Verehrter Meister, werte Mitpraktizierende
Als neue Lernende möchte ich heute meine Erfahrungen mit Euch teilen.
Wie ich zum Fa kam
Im August 2024 machten wir Familienferien in der Lenzerheide im Kanton Graubünden in der Wohnung meiner Schwiegereltern. An einem Tag leerte mein ältester Sohn den Briefkasten. Wir leeren diesen eigentlich nie, da es nicht unsere Wohnung ist. Er brachte die Broschüre „Im Reich der Mitte“ in die Wohnung und legte ihn in die Garderobe in die dunkelste Ecke. Als ich das nächste Mal dort vorbeiging, leuchtete das Deckblatt der Broschüre – ich fühlte mich direkt sehr angesprochen. Ich hatte das Gefühl, etwas Besonderem begegnet zu sein. Wieder zu Hause angekommen, habe ich durch eine Mitpraktizierende die Falun-Dafa-Übungen gelernt. Vom Buch Zhuan Falun, den aufrichtigen Gedanken und der Erklärung der wahren Umstände wusste ich am Anfang noch nichts. Ich war auch sehr überrascht, dass alles ohne Geld weitergegeben wird. Das und alles, was ich nach und nach dazulernen durfte, machte für mich Sinn.
Die Auswirkungen des Fa auf mich
Schon seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit Bewusstseinserweiterung. Mit dem Himmelsauge sehe ich nichts und ich spüre auch nicht viel. Jedoch merke ich mit Bestimmtheit, wenn etwas für mich wahr ist.
So bestätigt mir das Buch Zhuan Falun die allumfassende Wahrheit. Von allen Schriften des Meisters habe ich noch lange nicht alle Texte gelesen, geschweige denn verstanden. Dennoch fühle ich mich völlig angekommen. Falun Dafa ist die Weisheit des Schöpfers, die Leiter zum Himmel. Es sind die Antworten, nach denen ich immer gesucht habe. Endlich habe ich den Sinn gefunden, wofür wir Menschen auf dieser Welt existieren. Zum Wohle aller möchte ich meine Zeit so sinnvoll wie möglich investieren. Dabei zu helfen, alle Lebewesen zu erretten, ist die größte Ehre, die man sich vorstellen kann. Ein immer besserer Mensch zu werden, das erfüllt mich erst.
Je mehr ich das Fa lese, desto mehr erkenne ich Verhaltensmuster, die mir zuvor gar nicht bewusst waren. Kontrollsucht, Überschwang, Stolz, Geltungssucht, Ungeduld und Egoismus konnte ich nun des Öfteren an mir feststellen. Früher habe ich mir das schöngeredet oder ignoriert. Doch mit der Lehre des Zhuan Falun begann sich mein Blick auf andere und mich selbst zu verändern. In schwierigen Momenten fragte ich mich: „Wie kann ich richtig handeln, ohne jemandem zu schaden? Wie kann ich etwas sinnvoll ins Positive umwandeln?“ Das Buch Zhuan Falun ist dabei mein täglicher Begleiter. Es gibt mir die nötige Orientierung.
In mir ist eine noch nie dagewesene Ruhe und Gelassenheit eingetreten. Nun kann ich viel besser mit Kritik umgehen. Ich reagiere nicht mehr sofort auf Negativität, sondern lasse es zuerst auf mich wirken und schaue, was ich daraus lernen darf. In bisher allen Fällen konnte ich erkennen, was ich beim nächsten Mal besser machen kann. Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind zu meinem inneren Kompass geworden. Heute kann ich über vieles hinwegsehen, was mich früher geärgert hat. Ich lasse mich nicht mehr von Ärger, Gier oder Konkurrenzdenken leiten, sondern von Mitgefühl und Ehrlichkeit.
