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Alte Kultivierungsgeschichte: Gesegnet mit Tugend

Li Yu, aus dem Landkreis Jiangyang, Guangling, einer Stadt in der Tang Dynastie (618 – 907 n. Chr.) war ein besonders gütiger und besonnener Mann aus einer Familie, die seit Generationen in der Stadt Getreide verkaufte. Im Alter von 15 Jahren übertrug ihm sein Vater die Familiengeschäfte.

Wenn Kunden kamen, überließ er ihnen seine Waage und erlaubte ihnen, sich ihr Getreide selbst abzuwiegen. Außerdem berechnete er seinen Kunden noch nicht einmal den marktüblichen Preis und gab sich mit einem kleinen Profit aus dem Verkauf zufrieden, wenn es nur zur Unterstützung seiner Eltern ausreichte.

Paradoxerweise wurde die Familie Li über die Zeit hin wohlhabender. Neugierig geworden, fragte sein Vater ihn, wie er das schaffte. Li Yu erzählte seinem Vater, auf welche Weise er seine Geschäfte abwickelte.

Der Vater war von der Geschichte des Sohnes berührt. „Als ich noch arbeitete, wusste ich, dass die Menschen in diesem Gewerbe immer versucht hatten, mit besonderen Tricks bei den Gewichten mit unterschiedlichen Größen, einen Extraprofit herauszuschlagen“, sagte der Vater. „Sie benutzten die leichteren Gewichte beim Verkauf und die schwereren beim Einkauf. Obwohl die Regierungsbeamten im Frühjahr und Herbst kamen, um die Gewichtsfeststellungs-Einrichtungen zu kontrollieren, blieb die Betrügerei immer die gleiche. Ich habe immer die gleichen Gewichte verwendet und gedacht, ich bin immer und allen gegenüber fair. Nun habe ich gesehen, wie Du dies gemacht hast und ich komme mir kleinlich vor. Trotz Deiner Art, Geschäfte zu machen, schaffst Du es dennoch, genügend Nahrung und Kleidung für die Familie zu verdienen. Gott unterstützt Dich wirklich, tut er das?“

Li Yu verkaufte immer noch Getreide, als er schon 80 wurde. Es geschah, dass der Premierminister, der zum Gouverneur im Süden des Flussgebiets Huaihe berufen war, denselben Namen hatte – Li Yu. Aus Bescheidenheit und Respekt, tauschte Li Yu, der im Getreidegeschäft handelte, seinen Namen in Li Kuan. Als der Premierminister Li Yu sein Amt übernahm, tat er eine Menge guter Dinge für die Menschen, er baute Straßen und unterstützte die Armen. Eines Nachts hatte er einen Traum, in dem er in eine riesige Höhle hineinging. Er war geblendet von dem, was er erblickte: Der Frühling stand in voller Pracht mit im Überfluss blühenden Blumen und Vögel flogen durch farbige Wolken. In einer Steinmauer eines Pavillons waren zwei goldene chinesische Schriftzeichen eingraviert – Li Yu. Freudig erregt dachte Li Yu bei sich, diese Segnung ist das Resultat meiner Dienste an der Gesellschaft, während meiner Amtszeit. Sicherlich werde ich in der Zukunft ein Unsterblicher werden. In dem Moment, als er sich so freute, erschienen zwei Elfen. Li Yu fragte sie, was für ein Platz dies sei. Worauf sie antworteten: „Dies ist die Sonnenhöhle des Himmels.“ Sie erzählten ihm auch, dass der auf dem Stein eingravierte Name nicht sein Name sei. Erstaunt fragte Li Yu, welcher Person der Name gehöre. Die eine der Feen sagte dann: „Diese Person ist ein Bürger im Landkreis Jiangyang.“

Nach seiner Rückkehr begann Li Yu nach diesem Bürger zu suchen, der auch Li Yu hieß. Nach großer Mühe erfuhr er, dass Li Kuan aus dem Landkreis Jiangyang der Mann war, nach dem er suchte. Er erfuhr auch, dass dieser Li Kuan Kultivierender war, der seit dem Alter von 60 einige Kultivierungsmethoden lernte. So ließ sich Li Yu herab, Li Kuan in seiner Wohnung aufzusuchen, in der Hoffnung, er könnte von ihm einige taoistische Techniken erlernen.

Anstatt Li Yu einige taoistische Techniken beizubringen, erzählte ihm Li Kuan lang und breit darüber, wie er Getreide an seine Kunden verkaufte. Nachdem er die Geschichte von Li Kuan vernommen hatte, staunte Li Yu: „Du hast etwas getan, was gewöhnliche Menschen nur sehr schwer fertig bringen. Ich habe nicht so viel zu Wege gebracht, bei der Sammlung von Tugend.“ Li Yu machte ein kleine Pause und fuhr dann fort: „Nun aber weiß ich, dass es wahre Gerechtigkeit in der menschlichen Welt gibt.“ Wenn jemand Tugend ansammeln kann, sogar wenn er in diesem Moment arm ist, wird Gott ihn dennoch beschützen und seinen Namen in die Liste der Unsterblichen aufnehmen. Deshalb können die Menschen der Welt eine Lektion daraus lernen.“ Auf die wiederholten Bitten von Li Yu, lehrte ihn Li Kuan einige Methoden der Kultivierung von Wahrhaftigkeit und der Pflege des menschlichen Charakters.

Li Kuan war auch noch gesund, als er schon über 100 Jahre alt war. Eines Tages erzählte er seinen Kindern und Enkelkindern: „Ich bin nun schon so lange in dieser Welt gewesen und für Euch nicht mehr von Nutzen, also werde ich mich nun jeden Tag selbst kultivieren.“ Nicht lange danach, verschied er mitten in der Nacht. Drei Tage danach hörte die Familie seinen Sarg bersten, und als sie kamen um nachzusehen, fanden sie Li Kuans Kleider zurückgelassen, wie sie waren, sein Körper aber war weg. Was passiert war? Li Kuan war zu einem Unsterblichen geworden und hatte die menschliche Welt verlassen. Höchst wahrscheinlich ging er in die Sonnenhöhle des Himmels ein, von welcher, der Premierminister Li Yu einst geträumt hatte.

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