ich denke, ich kann sagen, dass ich von Anfang bis Ende niemals ein Gesetz von China verletzt habe. Die KPC macht in China alle Gesetze. Die chinesische Verfassung besagt, dass chinesische Bürger Redefreiheit und Glaubensfreiheit haben, doch all diese im Gesetz festgelegten Rechte wurden niemals umgesetzt und sie werden den Menschen vorenthalten. Die Verfolgung von Falun Gong ist rechtswidrig, auch entsprechend den Gesetzen der KPC. Ich studierte die chinesischen Gesetze, als ich das Anzapfen des TV-Systems vorbereitete. Alle unsere Techniken und die Dinge, die wir machten, hätten dem Rundfunk und den TV-Anlagen keinerlei Schaden zugefügt. Sie wussten das auch. Während des Verfahrens erlaubten sie mir nicht, relevante Beweise vorzulegen, weil ich ihnen gezeigt hätte, wie das Anzapfen durchgeführt wurde. Doch sie ließen mir den Beweis nicht vorlegen und erlaubten mir auch nicht, dass ich mich selbst verteidigte. Ich hätte ihnen sagen können, warum ich das getan habe, den dahinterstehenden Grund genannt und ob meine Aktion gesetzlich war; ich hätte alles erklären können. Sie erlaubten mir nicht, etwas zu erklären, weil das gesamte Verfahren keine rechtliche Grundlage hatte, deshalb war auch ihr Urteil unrechtmäßig sowie die drei Jahre Inhaftierung im Nanjing Gefängnis. Es gibt keine gesetzliche Grundlage für ihren Beschluss.

Ich hatte immer einen festen Glauben: Ich stelle mich auf die Seite der Gerechtigkeit

Reporter: Nachdem Sie so lange in den USA gelebt haben, wie konnten Sie die drei Jahre Inhaftierung in einem chinesischen Gefängnis ertragen?

Charles Li: Ich dachte, ich befände mich in der Hölle. Doch ich hatte immer diesen einen Glauben, der ist, dass ich auf der Seite der Gerechtigkeit stehe. Sie verfolgten mich auf eine böse Weise, doch all die verschiedenen Methoden, die sie gegen mich anwandten, bestärkten meinen Glauben nur noch, weil, je bösartiger sie waren, desto deutlicher war es, dass ich die richtige Sache machte. Ihr Benehmen war wie ein Feedback für mich zur Überprüfung, ob ich richtig läge. Zusätzlich verliehen mir Dafa-Praktizierende auf der ganzen Welt, andere Menschen, US-Regierungsbeamte auf verschiedenen Rangebenen und NGOs große Unterstützung und baten die KPC mit Nachdruck, mich bedingungslos frei zu lassen. Die Misshandlung, die ich im Gefängnis erlitt, wurde unaufhörlich enthüllt, deshalb nahmen sie ein wenig Abstand davon, mich skrupellos, vielleicht sogar zu Tode zu foltern, so wie sie es mit anderen Falun Dafa-Praktizierenden in China gemacht hatten. Ich denke, dies gehört zu den Gründen, warum ich aushalten konnte.

Reporter: Manche chinesischen Menschen behaupten, dass wir alle chinesisch wären. Warum sind Sie so weit gegangen und haben sich selbst in solche Schwierigkeiten gebracht?

Charles Li: Vor meiner Freilassung meinten sie, dass wir das Image von China durch das Aufdecken der Verfolgung zerstören würden. Ich widersprach: „Ihr selbst zerstört das Image Chinas. Wenn ihr uns nicht verfolgen und den Menschen Freiheit gewähren würdet, wer würde nach China gehen wollen, um über die wahren Begebenheiten aufzuklären? Es gäbe keinen Grund, richtig? Wir sind die Opfer! Wir berichten über die wahren Hintergründe der bösartigen Verfolgung, um diese zu stoppen, deshalb können wir sagen, dass wir das Image von China verbessern, weil wir beweisen, dass es immer noch Menschen mit Gewissen gibt. Wenn jeder angesichts dieser bösartigen Verfolgung schweigen würde, würde das sehr schrecklich sein, es gäbe keine Hoffnung mehr für China. Deswegen sage ich, dass es die bösartigen Verfolger sind, die das Image von China zerstören und nicht wir. Unser Tun hat sogar die gegenteilige Wirkung, indem wir den Menschen Hoffnung geben. Ich hoffe auch, dass alle chinesischen Bürger die Bösartigkeit der KPC klar erkennen können, weil sie die extremsten Taktiken benutzt, um Menschen zu verfolgen.“

Ich werde weiterhin über die wahren Hintergründe der Verfolgung aufklären

Reporter: Jetzt, wo Sie wieder zurück sind, was planen Sie zu tun?

Charles Li: Ich denke dies (mein Fall) ist noch nicht abgeschlossen und die Verfolgung von Falun Gong ist immer noch im Laufen, auch hören wir weiterhin über Falun Dafa-Praktizierende, die zu Tode gefoltert wurden. Deshalb werde ich weiterhin über die wahren Hintergründe der Verfolgung aufklären. Auch wenn mein Fall völlig unrechtmäßig war, werde ich es mit besten Bemühungen und mit verschiedenen Mitteln berichtigen, damit die bösartigen Menschen, die Falun Gong verfolgen, ordnungsgemäß bestraft werden.

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