Zum Beispiel im Straßenverkehr weiß ich nun, dass ich durch jede Situation meine Xinxing erhöhen kann. So kann ich den Sonntagsfahrern auch an jedem anderen Tag mit Nachsicht begegnen. Ich sage zu mir jeweils, dass ich nicht weiß, wie ich fahre, wenn ich so alt bin. Wenn jemand wagemutig vorfährt, denke ich mir, dann halte ich noch mehr Abstand als sonst schon. Denn alles liegt in meiner Hand und in meinen Gedanken, wie ich es betrachte und handhabe.
Der Versuch, stets im Einklang mit Dafa zu sein, ist zum Dauerzustand geworden. Obwohl ich mir bewusst bin, dass Frohsinn auch ein Eigensinn ist, gibt es für mich nun fast keinen Grund mehr, betrübt zu sein. Denn Ärger und Wut hinterlassen negative Spuren. Erfolge konnte ich bereits erzielen. Mein Mann zum Beispiel reagiert nicht mehr immer mit Wut oder Rüge. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass mit Dafa die Angriffsfläche fehlt. Dabei muss ich wiederum beachten, dass ich nicht emotionslos wirke und man mich nicht als einseitigen Kommunikationspartner ansieht.
Was ich auch jedes Mal faszinierend finde, ist, wenn Gedanken beim Praktizieren auftauchen, zeigen diese genau meine Gesinnungen und Anhaftungen auf. Jeder Gedanke, der kommt, kann ich so zuordnen. Und jeder dieser Gedanken ist es gar nicht wert, während dem Praktizieren darüber nachzudenken, und so werde ich achtsamer im Umgang mit dem Ablegen meiner Gesinnungen und Anhaftungen. Dabei verstärkt sich die Ruhe in mir immer mehr.
Kultivierung in der Familie
Als Mutter von vier Jungs 13, 15, 16 und 18 darf ich zu Hause bleiben, das schätze ich sehr. Testosteronschübe bei meinen Jungs in der Pubertät und Konkurrenzdenken zeigen sich oft. Durch das Fa kann ich viel Rücksicht üben. Jeden Tag darf ich sie als Lehrer meiner Geduld betrachten. Das Umfeld in meiner Familie mit vier jugendlichen Jungs ist viel harmonischer geworden. Sie raufen sich kaum noch. Es ist für mich eine der schönsten Aufgaben, sie so barmherzig wie möglich zu begleiten. Es gelingt mir immer besser, nachsichtig zu sein, mich in sie hineinzufühlen, ohne zu vergleichen und zu bewerten. Sie helfen mir sehr dabei, meine eigenen Anschauungen loszulassen. Das Bild, wie etwas sein müsste, freizugeben. Akzeptieren, dass jeder seine eigenen Erfahrungen machen darf, dass Fehler etwas Gutes sind, machen mich gelassener.
Gerade gestern hatten meine Teenager zu Hause heftige Gespräche über den Umgang mit Beleidigungen und geschlagen zu werden. Sie sind der Meinung, dass man das nicht auf sich sitzen lassen darf und man muss demjenigen zeigen, damit diese zukünftig Beleidigungen unterlässt. So meinen meine Kinder, diejenigen zum Beispiel in den Schwitzkasten zu nehmen, bis diese deutlich sagen, dass sie ihn nicht mehr herabwürdigen. Da die Diskussion bereits reizbar war, sagte ich nur, dass ich nicht dieser Meinung bin. Heute Morgen konnte ich es ihnen in aller Ruhe aus der Sichtweise des Fa erklären – wie es sich nach den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht verhält, wenn man beleidigt wird, dass man dadurch Tugend erhält und Karma abbauen kann. In dieser ruhigen Stimmung haben sie es besser verstanden.
Manchmal ist es für mich schwierig das Zwischenmass zu finden, sie barmherzig zu begleiten und zugleich die Traditionswerte Anstand, Respekt und Ordnung beizubringen.
Im Großen und Ganzen hat mein erhalten des Fa zu einer enormen Steigerung von Harmonie in unserem Familienumfeld geführt.
