Von einer Praktizierenden aus Hamburg
Am 25. April 2026 veranstalteten Falun Dafa-Praktizierende in Hamburg einen Aktionstag. Zwei Banner mit Text und Bildern wiesen die Passanten auf das Anliegen hin. Praktizierende führten die Übungen von Falun Gong (auch Falun Dafa genannt) vor, begleitet von der sanften Übungsmusik. Ein Tisch mit Flugblättern und einer Petition zur Beendigung der Verfolgung lud die Passanten ein, sich zu informieren.

Auf dem Jungfernstieg eilten an diesem Samstagnachmittag hunderte, wenn nicht tausende Menschen vorbei. Darunter Touristen aus aller Welt, viele Spaziergänger aus Hamburg oder der Umgebung. Alle schienen beschäftigt mit Shopping, Sightseeing und Fotografieren. Trotzdem blieben immer wieder Menschen stehen, schauten sich die Banner an, lasen die Texte darauf und beobachteten die Praktizierenden beim Vorführen der Übungen. Manche ließen sich auch auf ein Gespräch ein, manche wollten von sich aus mehr erfahren.
Einige chinesische Touristen und Geschäftsleute hielten im Vorbeilaufen kurz an, um die Praktizierenden während der Übungen vor dem Banner zu fotografieren. Wegen der in letzter Zeit wieder verstärkten Propaganda der kommunistischen Partei Chinas (KPCh), die Falun Dafa weltweit zum Schweigen bringen will, haben die Chinesen offenbar Angst, sich in der Öffentlichkeit zum Thema zu äußern.

Motivation einer Praktizierenden: „Dieser Tag ist für mich entscheidend“
Unter den Aktiven beim Infostand war Szilvia, eine Praktizierende aus Hamburg. Sie praktiziert seit 25 Jahren Falun Gong und hat seitdem körperlich und geistig davon profitiert. Zu Ihrer Motivation, an der Veranstaltung teilzunehmen, sagte sie: „Ich bin heute gekommen, weil ich diesen Tag, den 25. April, entscheidend finde. Vor 27 Jahren sind Praktizierende in China zum Regierungsviertel in Peking gegangen, um gegen die ungerechte Behandlung zu protestieren. Damals wurden sie von der KPCh hereingelegt. Es gab schon erste Vorzeichen der Verfolgung, und die Regierung versprach den Praktizierenden, Falun Gong in Ruhe zu lassen, trotzdem hat sie 1999 die grausame Verfolgung gestartet. Ich finde es wichtig, den Menschen heute mitzuteilen, dass die Verfolgung nun schon 27 Jahre lang anhält. Das ist immerhin ein Vierteljahrhundert.“
Szilvia ist in Ungarn aufgewachsen. Als die Verfolgung 1999 in China begann, gab es auch in ihrer Heimat Propaganda gegen Falun Gong. Die Zeitungen schrieben sehr schlecht darüber und verleumdeten die beliebte Meditationsschule, genau wie es bis heute in China geschieht.
Die Zeitungsberichte über Falun Gong seien in Ungarn noch stärker negativ gewesen als in Deutschland, findet sie. Sie hat damals ihrer Mutter die Übungen vorgestellt, die Mutter habe es ausprobiert und festgestellt, dass es nur darum geht, sich selbst als Mensch zu verbessern – körperlich und seelisch.
Szilvia lernte Falun Dafa 2001 kennen, probierte die Übungen aus und entschloss sich, aktiv zu werden. Sie nahm an mehreren großen Veranstaltungen in Europa teil, um gegen die Verleumdung zu protestieren und auf die ungerechte Behandlung der Praktizierenden hinzuweisen. Was hat Szilvia damals überzeugt, dass Falun Dafa gut ist, warum wollte sie sich dafür einsetzen? Sie sagte: „Ich habe es am eigenen Leib erfahren. Ich habe früher vieles ausprobiert, nur keine asiatischen Schulen. Ich wollte etwas tun, das mir guttut. So beschloss ich, Falun Dafa auszuprobieren.“
„Falun Dafa hat mir eine starke mentale Kraft gegeben“
Wie hat Szilvia selbst von Falun Dafa (Falun Gong) profitiert? „Ich habe eine starke mentale Kraft gewonnen. Das war vorher nicht so.“ Mit zwanzig fing sie damit an. Als Teenager war sie verzweifelt, die Welt erschien ihr düster und es wurde von Jahr zu Jahr schlimmer. Sie war entmutigt und fragte sich, wie man überhaupt so weiterleben kann. „Mit Falun Dafa habe ich ein neues Lebensziel gewonnen. Eine Anleitung, wie ich immer besser werden kann. Ich habe gemerkt, wie ich unabsichtlich stärker wurde. Die Düsternis und das Schlimme, das in der Welt passiert, hat mich nicht mehr so sehr bewegt“, erzählt sie.
