Share on facebook
Share on twitter
Share on telegram
Share on google
Share on email
Share on print

Geschichten aus dem alten China: Sima Guang’s Verständnis über Begabung und Tugend

Sima Guang (1019 – 1086 n. Chr.) war ein aufrichtiger Gelehrter, Staatsmann und Poet. Er erstellte „Zi Zhi Tong Jian“, d. h. „Allumfassender Spiegel zur Unterstützung bei Staatsangelegenheiten“, eine generelle Chronik der chinesischen Geschichte von 403 v. Chr. bis 969 n. Chr. Dies wird als bestes Einzelgeschichtswerk der Nördlichen Song Dynastie (960 – 1127 n. Chr.) betrachtet. Sima Guang ordnete Personen auf der Basis ihrer Tugend und Begabung in vier Gruppen ein: Die Scharfsinnigen – die sowohl Tugend, als auch Begabungen haben; die Albernen – die weder Tugend noch Begabungen haben; die Edlen – die zwar Tugend, jedoch keine Begabungen haben; und die Geringeren – die zwar Begabungen, jedoch keine Tugend haben.

Wenn es an der Zeit ist, einen Beamten einzusetzen, würde die erste Wahl auf eine scharfsinnige Person fallen. Die zweite Wahl wäre dann, eine edle Person. Könnte weder eine scharfsinnige noch eine edle Person gefunden werden, wäre es nach der Meinung von Sima Guang besser, eine alberne Person einzusetzen, als eine geringere. Denn Menschen mit Begabungen, doch ohne Tugend sind die gefährlichsten. Sie wären schlimmer als jene, die weder Talente noch Tugenden besitzen, so sagt er.

Sima Guang glaubte, dass ein Edelmann mit Begabungen gute Taten vollbringen könnte, während ein Geringerer leicht seine bösartigen Seiten zeigen würde. Wenn dieser Geringere sich viel Mühe geben würde, wären seine Werke wohl sehr brutal und gewalttätig, vergleichbar mit einem Tiger, dem man ein Paar Flügel verleiht. Der Schaden würde unermesslich sein.

Weiterhin erläuterte Sima Guang, dass eine Person mit Tugend von anderen respektiert wird und eine Person mit Begabungen beliebt ist. Jedoch eine hochrespektierte Person könnte jemanden auf Abstand halten, während allerdings eine beliebte Person, Menschen generell anzieht. Daher mag man als sorgfältig Prüfender die Tugend leicht übersehen, von den Talentierten jedoch überwältigt sein. In der Geschichte waren fast alle törichten und hemmungslosen Kaiser, verräterischen Beamten und verschwenderischen Söhnen, talentierte Menschen, denen es an Tugend mangelte. Es gab zu viele Beispiele solcher Menschen, die den Niedergang ihrer Länder oder Verluste für ihre Heimat bewirkten. Die berüchtigten Kaiser wie Yin Zhouwang, Zhou Youwang, Sui Yangdi usw. waren alle talentiert, doch es mangelte ihnen an Tugend. Sie waren alle mindere Personen, die ihren Ländern Katastrophen bescherten.

Yin Zhouwang zum Beispiel war intelligent und klug. Er war körperlich sehr stark und konnte ein wildes Tier mit den Händen besiegen. Doch oftmals verheimlichte er seine Fehler, blieb Empfehlungen gegenüber taub und verhielt sich den himmlischen Gottheiten gegenüber respektlos. Er war überzeugend und stellte seine Talente gerne zur Schau. Er hatte das Gefühl, die ganze Welt wäre ihm unterlegen und er war grausam und brutal. Er folterte loyale Befürworter mit glühenden Eisen, schnitt Frauen den Bauch auf, um eine Schwangerschaft zu prüfen, brach die Knochen von jemandem, um das Mark zu gewinnen und zerteilte seinen eigenen Onkel bei lebendigem Leibe, um an sein Herz zu gelangen. Schließlich wandten sich die Feudalherren und sein Volk gegen ihn. Yin Zhouwang wurde von Zhou Wuwang besiegt und seines Königreichs beraubt. Er starb in einem Opferfeuer und sein Name wurde zu einem Gegenstand des Gelächters in der Geschichte.

Daher wiederholte Sima Guang bei der Auswahl eines Kaisers oder der Einsetzung eines Beamten immer wieder, dass Tugend vorrangig ist.

Quelle: Song Geschichte – Biographie von Sima Guang

Das Neueste

Archiv

Weitere Artikel zu diesem Thema