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Epoch Times Deutschland: Mitglied des Europäischen Parlaments traf in China Menschenrechts­anwalt Zheng Enchong

03.12.2008

Seit Juni 2006 hat die chinesische Polizei Zheng Enchong unter intensiver Überwachung gehalten und hat dieser Aufgabe sechs Autos und zwei Motorrad-Einheiten zugewiesen. Zwölf Polizisten arbeiten normalerweise in drei Schichten rund um die Uhr, sagt Zheng.


Helga Trüpel, Mitglied des Europäischen Parlaments, mit Zheng Enchong, dem bekannten Menschenrechtsanwalt in Shanghai, bei ihrem zweistündigen Treffen. (The Epoch Times)

Helga Trüpel, deutsches Mitglied des Europäischen Parlaments, traf sich am 27. November mit dem bekannten chinesischen Menschenrechtsanwalt Zheng Enchong in seiner Wohnung in Schanghai. Helga Trüpel ist Mitglied der Grünen Partei. Während ihres zweistündigen Treffens berieten sie sich über mehrere empfindliche Themen wie die Lage der Menschenrechte in China, über Tibet, Falun Gong, die Internet-Freiheit und die weltweite Bewegung zum Austritt aus der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh).

Großes Aufsehen in der Weltpresse hatte die Behinderung der EU-Parlamentarierin durch die chinesische Stasi in Peking geweckt. Helga Trüpel konnte sich zuvor nicht wie geplant mit Zheng Jinyan, der Frau des Sacharowpreisträgers Hu Jia, in Peking treffen, weil die chinesischen kommunistischen Behörden dies unterbunden hatten.

Das Regime zog die Polizei ab, um Freiheit vorzugaukeln

„Um 10:09 klopften Helga Trüpel und ihr deutscher Übersetzer an meine Tür. Ich fand, sie waren sehr nervös, weil sie vor zwei Tagen Zeng Jinyan in Peking nicht treffen durften, und sie waren in Sorge, ob das hier wieder geschähe”, bemerkte Zheng zur Epoch Times.

Er fuhr fort, dass der Polizei ausdrücklich befohlen war, ihren Besuch nicht zu unterbrechen, und er berichtete, wie sie vor dem Treffen abzogen, um direkt danach wieder zurück zu kommen.

„Bevor sie bei meinem Haus ankamen, hatten sich alle Polizisten um meine Wohnung herum gegen alle Gewohnheiten um 8:00 Uhr davon gemacht. Nachdem Frau Trüpel und ihr Übersetzer um 12:00 Uhr gegangen waren, erschienen sie wieder. Die Regierung versuchte, den falschen Eindruck von meiner Freiheit zu vorzutäuschen.”

KPCh besorgt wegen Druck der Internationalen Gesellschaft

Hinsichtlich des erfolgreichen Verlaufs des Treffens mit Frau Trüpel sagte Zheng: „Zum Ersten bekam das chinesische kommunistische Regime Druck von der Internationalen Gesellschaft, nachdem der Skandal aufgedeckt wurde, dass sie ein Mitglied des Europäischen Parlamentes daran gehindert hatten, Zeng Jinyan zu treffen. Zum Zweiten hat sich die Beziehung zwischen China und der EU seit kurzem sehr verändert. Der französische Präsident wird sich mit dem Dalai Lama treffen und die KPCh verschob daraufhin das geplante China-EU-Treffen im Dezember.”

Zheng fuhr fort: „Ich glaube nicht, dass das chinesisch-kommunistische Regime mir gnädig gestimmt ist. Die chinesische Regierung hat Sorge wegen der Meinung der Welt, und es ist der Druck von Amerika, Frankreich und Deutschland.”

Europäisches Parlamentsmitglied wird Zeuge des ‚Familiengefängnisses’

Helga Trüpel schenkte Zheng und seiner Familie ihre ganze Aufmerksamkeit. Zheng zufolge blieb er unter Hausarrest seit er aus dem Gefängnis entlassen wurde. Seit Juni 2006 hat die chinesische Polizei Zheng unter intensiver Überwachung gehalten und hat dieser Aufgabe sechs Autos und zwei Motorrad-Einheiten zugewiesen. Zheng sagte, dass zwölf Polizisten normalerweise in drei Schichten rund um die Uhr arbeiten, aber manchmal, während sensibler Tage seien um die siebzig Polizisten beteiligt.

