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Die Tradition der Kultivierung in China

China ist ein Land mit hoher Kultur und es ist auch ein Land der Kultivierung.

Sich kultivieren, also sich sowohl moralisch als auch körperlich läutern, ist zwar für die westlichen Menschen ein neuer Begriff, aber wenn man weiter erklärt, dass es sich hier um eine Übungspraxis für Körper und Geist handelt, ist das auch für einen westlichen Menschen durchaus verständlich.

Kultivierung blickt in China auf eine lange Vergangenheit zurück. Seit Tausenden von Jahren praktizierten die Menschen im Osten verschiedene Kultivierungswege bzw. -schulen. Es gibt im Großen und Ganzen zwei große Richtungen: die taoistische und die buddhistische.

Die taoistischen Kultivierungsschulen entstanden hauptsächlich in China, laut geschichtlichen Aufzeichnungen gab es vor 5000 Jahren in China schon Tao-Kultivierende. Ungefähr vor 2500 Jahren wurde Laotse im Lande Chu in China geboren. Er hat den Menschen ein Buch, das „Tao-te-king“, hinterlassen. Dieses Buch wurde später als heilige Schrift der taoistischen Schule betrachtet und Laotse als der Gründer des Taoismus.

Die Taoisten kultivieren sich, indem sich die meisten von ihnen in die tiefen Wälder oder ins Gebirge zurückziehen und sich dort alleine kultivieren. Bei der Kultivierung der taoistischen Schulen legt man Wert auf „Wahrhaftigkeit“. Man redet davon, das Wahre zu kultivieren, das Naturell zu vervollkommnen, Wahres zu sagen, Wahres zu tun, ein wahrer Mensch zu sein, zum Ursprung, zum Wahren zurückzukehren, und zum Schluß wird man durch Kultivierung zu einem „wahren Menschen“

Die Taoisten legen Wert auf körperliche Übungen. Die taoistischen Meister wählen ihre Schüler aus, und zwar nur solche, die schon ein sehr hohes Xinxing (moralische Qualität) besitzen. Man bringt den Menschen zwar komplizierte körperliche Bewegungen bei, aber an erster Stelle steht, dass man auf De(Tugend) achten muss. Sonst hat man umsonst praktiziert und es unterscheidet sich dann nicht mehr vom Sport.

Eine der bekanntesten taoistischen Schulen ist Tai Chi, sie wurde von dem berühmten Taoisten Zhang Sanfeng aus der Ming-dynastie (1368-1644 n. Chr.) überliefert. Nach 1950 war diese Schule so weit verbreitet, dass Millionen von Chinesen sie praktizieren. Daraus haben sich verschiedene Richtungen entwickelt, z. B. Tai Chi Chuan, Tai Chi Schwert usw.. Später wurde diese Schule auch in westliche Länder verbreitet, so dass es jetzt auch hier im Westen viele Menschen dies praktizieren. Der Name „Tai Chi“ ist fast schon allen bekannt.

Einige Begriffe, wie z. B. das „Tao“, Yin und Yang, I Ging, Acht-Diagramme usw. stammen aus den taoistischen Schulen. Ein Symbol des taoistischen Systems ist das Tai Chi

Ganz auf ihre Bewegungen konzentriert machen die örtlichen Einwohner ihre Tai Chi Chuan Übungen in einem Park in Shanghai. Tai Chi Chuan besteht aus Meditation und Körperbeherrschung und wird in China seit über 1000 Jahren gelehrt und praktiziert. Für Millionen Chinesen sind die täglichen Übungstechniken für Gesundheit und Wohlbefinden sehr wichtig.

Die zweite große Richtung ist die buddhistische. So wie Laotse wurde auch der Prinz Siddharta Gautama vor ungefähr 2500 Jahren in Nordostindien geboren. Im Alter von 30 Jahren hatte er den Palast seines Vaters verlassen, er hätte auch König werden können, schlug aber den Weg der Kultivierung ein. Nach langwierige und harte Meditation erlangte er die „Erleuchtung“. So ist er „Buddha“ geworden, d. h. ein durch Kultivierung zur Erleuchtung gekommener Menschen. Er hieß dann Buddha Shakyamuni.

