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Rede vom Sprecher der IGFM Arbeitsgruppe München beim Fackellauf in München: Keine Olympischen Spiele 2008 in Peking!

Rede von Jürgen Thierack, Sprecher der IGFM Arbeitsgruppe München, beim Fackellauf in München am 25.08.2007

Ich bin Jürgen Thierack und vertrete die münchener Arbeitsgruppe der Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, IGFM.

Die IGFM ist eine gemeinnützige Organisation, die schon seit mehr als 30 Jahren für die weltweite Verwirklichung der Menschenrechte arbeitet. Wir unterstützen Menschen, die sich gewaltlos für die Verwirklichung der Menschenrechte in ihren Ländern einsetzen oder verfolgt werden, weil sie ihre Rechte einfordern. Unser „Grundgesetz“ sind die UN-Menschenrechts-Erklärung vom 10. Dezember 1948 und die dazugehörigen Pakte für bürger-liche und politische Rechte, der Pakt gegen Folter, die Flüchtlingskonvention und andere Abkommen der Vereinten Nationen.

Wir in München haben den Schwerpunkt China und Tibet. Auf unserer Webseite, http://www.igfm-muenchen, befindet sich die umfangreichste Sammlung von Dokumenten zum Thema Tibet und Menschenrechte in deutscher Sprache. Wir kooperieren mit anderen Organisationen und Initiativen, darunter auch Exilorganisationen von Chinesen, Uighuren und Tibetern.

Im März diesen Jahres sprach der kanadische Menschenrechtsanwalt David Matas auf einer öffentlichen Veranstaltung in München, die wir zusammen mit der Zeitschrift Neue Epoche organisiert haben. David Matas ist einer der beiden Verfasser eines Untersuchungsberichts über das traurige Thema „Organraub und Organhandel in China“. Der andere Verfasser ist der ehemaligen kanadische Staatssekretär http://www.igfm-muenchen.de. Auf der Grundlage offizieller Daten und Angaben zeigt der Bericht, dass die Herkunft der Organe für über 41.000 Organtransplantationen, die in China seit 2001 vorgenommen wurden, nicht nachvollziehbar ist und sie nicht nur von Exekutierten stammen können.

Kilgour und Matas sind nach ihren Recherchen zu der Überzeugung gekommen, dass in China neben zum Tode verurteilten Strafgefangenen auch Falun Gong-Anhänger als lebende Organspender mißbraucht werden und zwar in hoher Anzahl. Diese nur aufgrund ihres Glaubens inhaftierten chinesischen Bürger sterben alle im Verlauf der Organentnahme, ihre Organe werden verkauft. Auch Ausländer zählen zu den Organempfängern. Inzwischen wird die führende Rolle des Militärs immer deutlicher, weil das Militär sich – wie auch das Gesundheitssystem – teilweise selbst finanzieren muss. Viele Transplantationszentren sind Militärkrankenhäuser, die nicht dem Gesundheitsministerium unterstellt sind.

Die Konvention der UN definiert Völkermord in Artikel II als „eine der folgenden Handlungen, begangen in der Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören“:

das Töten von Angehörigen der Gruppe

das Zufügen von schweren körperlichen oder seelischen Schäden bei Angehörigen der Gruppe

die absichtliche Unterwerfung unter Lebensbedingungen, die auf die völlige oder teilweise physische Zerstörung der Gruppe abzielen

die Anordnung von Maßnahmen zur Geburtenverhinderung

die gewaltsame Überführung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe
Mit Ausnahme von Kriterium 4), das sich mit Geburtenverhinderung befasst, treffen alle Merkmale eines Völkermordes auf Verfolgung der Falun Gong-Meditationsbewegung zu!

Über 3000 Tote der Verfolgung sind namentlich bekannt. Möglicherweise gibt es die zehnfachen Zahl an Opfern, deren Namen unbekannt sind.

Völkermord und Olympische Spiele passen nicht zusammen!

Im Jahr 2002 gab sich IOC Präsident Rogge überzeugt, die Vergabe der Olympischen Spiele werde die Menschenrechtssituation in der VR China bessern. Wörtlich sagte er der BBC am 24. April 2002: „We are convinced that the Olympic Games will improve human rights in China“.

Jetzt im Jahr 2007, ein Jahr vor der geplanten Eröffnung der Spiele, können von Verbesserungen weder chinesische Dissidenten und Demokraten, noch die Exilorganisationen der Tibeter und Uighuren berichten. Auch keine der internationalen Menschenrechtsorganisationen hat Verbesserungen feststellen können. Was die Verfolgung der Falun Gong-Bewegung betrifft, muss man sogar von einer drastischen Verschlimmerung reden !

Francois Carrard, Exekutiv-Direktor des IOC sagte am 13. Juli 2001 hinsichtlich Chinas: „We are taking the bed that seven years from now we will see many changes“. Er meinte natürlich Veränderungen zum Besseren. Er hat seine Wette verloren. Alle Hoffnungen, die sich an die Vergabe der Olympischen Spiele an Peking richteten, wurden enttäuscht.

Darum sollten die Olympischen Spiele 2008 nicht in der VR China stattfinden!

http://www.cipfg.de/front_content.php

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