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NRZ: Wartet jetzt die Folter auf Wenrong Ling?

Jing Wangh schreibt in diesen Tagen viele Briefe. Es sind Briefe, die ihrer Freundin Wenrong Ling helfen sollen. Die Papiere gingen auch an das Auswärtige Amt in Berlin, an Oberbürgermeister Erwin, an Amnesty International und an den Bürgermeister der chinesischen Millionenstadt Wuhan. „Ich bin in großer Sorge“, sagt Jing Wangh. Sie hat erfahren, dass Wenrong Ling in Wuhan offenbar verhaftet wurde, weil sie zur Falun-Gong-[Gruppe] gehört.

Die 35-jährige Ling lebt seit Jahren in Düsseldorf, ist Musikerin von Beruf. „Sie will hier die deutsche Sprache lernen“, sagt Jing Wangh. Im Januar sei Ling in ihre Heimat geflogen, um mit ihrer Familie das chinesische Neujahrsfest am 1. Februar zu feiern. Eine gefährliche Reise für eine Falun-Gong-Anhängerin – die Religionsgemeinschaft ist seit Jahren in China verboten. Sicherheitskräfte gehen mit Härte gegen die Anhänger der [Gruppe] vor. Wangh befürchtet, dass die 35-Jährige nun in einem Umerziehungslager gefoltert wird.

Wanghs Briefe an Behörden und Politiker enthalten nun Appelle, sich für die Vermisste einzusetzen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes erklärte dazu auf NRZ-Nachfrage: „Wir kennen den Fall und gehen ihm nach.“ Dass es solche Umerziehungslager in China gebe, sei dem Ministerium aus Recherchen zu einem früheren Fall bekannt.

(dum) 09.03.2003

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