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Jerusalem Report: Sanfter Kampf mit Peking (Foto)


Er ist ein chinesischer Sprachwissenschaftler mit sanfter Sprache, sie ist eine robuste israelische Frau und Mutter. Mittlerweile glücklich verheiratet, versuchen sie nun chinesische Arbeiter in Israel darüber aufzuklären, dass die äußerst populäre, geistige Bewegung, Falun Gong, die sie zusammengeführt hat, vom kommunistischen China zu Unrecht verfolgt wird.

Yaira Urian, eine 45jährige, geschiedene Schriftstellerin reagierte auf eine vielversprechende Anzeige und fand dabei ihren jetzigen chinesischen Ehemann. Ihr Anliegen ist, die Wahrheit über Falun Gong unter den Zehntausenden Chinesischen Arbeitern in Israel zu erklären.

„Ich sah eine Zeitungsanzeige über eine Falun Gong- Meditation, die Cheng aufgegeben hatte.“ sagt Yaira von ihrem Mann, den sie seit drei Jahren kennt. Es ist in Peking geboren, 30 Jahre und heißt Cheng Zuo. Er sitzt neben ihr auf einer niedrigen Couch in ihrem warm beleuchteten, teppichgefülltem Appartement. „Die Meditation war kostenlos und fand in einem nahegelegenen Park statt. Ich ging hin und es gefiel mir. Ich ging hinüber zu Cheng, der die Gruppe zu leiten schien, und fragte ihn: „Warum machen wir das nur einmal pro Woche?“ Also fing er an, mehrere Male in der Woche von Givatayim zur Tel Aviv- Universität, an der er Chinesisch unterrichtete zu den Übungen mit dem Fahrrad hin und her zu pendeln.“

Das gemeinsame Üben führte schließlich zu der gemeinsamen Übersetzung der Falun Gong Lehre in hebräischer Sprache, welche die Prinzipien des Falun Gong erklären und von 90 Millionen Chinesen und 10 Millionen Menschen in anderen Ländern der Welt befolgt werden.

„Dann gefielen wir einander,“ sagt Urian glücklich. „ Nachdem wir geheiratet hatten, setzten wir die Übersetzung fort“ – nun vervollständigen sie die hebräische Fassung.

Nun befindet sich Urian in der vordersten Reihe der hiesigen Bemühungen, indem sie die Bemühungen in anderen Ländern widerspiegelt, um die mörderische Kampagne Pekings gegen die Bewegung aufzudecken.

Ihre Bemühungen richten sich weniger auf Israelis, von denen nur wenige von Falun Gong gehört haben, sondern hauptsächlich auf die Chinesen im Land. Jeden Samstag stellen sie einen Stand in der Neuen Shaànan Straße auf, dicht bei der alten Tel Aviv – Busstation, wo viele der geschätzten 40 000 chinesischen Arbeiter in Israel zusammen kommen und führen verlangsamte Fassungen von Videos vor, die sie von der Chinesischen Regierung gesendet bekommen – falsch informierende Videos, wie Falun Gong Praktizierende auf falsche Weise ihre Verfolgung schildern und Falun Gong mit fabrizierten Lügen schlecht machen. „ Mit solchen Darstellungen sollen die Tausenden von Festnahmen und Hunderte von Todesfällen in Polizeigewahrsam gerechtfertigt werden,“ versichert Brenda Basher, Expertin für östliche Religion, derzeit Fulbright- Professorin an der internationalen Solomon- Universität in Kiew.

Zuo behauptet: “Die Pekinger Regierung hat das Gerücht ins Leben gerufen, dass Praktizierende sich zu Selbstverbrennung verpflichten, um Falun Gong zu diskreditieren.“ (Die schnelle Verbreitung des Falun Gong hat der eifersüchtige kommunistischen Führer Jiang, als Bedrohung betrachtet). Die Verleumdungen begannen im Januar 2001 auf dem Tiananmen- Platz, als eine Frau und ihre Tochter sich selbst in Brand steckten. Das Jiang Regime veröffentlichte sofort einen Bericht, in dem behauptet wurde, dass diese Frau eine Falun Gong Praktizierende sei, was nicht stimmte, wie Zou behauptet und fing an, gestellte Videos herzustellen, die dem Anschein nach zeigten, wie sich Falun Gong- Anhänger selbst anzündeten, um damit den Eindruck zu erwecken, dass das die Norm der Falun Gong Praxis sei.

„Eins dieser Videos, welches oft im Chinesischen Staatsfernsehen gezeigt wurde, zeigt einen Polizisten, der eine feuerlöschende Decke über einen angeschwärzten Mann hält, sagt Zou, angeblich um ihn vor Selbstmord zu bewahren. Wenn man jedoch näher herangeht, kann man ein Mikrofon auf dem Boden erkennen, welches den Verdacht erhärtet, dass es sich um ein gestelltes Foto handelt. Außerdem sitzt der Mann im einfachen Schneidersitz und nicht in der Lotosposition mit überkreuzten Beinen, wie es ein Praktizierender tut. Vor allem aber würde ein wirklich Praktizierender sich niemals selbst verbrennen. Selbstmord bedeutet eine Sünde zu begehen.“ Weder Brasher noch andere Experten würden auf die Authentizität der Videos der Chinesischen Regierung schwören.

