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Geschichten aus dem Alten China: Tue niemals etwas, wovon du nicht möchtest, dass andere es erfahren

In der traditionellen chinesischen Kultur wird Wert auf Selbstdisziplin gelegt. Man soll ein edler und würdevoller Mensch sein und es unter allen Umständen schaffen, ruhig zu bleiben. Auf diese Weise hat mein ein reines Gewissen und hinterlässt keine Reue.

Der berühmte Gelehrte Su Shi (1037-1101), aus der nördlichen Song Dynastie (960-1127), hörte einmal eine Geschichte von seinem jüngeren Bruder. Die Geschichte handelte davon, eine bestimmte Person wiederauferstehen zu lassen. Als diese Person noch „tot“ war, fragte dieser die Zuständigen in der Unterwelt, wie er sich kultivieren könne, um Sünden zu begleichen.

Die Zuständigen meinten, er solle ein Notizbuch führen und dort alles niederschreiben, was er am Tage getan hatte. Wenn es irgendetwas gäbe, dass zum niederschreiben zu schändlich wäre, dann seien das die Taten und Worte, die er nicht hätte tun sollen. Die Zuständigen der Unterwelt rieten ihm außerdem, oft zu meditieren, um ein langes Leben zu haben, denn kein Medikament der Menschenwelt sei so effektiv, wie die Meditation. Meditation habe keine Nebenwirkungen und koste auch nichts. Es sei eine Schande, dass es kaum Menschen gebe, die meditierten. Su Shi nannte den Titel dieser Geschichte „Wie man kultiviert”, um sich selbst zu ermutigen, niemals damit aufzuhören, seine wahre Natur zu fördern.

Su Shi sagte, dass uns unsere Vorfahren mit dieser Geschichte lehren, niemals solche Dinge zu tun, für die Du Dich schämst, wenn andere sie erfahren. Sima Guang (1019-1086, ein berühmter königlicher Redakteur in der Nördlichen Song Dynastie) sagte, „Ich habe keine außergewöhnlichen Talente, doch bei allem, was ich in meinen Leben tat, schäme ich mich nicht, es anderen zu erzählen.“ Su Shi lobte diese wahren Worte und dachte sich, „Ihnen sei es vergönnt, davon zu lernen.“

Der berühmte Höfling Fan Zhongyan (969 – 1052, lebte ebenfalls in der Nördlichen Song Dynastie) hielt am Abend eine „Gewissenssitzung”, um sich selbst zu prüfen, ob sein Gehalt in Anbetracht dessen, was er am Tage vollbracht hatte, angemessen war. Hatte er ein reines Gewissen, konnte er friedlich und ruhig schlafen, wenn nicht, konnte er kein Auge zu machen, denn er musste es am nächsten Tag wieder gut machen.

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