Danach rief er Schüler zusammen und begann sie zu lehren, ihnen sein Dharma zu überliefern. Insgesamt lehrte er seine Jünger 49 Jahre lang. Er starb im Alter von 80 Jahren. Er gilt als Gründer des Buddhismus. 500 Jahre später haben seine Nachfolger seine Worte aus der Erinnerung heraus niedergeschrieben und als buddhistische Sutren, buddhistische heilige Schriften zusammengefasst. Sie begannen auch, das Dharma und die Gebote des Buddha Shakyamuni im Osten zu verbreiten. Es tauften einige Reformationen auf und so entstanden der sogenannte Mahayana-Buddhismus und der Hinayana-Buddhismus.

Die Buddhisten kultivieren sich fast genau so wie die westlichen Mönche, indem sie ihr Heim verlassen und sich in den Tempel begeben. Dort leben sie zusammen mit ihren Mitkultivierenden und führen ein religiöses Leben. Bei der Kultivierung in den buddhistischen Schulen legt man großen Wert auf die „Barmherzigkeit“. Ihr Ziel ist, sich selbst sowie die anderen zu erlösen. Stirbt ein Mönch, wird gesagt, er sei „ins Nirwana gehen“, d. h. der fleischliche Körper wird zurückgelassen und der Urgeist steigt mit seiner Kultivierungsenergie, die er während seiner Kultivierung gewonnen hat, in den Himmel.

Die Buddhisten legen nicht so großen Wert auf körperliche Übungen wie die Taoisten. Sie halten streng die Gebote ein und verbessern ständig ihr Xinxing. Sie müssen die buddhistischen Sutren fleißig studieren und versuchen, sie in ihrem täglichen Leben zu verwirklichen. In der Regel sollen sie auch meditieren, und das mitunter sehr lange. Es gibt relativ viele buddhistische Schulen. Einige davon sind die Tiantai-Schule, die Huayan-Schule, die Zen-Schule, die Jingtu-Schule (die Reine-Land-Schule), den Tantrismus (in Tibet) und so weiter. Im Laufe der Zeit findet auch der Buddhismus seinen Weg nach Westen, so dass er den Menschen auch hier in Deutschland nicht mehr fremd ist. Fast überall kann man Veranstaltungen von Buddhisten finden und nicht wenige Menschen schlagen einen buddhistischen Weg ein.

Ein Symbol des buddhistischen Systems ist das Swastika, ein Symbol, das in vielen Kulturen verwendet wird.

Der Einfluß des Buddhismus ist in den Steinmeißelarbeiten und Wandmalereien in den Höhlen von Longmen (auch Lung-men-Höhlen genannt) in der Provinz Henan, nahe der Stadt Luoyang, deutlich sichtbar. In über 1300 Höhlen sind hier fast 1000 Buddhastatuen aus Stein und 3600 Steintafeln mit Inschriften aus dem 5. bis 7. Jahrhundert zu finden. Unter den vielen noch erhaltenen Kunstwerken der buddhistischen Kultur sind die Schätze dieser Höhlen eine reiche Informationsquelle für die Geschichte Chinas.

Obwohl die traditionellen Kultivierungswege schon solch eine lange Geschichte haben, geschieht ihre Überlieferung jedoch nicht immer reibungslos. Vor allem während der Kulturrevolution (1966-1976) wurden fast alle Traditionen zerstört, und so auch die taoistischen und buddhistischen Traditionen. Unzählige Tempel und Klöster wurden abgerissen und die Mönche und Nonnen wurden sehr schlimm verfolgt. Die Statuen der Buddhas und der Taoisten wurden zerschlagen oder verbrannt. Unter Anleitung des „Materialismus“ und „Maoismus“ sollte alles, was mit der führenden Ideologie nicht übereinstimmte, vernichtet werden – so dachten die damaligen Menschen. Und so geschah es auch.

Aber dann taucht unbemerkt – doch später mit Aufmerksamkeit verfolgt – etwas ganz „Neues“ auf: Qi Gong. Plötzlich tauchten zahlreiche Qigong-Meister auf, die „Wunder“ vollbringen konnten. Sie heilten Menschen, indem sie einfach ihre Hand auf den Kranken legten; sie führten vor, wie sie einen Gegenstand aus einer verschlossenen Flasche mit Hilfe ihrer „Gedanken“ herausholten; sie konnten sehen, was gerade in einem weit entfernten Land passierte, und danach wurde dafür tatsächlich der Nachweis erbracht; usw. Daraufhin fingen vor einigen Jahren Massen von Menschen an, Qi Gong zu üben, meistens jeden Morgen in den Parks, in denen man Zehntausende von Qi Gong-Übenden sehen konnte. Das wurde zu einer der Sehenswürdigkeiten Chinas.

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