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Geschichten aus dem alten China: Cheng Hao, der nachdenkliche Gelehrte

Cheng Hao war ein Gelehrter in der Nördlichen Song Dynastie im alten China. Er hatte immer den starken Wunsch, anderen Menschen zu helfen und es den gewöhnlichen Menschen angenehm und bequem zu machen. Daher sorgte er, ganz gleich wohin ihn sein offizieller Posten führte, für die Einwohner, so als seien sie seine Verwandten. Als er im Regierungsbezirk Fugou einen Posten hatte, half er den dortigen Bewohnern, viele wirkliche Schwierigkeiten zu lösen.

Als er dort ankam, hörte er, dass die örtliche Wasserversorgungsquelle versalzen war. Er fragte seine Leute: „Wie können die Menschen weiterhin versalzenes Wasser trinken?“ Man antwortete: „Sie können sich die hiesige Lage nicht gut vorstellen. Die einzige Quelle, aus der in der Nähe gutes Wasser kommt, befindet sich im Schlafraum der Mönche im Tempel und Frauen ist es nicht erlaubt, ihr Wasser dort zu holen.“ Nachdem sich Cheng mit Helfern beraten und die Sache überdacht hatte, entschloss er sich, einen neuen Brunnen zu bauen, der die gleiche unterirdische Quelle benutzte. Und so wurde das Wasserproblem gelöst. Alle Menschen erklärten: „Der Magistrat Cheng hat unser Wasserproblem gelöst, dass schon so lange bestand.“

Wang Zhongzheng war ein Inspektor und ein Favorit des Kaisers. Überall, wohin er kam, pflegten die Beamten eine Menge Geld auszugeben, um ihm zu gefallen. Als er nach Fugou kam fragten die dienst habenden Beamten Cheng, wie man sich Wang Zhongzheng gegenüber verhalten sollte. Cheng Hao antwortete unverblümt: „Unser Bezirk ist arm. Wie könnten wir wie die anderen Bezirke so viel Geld für ihn ausgeben? Außerdem gehört das Geld der Bevölkerung. Wir sollten ihr Geld nicht leichtfertig ausgeben.“ Die Aufrichtigkeit von Cheng Hao flößte Zhongzheng Ehrfurcht ein. Solange Cheng Hao sich dort aufhielt, kam er nie mehr in den Bezirk.

Cheng Hao schrieb an einen Freund: „Ich glaube daran, dass man die Bürger durch Menschlichkeit erziehen kann.“ Einmal wurde ein Dieb festgenommen. Cheng sagte zu ihm: “Wenn Du versprichst, Dein Verhalten zu ändern, werde ich deinen Fall mit Nachsicht behandeln.“ Der Dieb versprach, sich zu ändern und Cheng ließ ihn laufen. Als dieser Dieb erneut wegen eines Diebstahls festgenommen wurde, war er so beschämt, Cheng wieder zusehen, dass er sich umbrachte.

Als Cheng Hao den Bezirk Fugou verlassen musste, drängten ihn die Einwohner tränenreich, zu bleiben.

Als er Beamter im Bezirk Shangyuan war, befand sich der Beitang- Deich im Verfall und ihm stand eine nötige Reparatur bevor. Wenn die nicht gemacht würde, würden die Reisfelder in großer Gefahr sein. Diese Arbeit erforderte eine Menge Arbeitskräfte und Cheng wusste, dass es zu spät sein würde, wenn er die Genehmigung seines Vorgesetzten zum Beginn der Reparatur abwarten würde. Er organisierte die Menschen schnell, um den gebrochenen Deich zu reparieren und danach berichtete er seinem Vorgesetzten, was er gemacht hatte. Sein Assistent sagte zu ihm: „Wissen Sie nicht, dass Ihr Vorgesetzter es Ihnen schwer übel nehmen wird, dass Ihr die Reparatur ohne seine Genehmigung ausgeführt habt?“
Cheng Hao antwortete: „Ich hatte keine andere Wahl. Wenn ich gewartet hätte, bis mein Vorgesetzter mir Helfer schickt, wäre der Ernteertrag dahin. Wie hätten sich die Menschen im kommenden Jahr ernähren sollen? Nebenbei tat ich es ja für die Menschen, und auch, wenn ich bestraft werden sollte, würde ich nicht zögern, es noch einmal zu tun.“

So wurde der Deich unter seiner Führung und Aufsicht schnell geflickt, sodass die Ernte in jenem Jahr ungewöhnlich gut war. Die Landbewohner sagten: „Wir haben Glück, dass wir Cheng Hao als Magistrat des Bezirks haben. Er ist so ein freundlicher und aufmerksamer Beamter!“

Die überlieferte chinesische Kultur sagt: „Behandle die Freuden dieser Welt als deine eigenen; behandle die Sorgen der Walt als deine eigenen Sorgen.“ Beamte, die solche Worte glauben, möchten den gewöhnlichen Menschen Gutes entgegen bringen. Sie sorgen sich um die Leiden der gewöhnlichen Bürger und versuchen, sich um sie zu kümmern. Gleichermaßen versuchen sie, mit ihrer Tugend die Moral der gewöhnlichen Menschen zu verbessern. Das ist die führende politische Philosophie, die durch die Jahrhunderte hin der Schule des Konfuzius folgt.

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