„Jeder Chinese, der die Wahrheit darüber erfährt, was in China geschieht, verleiht meinem Tag Sinn. Alleine in der letzten Woche habe ich 600 Broschüren in der Neuen Shaanan Straße verteilt“, freute sich Urian. Ihre Hoffnung ist natürlich, dass diese Chinesen, wenn sie nach Hause zurückkehren, der Kampagne der Regierung entgegenstehen werden.

Bei ihrem Straßen- Videorekorder treffen sie Zion Xiong, ein in China geborener Falun Gong –Praktizierender, dem im vorigen Jahr die Einreise verwehrt wurde, weil er Falun Gong- Praktizierender ist. Xiong erwarb die Israelische Staatsbürgerschaft, er heiratete 1996 eine jüdische Emigrantin aus Rumänien. Er hat an einer Falun Gong- Demonstration vor der Chinesischen Botschaft in Tel Aviv teilgenommen. Dass sein Import- Exportgeschäft dadurch kaputt gegangen ist, sei nur am Rande vermerkt, sagt Xiong, verglichen mit der Wirkung auf seine Schwester in Peking: Sie wurde vor drei Monaten festgenommen, ihr wurde jeglicher Kontakt mit dem Rest der Familie verweigert und vor kurzem wurde sie zu 18 Monaten Zwangsarbeitslager verurteilt – alles wegen seiner Aktivitäten!

Die gesunde Urian mit der tiefen Stimme macht neben ihrem sanften, jungen Ehemann eine ungleiche Figur. Die israelische Mutter zweier Kinder spricht mit schneller, derber Selbstsicherheit englisch; Cheng, ein Linguist und Amerikanischer Bürger, entschuldigt sich für sein Englisch, dann fährt er fort, zögernd und fehlerlos zu sprechen, offenbar jeden Satz vorher durchdenkend, ehe er ihn ausspricht. Urians Konversation wird von großen, wehenden Armbewegungen begleitet; Zous Hände liegen bewegungslos in seinem Schoß, auch bei seinen nachdrücklichsten Erklärungen.

Urian nahm Falun Gong nach jener ersten Begegnung im Park mit einem einfachen vertrauensvollem Glauben, dass es gut für sie sei, auf. „Ich hörte nicht auf, darüber nachzudenken, warum ich es tat. Ich fühlte eben, dass es richtig ist.“

Zuo, dessen Eltern von China nach New York gingen, als er Teenager war, wurde von seiner Mutter in Falun Gong eingeführt, bevor er Urian begegnete. Schon damals studierte er angewandte Linguistik (Er wählte Israel, weil er gern Hebräisch, Arabisch und Russisch lernen wollte) und besuchte Anfang 1999 seine Mutter in New York , die ihn zu einer „Erfahrungsaustausch- Konferenz“ über Falun Gong mitnahm.

„Ich hatte den Plan, durch die Welt zu reisen und alle großen Sprachen zu lernen,“ erinnert er sich sanft; ich besaß eine Weltkarte, mit Pfeilen. Dann fragte ich mich, weshalb ich so viele Sprachen lernen wollte. Als ich anfing, „Zhuan Falun“ (Das Hauptwerk von Falun Gong) zu lesen, erhielt ich eine Menge Antworten. Ich war gewohnt, an die Verwirklichung meiner Träume und an das Geldverdienen zu denken, sodass ich alles tun könnte. Dann wendete sich meine Konzentration völlig zu Falun Gong.

Falun Gong wurde 1992 von Meister Li Hongzhi, einem 50 jährigen Chinesen aus dem Nordöstlichen China, verbreitet. In den 90er Jahren ging Meister Li nach New York, bevor geschah, was sich als eine schwere, fortwährende Unterdrückung seiner Anhänger durch die Chinesische Regierung im Jahre 1999 herausstellte.

Nach Frau Professor Brasher ist Falun Gong eine Form des Qigong (ausgesprochen Schigong), einer alten chinesischen Praktik, den Körper und die Seele durch besondere Übungen und Meditation zu reinigen. Diese Lehre jedoch bringt die Sache um einen weiteren Schritt voran, da sie sich auch auf die moralische Kultivierung konzentriert. Die Praxis besteht daher nicht nur aus körperlichen Bewegungen, sondern gründet sich auf den Theorien des Buches ihres Begründers Li Hongzhi, und hat ihre Wurzeln in den Grundsätzen Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht.