Manchmal ist es jedoch schwierig für mich, das Verhältnis der Worte aus dem Zhuan Falun zwischen:
„Jeder soll seine Arbeit gut machen“, Zhuan Falun, 2019, S. 425
und
„Als Kultivierende sollen wir den Dingen ihren natürlichen Lauf lassen“,
ebenda, 2019, Seite 354)
Bei der Erklärung von Falun Dafa in der Verwandtschaft/Bekanntschaft fällt es mir jedoch noch schwer die richtigen Worte zu finden, sodass ich manchmal innerlich denke, das hätte ich so und so sagen sollen, damit es nicht als Dogma oder Religion angenommen wird. Auch habe ich bemerkt, dass ich sehr achtsam sein muss, dass ich nicht rechthaberisch wirke. Meine Erfahrungen zeigen, dass die meisten Menschen meinen, es besser zu wissen als andere, deshalb dürfen wir nicht in die gleiche Falle tappen. Als Beispiel siehst du eine 6 und ich sehe eine 9, wenn wir Plätze tauschen, dann sehe ich die 6 und du die 9. Deshalb sollen wir Nachsicht üben. Wir lesen zwar die allumfassende Wahrheit, dennoch darf Falun Dafa nicht das Gegenteil bewirken und andere brüskieren oder zurückschrecken. Auch schon musste ich mir anhören, dass wir Kultivierende meinen, etwas Besseres zu sein und uns abheben. Dies ist unbedingt zu vermeiden. So sagte ich, dass wenn es so verstanden wird, ich es falsch oder zu wenig gut erklärt habe. So erhalte ich die Chance es nochmals, dem menschlichen Zustand entsprechend, zu formulieren.
Den Lotussitz beherrsche ich leider noch immer nicht und je mehr ich übe, je mehr Schmerzen habe ich. Auch schaffe ich es noch nicht länger als dreißig Minuten zu sitzen. Diesen Knoten gilt es noch zu lösen. Ich darf die Verbindung zwischen hohen Anforderungen an mich stellen und barmherzig zu mir selbst zu sein, noch finden.
Erfahrungen bei der Erklärung der wahren Umstände
Letztens verteilte ich Broschüren im Städtchen Sempach. Vor der Bäckerei saß ein Pärchen mit einem Kind. Als ich die Broschüre einwarf, fragte mich der nette Mann, ob das etwas ist, was auch andere bekommen dürfen. Wir führten ein Gespräch über Falun Dafa, sie waren sichtlich über die Informationen erfreut. Anschließend ließen sie mich wissen, dass sie hier auf dem Campingplatz in den Ferien sind und aus Winterthur kommen. Sofort dachte ich an das 9-Tages Seminar, welches bald in Winterthur stattfinden wird und gab ihnen die Angaben dazu. Sie ist aus Thailand und im Buddhismus verwurzelt. Mein Fazit: Jede Gelegenheit zur Erklärung der wahren Begebenheiten, sei sie auch noch so klein, dürfen wir nutzen um Menschen zu erretten.
Auch an den Infoständen mache ich häufig die Erfahrung, dass manchmal schon ein Lächeln oder eine fröhliche Gesinnung beiträgt, um jemandem Falun Dafa erklären zu dürfen. In Diskussionen ist mir auch aufgefallen, dass, wenn man sagt, dass es überhaupt nicht um Geld geht, dann die Leute sichtlich leichter zuhören. Somit bestätigt mir das auch, dass Moral nichts mit Geld zu tun hat. Auch viele gute Sachen zeigen sich, wenn ich die Petition dabeihabe und sie sehen, dass wir „nur“ Unterschriften sammeln und nicht missionieren. Manche erwähnen, dass sie sich nicht für China interessieren, doch die Moral ist auf der ganzen Welt zu reparieren, und so kommt man ziemlich gut ins Gespräch.