Zheng zeigte Helga Trüpel die zwei Überwachungskameras der Polizei an seinem Wohnungseingang, und er sagte ihr, dass seine Telefonleitung gekappt wäre, er aber weiterhin Rechnungen für das Telefon erhielte.

Die KPCh trägt die Verantwortung für die Tibet-Frage

Als Helga Trüpel zu Zheng sagte, dass das Europäische Parlament den Dalai Lama unterstütze, äußerte Zheng seine engagierte Einstellung zu dieser Thematik.

„Ich bin ein Anwalt“, sagte Zheng. „Ich weiß, dass 1954 die KPCh und der Dalai Lama siebzehn Vereinbarungen trafen. Wer brach als erster die Vereinbarungen? Es war Mao Tse-tung, der ehemalige Führer der KPCh. Den Vereinbarungen zufolge sollte das Gesellschaftssystem in Tibet bleiben wie es war. Die chinesische Volks-Befreiung-Armee marschierte in Tibet nur zur Verteidigung ein. Aber nach 1959 zwang die KPCh Tibet, seine gesellschaftlichen Strukturen zu ändern. Das führte dazu, dass der Dalai Lama aus seiner Heimatstadt floh. Die KPCh war es, die die Vereinbarungen brach.”

Helga Trüpel merkte an, dass sie von Zhengs offener Haltung zur Tibet-Frage überrascht war. Zheng sagte, dass viele Menschen in China ähnliche Standpunkte vertreten, aber es gäbe keine Medien für sie, um ihre Meinung zu äußern.

Falun Gong durchbricht Chinas ‚Berliner Mauer'

Als Zheng gefragt wurde, wie er an aktuelle Nachrichten käme, erklärte er, dass Falun Gong-Praktizierende Software entwickelt hätten, mit der die Internet-Sperre der KPCh durchbrochen werden kann. So hätten sie es den Chinesen [auf dem Festland] ermöglicht, überseeische Nachrichten anzuschauen.

„’Die Berliner Mauer’ in China brach zusammen. Falun Gong hat das gemacht. Sie haben uns diese besondere Software, – ein Geschenk der Götter –, zur Verfügung gestellt.”, sagte Zheng.

Der Zustand der Menschenrechte in China: ein Elendsviertel

Zheng erzählte Trüpel von seiner Geschichte. Obwohl er normalerweise der KPCh gefolgt ist, erklärte er vor kurzem seinen Austritt aus dem Verband der kommunistischen Jungpioniere und dem kommunistischen Jugend-Verband.

Während des Treffens öffnete Zheng sein Fenster und zeigte Helga Trüpel eine Wildnis aus Elendsbaracken. „Fünf Millionen Wanderarbeiter in Schanghai können es sich nicht leisten, in einem normalen Haus zu wohnen und müssen deshalb in diesen Bruchbuden leben. Das ist die Situation der Menschenrechte in China. Ich hoffe, dass Sie auch die Provinzen Anhui, Sichuan und Henan besuchen, um noch mehr Informationen über die Lage der Menschenrechte von Chinas Bauern zu erhalten.”

Der 58-jährige Zheng hat mehr als 500 Familien mit seinem Rat zur Seite gestanden, die wegen eines Sanierungs-Projekts der Stadt Schanghai vertrieben wurden. Er informierte sie über ihr Recht auf angemessene Entschädigung. Im Jahr 2003 gewann er einen öffentlichen Prozess gegen den Immobilien-König Zhou Zhengyi in Schanghai.

Im gleichen Jahr wurde Zheng aufgrund einer erfundenen Beschuldigung wegen „Verrat von Staatsgeheimnissen” zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Seit seiner Freilassung 2006 steht er unter Hausarrest und intensiver Überwachung durch die Polizei.

Originalartikel in Englisch: http://en.epochtimes.com/n2/china/mp-meets-zheng-enchong-7845.html

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