Um 1999 war die Zahl der Praktizierenden in China auf mehrere Zig-Millionen angewachsen(laut Brasher). Die kommunistische Partei wurde nervös und begann eine Kampagne, um die Gruppe auszurotten, nachdem sich 10 000 Praktizierende zu einem friedlichen Einspruch auf dem Tiananmen- Platz versammelten, wobei sie um die Freilassung der eingesperrten Falun Gong Praktizierenden baten und um die Freiheit praktizieren zu dürfen. Es war die größte Versammlung seit der Studentenproteste im Jahre 1989 und als solche bildeten sie einen kühnen und überlegten politischen Schritt. (Anmerkung: Diese Praktizierenden gingen nur zum nationalen Petitionsbüro, um dort Beschwerde gegen das Vorgehen gegen Falun Gong einzulegen, so wie es in der chinesischen Verfassung festgelegt ist. Es war keine Protestversammlung.) Über 400 Praktizierende sind seitdem im Polizeigewahrsam gestorben. Die Polizei behauptet fälschlicherweise, dass es sich um Selbstmorde handelt; Falun Gong Praktizierende entgegnen, dass Praktizierende hinter verschlossenen Türen zu Tode gefoltert wurden. Brasher spricht vorsichtig über „Missbrauch der Autorität durch die chinesische Regierung“. „ Praktizierende wurden in psychiatrische Anstalten gebracht“ sagt Urian. Sie wurden ohne Gerichtsverfahren eingesperrt und getötet. Es gibt jetzt einen Befehl, Praktizierende zu erschießen, wenn man sie sieht, sie brauchen nur Spruchbänder aufzuhängen oder einen Aufkleber am Auto zu haben.“

(…)

Er und Urian organisieren nun zwei mal in der Woche in Tel Aviv die Übungen, die an die zwei Dutzend Menschen anziehen. Sie sind eingeladen an verschiedenen Orten, wie dem jährlichen Segol (Meditation) Fest in Atlit im Norden Israels und in Seniorenzentren, die Übungen vorzuführen.

Die regelmäßigen Treffen ziehen ganz verschiedene Charaktere an, sagt Urian. „Ein Rabbi kam von Bnei Brak und sagte, er habe unsere Flugblätter im Matsch gefunden, schon leicht zerrissen. Er kaufte zwei Bücher und erzählte mir, seine Frau würde nicht zustimmen, nun lese er irgendwo, wo sie ihn nicht sehen kann.“

Urian selbst hat einen orthodoxen Hintergrund und bezeichnet sich selbst als „traditionell“. Ich stecke Freitagnacht am Yom Kippur Fest Kerzen an. Cheng feiert mit mir und den Kindern.“

(…)

Urian bestätigt, dass die Wahrscheinlichkeit, jemals China zu besuchen, wegen ihrer Aktivitäten sehr gering sei. „Ich glaube, sie werden mir niemals ein Visum ausstellen.“ Sie hat aber Meister Li gehört und sagt, dass Falun Gong ihr gut tut. Als sie ihren Sohn vorbereitet, der bald zur Armee gehen muss: „Es ist nicht viel sicherer auf den Straßen dieser Tage,“ bemerkt sie und das klingt wie bei jeder israelischen Mutter. Dann fügt sie aber hinzu, zu Falun Gong zurückkehrend, dass Krankheit und Tod in der Philosophie der Bewegung anders verstanden werden.

Zuo führt weiter aus: „Altwerden, Krankheit und Tod sind eine Folge von Karma, das ist eine schlechte Energie, die durch das entstanden ist, was du in diesem und in vorhergehenden Leben getan hast. Gewöhnlich, wenn du einen Menschen sehr krank findest, fühlst du dich schlecht; aber wenn du es entsprechend Falun Gong verstehst, ist das Karmabeseitigung und du betrachtest es als eine gute Sache…Das Ziel von Falun Gong ist, Karma wirkungsvoll zu beseitigen, um es durch positive, höhere Energie zu ersetzen, bis man vielleicht die Erleuchtung erreicht.“

Familienbindungen werden auch beseitigt. „Bei jeder Wiedergeburt hat der Mensch verschiedene Familien und Freunde,“ sagt Zuo. „Darum werden Gefühle für die Familienangehörigen als Illusion angesehen. Das heißt nicht, dass man Familienangehörige als Fremde betrachtet. Ein Praktizierender ist allen Menschen gegenüber wohlwollend, Familienmitglieder eingeschlossen.“

Urian unterbricht:“ Ich liebe ihn noch, kann sein, dass auch ein bisschen Mitleid dabei ist…“

Zuo grinst, wobei er bemerkt, dass sie alle beide noch nicht die Erleuchtung erreicht haben. Es ist in Ordnung, sagt er, es beunruhigt mich nicht.

(Am 3. Juni 2002)

Original: http://www.jrep.com/Israel/Article-11.html
http://www.clearwisdom.net/emh/articles/2003/2/4/31701.html

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