Szilvia berichtet davon, dass ihre Familie, Verwandte und Freunde bemerkt haben, wie sie sich positiv veränderte. Es habe in ihrer Familie viele Todesfälle und Tragödien gegeben. In ihrer Heimat ließen sich die Menschen in dieser Situation oft gehen und ertränkten ihren Kummer in Alkohol, erzählt Szilvia. „Meine einfache Präsenz hat ihnen geholfen, weil ich ruhig und ausgeglichen bin. Sie bekommen mit, dass man seine Fröhlichkeit bewahren kann. Nicht, indem man naiv wird oder den ganzen Tag lächelnd durch die Gegend läuft, sondern dass man sich einfach seine mentale Stärke bewahrt. Das hat meine Familie überzeugt. Sie merken es an meiner Ausstrahlung.“

Was nimmt Szilvia für sich von der Aktion der Praktizierenden in der Öffentlichkeit mit? „Ich habe einige Jugendliche gesehen, die aus Spaß die Übungen nachgemacht haben. Sie machen sich darüber lustig, aber dann merken sie plötzlich, dass sie hier wirklich die Übungen ausprobieren dürfen. Dann ändern sich ihre Gesichtszüge und sie verstehen, dass wir es ernst meinen“, sagte sie.
„Nach einigen Gesprächen habe ich gemerkt, dass die Menschen viel mehr über die Verfolgung von Falun Dafa wissen als ich denke. Ich habe vorhin einen Mann getroffen, er sprach mit Akzent. Ich vermute, dass er aus England kommt. Er setzt sich gegen die Verfolgung der Uiguren ein und kennt viele Funktionäre der kommunistischen Partei aus China. Er hat mir erzählt: „Diese Leute kennen nur die Propaganda von Chinas Regime und glauben daran. Alle Chinesen, die er kennt, halten deshalb unsere Aufklärung über die Verfolgung für Propaganda.“ Der Mann habe sich eine Weile beim Infostand aufgehalten und einen Flyer mitgenommen, berichtet Szilvia.
Gesundheit zurückgewinnen: „Ich kann mir vorstellen, dass es funktioniert“
Ein ca. 60-jähriger Mann unterhielt sich mit einem Praktizierenden über Falun Dafa und die positiven Auswirkungen der Übungen auf die Gesundheit. Er war froh, dass er einen Flyer mit Informationen mitnehmen konnte. Eine andere Praktizierende fragte ihn, was er über Falun Dafa erfahren habe. Er berichtete im Gespräch, dass er 2012 mit seiner Familie aus Pakistan geflüchtet sei, weil die Situation dort sehr schlimm gewesen war. In Hamburg habe er Deutsch gelernt, sich in die Gesellschaft integriert und eine Ausbildung für die Hotellerie gemacht. Später fand er eine Arbeit in der Gastronomie eines international bekannten Konzerthauses in Hamburg.
In letzter Zeit erlitt er einen Unfall und seine Hüften wurden verletzt. Nach einer Operation hat er nun zwei künstliche Hüftgelenke. Er leide unter Schmerzen im Rücken und in den Schultern. Er suche nach etwas, das seine Schmerzen lindern könne. Der Mann wollte die Übungen, die ihm empfohlen wurden, ausprobieren. „Ich kann mir vorstellen, dass es funktioniert“, sagte er. Die Praktizierende lud ihn ein, gleich am folgenden Tag, einem Sonntag, in den Park zu kommen, um sich die Übungen beibringen zu lassen. Der Mann freute sich zu hören, dass es kostenlos angeboten wird. „Das finde ich gut! Ich komme morgen vorbei und probiere das aus“, sagte er mit einem freundlichen Lächeln, als er sich verabschiedete.
