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Nach 50-jähriger KPC-Treue erwachte mein Vater

Am Abend des 17. Dezember 2001 wurde jeder der über 40 Falun Gong-Praktizierenden eines bestimmten Zwangsarbeitslagers von zwei Gefangenen festgehalten und dazu gezwungen, eine Fernsehsendung über den geisteskranken Patienten Fu Yibin, der seine Frau ermordet hatte, anzusehen. Die Sendung „Fokus Interview“ auf dem Sender CCTV diente zur Verleumdung von Falun Gong. Um mich unter Kontrolle zu haben, hielten mich die zwei Inhaftierten die ganze Zeit über an den Armen fest. In dem Bericht, den wir danach schreiben mussten, erklärte ich, dass die Sendung ausschließlich Lügen enthalte, um zu versuchen, öffentliche Meinungen gegen Falun Gong zu bilden. Als der Instrukteur Lang meinen Kommentar las, sah er mich mit hasserfüllten Augen an.

Einige Tage später wurde ich von Lang in sein Büro gerufen. Seine Augen sahen mich an, als ob eine Beute vor ihm stünde. Er sagte: „Lies diesen Brief aufmerksam durch und sei nicht widerwillig. Dein Vater ist fast 70 Jahre alt. Als ein Vorkämpfer im politischen und gesetzlichen Leben hat er eine Menge Erfahrung. Was er sagt, kann nicht falsch sein. Denke darüber nach und lass dich schnell „umerziehen“, dann wird dir erlaubt, deinen Vater in einigen Tagen zu sehen.“ Ich öffnete den Brief, der mich sehr verletzte. Über 20 Seiten widmete er der Verleumdung von Falun Gong. Es war wie in einer Familiengeschichte von „The People`s Daily“. Mein Vater, der über 40 Jahre lang Mitglied der Partei war und von ihr über 50 Jahre lang erzogen und ausgebildet worden war, schenkte der „Partei“ seinen Glauben!

Im Büro schauten ein Dutzend Instrukteure dabei zu, wie mein grauhaariger Vater mich „erzog“. Der Vater unter Tränen versuchte mich davon zu überzeugen „vom abgekommenen Weg zurück zu kehren“. Instrukteur Lang war für das Treffen verantwortlich. Jedes Mal wenn mein Vater von meinen tief aus dem Herzen kommenden Worten zu Tränen gerührt war, unterbrach mich Instrukteur Lang sofort und wollte meinem Vater mein „Fehlverhalten“ im Zwangsarbeitslager und die Gefahr davon „im bösen Kult verloren zu sein“ erzählen. Als ihre Worte Früchte trugen, konnte mein Vater seine Wut und seine Trauer nicht länger zurück halten und schlug mir ins Gesicht. Er ging weinend davon, während ich ihm nachging und seine Hand fasste, doch er schüttelte sie ab. Ich war mir vollkommen bewusst, wer den Hass in seinem Herzen geschürt hatte.

Im März 2003 verhaftete mich die Polizei erneut. Mein Vater ging zur Polizeiwache und sagte: „Seitdem mein Sohn Falun Gong praktiziert, ist er viel freundlicher zu mir. Er kommt mich jeden Tag zusammen mit meiner Enkeltochter besuchen. So haben wir ein gutes Familienleben.“ Nachdem ich wieder in das Zwangsarbeitslager gebracht worden war, versuchte mein Vater mit jedem aus seinem sozialen Netz, der mir möglicherweise hätte helfen können, zu reden, aber vergeblich. Er ging sogar zum Parteibüro der Provinz für politische und gesetzliche Angelegenheiten. Der Parteisekretär sagte: „Ich kann Ihnen nicht helfen. Zwangsarbeit ist die sanfteste Strafe. Keine Methode, die in Betracht kommt, Falun Gong zu verfolgen, ist zu hart.“ Mein Vater war verzweifelt. Während dieser eineinhalb Jahre alterte mein Vater sehr. Er ließ es nicht zu, dass andere ihm gegenüber „Falun Gong“ erwähnten.

Im Januar 2005 legte ich „Die Neun Kommentare über die Kommunistische Partei“ schnell auf den Schreibtisch meines Vaters. Ich half gerade dabei, einen Computer zu installieren und einen Internet- Anschluss für meinen Vater einzurichten. Mein Vater begann die Webseiten wie www.dajiyuan.com (Epoch Times), www.secretchina.com und www.renminbao.com zu lesen. Im März sagte sich mein Vater, der über 40 Jahre lang Parteimitglied gewesen war, von der Partei los, indem er ihr mit einem Pseudonym auf der Webseite Dajiyuan abschwörte. In seiner Erklärung gab es einen Satz: „Ich bin mein ganzes Leben von der Partei betrogen worden und nun verlasse ich die Partei, die mir meine Moral zerstört hat.“

Im Februar 2006 bekam ich im Ausland einen Anruf von meinem Vater. Er sagte: „Du bist im Ausland sicherer und ich bin erleichtert. Nun besuche ich www.dajiyuan.com und www.minghui.org jeden Tag und versuche Menschen, auch meine alten Armeefreunde, davon zu überzeugen, aus den Organisationen der KPC auszutreten. Mindestens zehn Menschen sind schon ausgetreten. Kannst du mir dabei helfen, eine Ankündigung in Minghui.org zu machen, dass ich die schlechten Dinge, die ich über Falun Gong und den Lehrer gesagt habe, als ich getäuscht war, zurücknehmen möchte? Ich möchte mich entschuldigen.“ Tränen stiegen mir in die Augen, als ich dies hörte.

Im März 2006 erzählte mir mein Vater am Telefon: „Ich drucke Dutzende von Informationsmaterialien über die Todeslager wie Sujiatun und gebe sie den Menschen, damit die Partei schneller zu Fall kommt.“

Ich vermisse meinen Vater. Obwohl zwischen uns Tausende von Kilometern liegen, habe ich mich in meinem ganzen Leben noch nie so nah bei meinem Vater gefühlt, wie jetzt.

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