Meine Familie stört sich daran, dass ich an die Infostände gehe und Prospekte verteile. Gründe gibt es verschiedene. Mein Jüngster mag es, wenn ich am Mittag zu Hause bin. Meinem Mann geht es wahrscheinlich um sein Ansehen. Und die anderen finden ich missioniere dadurch. Seit ich nun nicht mehr sage, ich gehe Prospekte verteilen, sondern, ich gehe Glücksbringer verteilen, hat sich die Lage merklich entschärft. Ich finde das ein wunderschönes Beispiel, dass manchmal nur ein Wort einen riesigen Unterschied machen kann.
Erkenntnisse über den Maßstab von Falun Dafa
Der Meister erklärt im Gedicht „Solide kultivieren“:
„Fa lernen, Fa erhalten,
Das Lernen vergleichen, Kultivieren vergleichen,
Jede Tat danach richten,
Das erreichen ist kultivieren.“ (Solide kultivieren, 07.10.1994, in:Hongyin I)
Alle meine Taten zählen zu meinem Verhalten. So finde ich es wichtig, sich bei jeder Handlung Gedanken zu machen, ob sie dem Maßstab des Fa entsprechen.
Der Meister sagte uns in Manhattan:
„Die Handlung und das Verhalten sind erst die Verkörperung jenes Menschen“
(Fa-Erklärung auf der internationalen Fa-Konferenz in Manhattan 2005, 24.04.2005))
Und weiter erklärt uns der Meister:
„Anfangs gab es jedoch diesen Raum der Ebene der Menschheit nicht. Die Erleuchteten und die hohen Lebewesen wollten also für die Menschen noch einen Raum, den verwirrendsten Raum erschaffen, um zu sehen, ob die Menschen dieses bisschen ursprüngliche Natur verlieren können, ob sie noch zurückkehren können.“( Fa-Erklärung in Sydney, 03.08.1996)
Auf meinem Weg zurück zur wahren Natur möchte ich diesen Maßstab auch im Umgang mit unserer Menschenwelt erfüllen. Zum Beispiel noch barmherziger mit unserer Natur umzugehen, Ressourcen sparen, recyceln, achtsam konsumieren, natürlich essen, kleiden, waschen, putzen, usw.
Hierbei denke ich an die Zukunft unserer Kinder, vorbildlich ihnen gegenüber zu sein. Auch hier dürfen wir strenge Anforderungen an uns stellen, so lange die Fa-Berichtigung noch nicht zu Ende ist.
Wie der Meister sagt:
„Natürlich wird das Böse beseitigt, das dich stört, aber all deine Taten zählen zu deinem Verhalten. “ (Fa-Erklärung auf der internationalen Fa-Konferenz in New York 2004, 21.11.2004)
Und der Meister ermahnt uns:
„ […]
wenn also diese starke Energie hier ankommt, dann wird es keinerlei Möglichkeiten mehr geben, noch etwas zu erkennen, weil die Fa-Berichtigung ihre Maßstäbe hat. Die Maßstäbe im Kosmos sind vom Allerhöchsten bis zum Allerniedrigsten gleich. Wie dieses Lebewesen zu jener Zeit ist, so wird es auch bleiben. “ (ebenda)
Das gibt uns die Chance, dass wir uns vertieft mit allen Themen auseinandersetzen dürfen und unsere Erkenntnisse in alle Bereiche ausweiten. Und zwar lieber heute als morgen. Ich bin mir bewusst, dass das alles nur Dinge der gewöhnlichen Menschen sind. Jeder darf es selber abwägen. Jeder darf eigenständige Gedanken haben. Dabei möchte ich unbedingt das Fa bestätigen und nicht mich selbst. Gerne möchte ich die Zeit jetzt richtig nutzen um wirklich alles gut zu machen, allen und allem gegenüber.
Von Herzen danke ich dem barmherzigen Meister, für das Arrangement, das Fa erhalten haben zu dürfen!
Lieben Dank an die Mitkultivierenden!
(Der Bericht wurde auf der Deutschschweizer Falun-Dafa-Konferenz 2025 vorgetragen.)