„Das kennen wir aus China“
Ein Ehepaar aus Hamburg, beide um die 60, sprachen einen chinesischen Praktizierenden an, der Flyer verteilte. Die beiden waren unterwegs zu einem Termin und hielten trotzdem an, weil sie mit Falun Gong vertraut waren. Sie waren bereit, kurz ein wenig von sich zu erzählen. Sie hatten viele Jahre in China gelebt, waren beruflich in Peking und Shanghai tätig gewesen und kehrten 2012 nach Deutschland zurück. Sie erlebten mit, wie Falun Gong in China populär wurde und auch, wie später dort die Verfolgung und Unterdrückung der Meditationsschule begann. Sie waren freundlich und offen und nahmen einen Flyer mit.
Die Rückbesinnung auf Werte
Eine um die 70-jährige Frau mit offenen langen blonden Haaren unterhielt sich mit einem chinesischen Praktizierenden, der den Passanten Flyer anbot. Sie wollte sich nicht in der Öffentlichkeit fotografieren lassen, da sie schlechte Erfahrungen damit gemacht habe, sagte sie. Dennoch war sie bereit ein paar Fragen zu beantworten, als eine andere Praktizierende sie ansprach. Sie erzählte: „Ich fand es sehr schön, wie er {der chinesische Praktizierende, Anm. d. Red.} mir mit wenigen Worten Falun Dafa vorgestellt hat, mir die Übungen empfohlen hat und mir gesagt hat, wo ich die Übungen lernen kann“. Sie hatte einen Flyer angenommen. Die Praktizierende erläuterte ihr die Hintergründe von Falun Dafa, die positive Wirkung auf den Menschen, das Wesen der kommunistischen Partei Chinas und warum diese Falun Dafa unnachgiebig verfolgt.
Die Passantin sprach darüber, wie sie wahrnehme, dass das Verhalten der Menschen in Politik und Gesellschaft, wie auch in ihrer Nachbarschaft, immer schlechter würde. Sie nannte dazu ein Beispiel und äußerte ihren Frust darüber, wie regierende Politiker mit den Problemen der Gesellschaft umgehen würden. Ihr Fazit: Niemand übernehme mehr die Verantwortung für schlechte Zustände, sondern sie werde auf andere abgeschoben. Am Ende würde sich niemand mehr um die Anliegen der Menschen kümmern. Daher besinne sie sich auf sich und ihre eigenen Werte.
Über die Werte von Falun Dafa, Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht, sagte sie, dass sie heute sehr wichtig seien. Die Praktizierende lud sie am Ende des Gesprächs dazu ein, die Übungen auszuprobieren, zumal sie kostenlos in Hamburgs Park „Planten un Blomen“ erlernt werden können. Die Frau freute sich sichtlich darüber, sie lächelte wieder gut gelaunt und sagte, sie würde sich möglichst am nächsten Tag, dem Sonntag auf den Weg machen, um sich der Übungsgruppe anzuschließen und mitzumachen.
Den Unterdrückten moralische Unterstützung gegeben
Gegen Ende der Veranstaltung trat ein älteres Ehepaar aus Hamburg, beide um die 70, an den Infotisch heran und die Frau unterschrieb spontan die Petition zur Beendigung der Verfolgung in China. Als sie gefragt wurden, was sie dazu bewegt hat, sagte der Herr: „Wir haben schon so oft davon gehört und darüber gelesen. Diese Verfolgung dauert schon so viele Jahre an. Darum möchten wir Sie unterstützen.“ Seine Frau erzählte, dass sie die DDR-Zeit miterlebt hätten, da ein Teil ihrer Familie aus Dresden komme. Darum finde sie es wichtig, dass unterdrückte Menschen moralische Unterstützung erfahren. Sie sagte, sie habe sich mit einer Praktik beschäftigt, welche die Gedanken des Menschen verstärken könne. Sie glaube daran, dass man mit gütigen Gedanken Gutes bewirken und positiv auf Menschen einwirken könne.

Bevor sich das Ehepaar verabschiedete, segnete die Dame den Ort, an dem die Praktizierenden über ihr Anliegen aufklärten, auf ihre Weise und wünschte ihnen alles Gute, Licht und Sonne. „Woran auch immer Sie glauben, bleiben Sie stark. Ich wünsche Ihnen, dass viele Menschen auf Sie zukommen und sich informieren.“ Das Paar hatte die Praktizierenden schon oft beim Spazierengehen auf der Reesendammbrücke gesehen. „Machen Sie weiter so, denn das, was Sie hier tun, ist sehr, sehr wichtig“, sagte der Herr zum Schluss.










