Erstes Halbjahr 2025: Insgesamt 430 Falun-Dafa-Praktizierende wegen ihres Glaubens verurteilt

Im ersten Halbjahr 2025 wurden insgesamt 430 Fälle gemeldet, wo gesetzestreue chinesische Bürger wegen ihres Glaubens an Falun Dafa verurteilt wurden.

Von den neu bestätigten Fällen stammen drei Fälle aus den Jahren 2020 und 2021, sechs aus dem Jahr 2022, 14 aus dem Jahr 2023, 151 aus dem Jahr 2024 und 249 aus dem Jahr 2025. Bei vier Fällen ist nicht bekannt, in welchem Jahr die Verurteilung stattfand. Die Verzögerung bei der Berichterstattung ist auf die strenge Informationszensur der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) zurückzuführen, die darauf abzielt, die Verfolgung von Falun Dafa im Verborgenen zu halten und so internationaler Kontrolle zu entgehen.

1. ÜBERBLICK

1.1. Häufigste Methode zur Verfolgung von Praktizierenden

Nach der Abschaffung des Zwangsarbeitslagersystems im Jahr 2013 ist die Verurteilung von Falun-Dafa-Praktizierenden neben Schikanen, Inhaftierung in Gehirnwäsche-Einrichtungen und psychiatrischen Kliniken zu einer der wichtigsten Verfolgungsmaßnahmen geworden. In der Haft sind die Praktizierenden brutaler Folter und intensiver Gehirnwäsche ausgesetzt, wenn sie sich weigerten, Falun Dafa aufzugeben.

Um den Strafprozess zu beschleunigen, wurden in einigen Regionen spezielle Staatsanwaltschaften und Gerichte für „Falun-Dafa-Fälle“ eingerichtet. Die Praktizierenden können somit bereits Tage oder Wochen nach ihrer Verhaftung verurteilt werden.

Am 9. Januar 2025 wurde Zhang Shuqin, eine 65-jährige Einwohnerin der Stadt Jinzhou in der Provinz Liaoning, in das Frauengefängnis der Provinz Liaoning überstellt, um dort eine zweijährige Haftstrafe zu verbüßen. Sie war die 24. Falun-Dafa-Praktizierende, die 2024 vom Stadtgericht Linghai verurteilt wurde. Das Gericht untersteht der Verwaltung von Jinzhou und ist für die Bearbeitung von Falun-Dafa-Fällen im Großraum Jinzhou zuständig. Mindestens 48 weitere Praktizierende in Jinzhou und den umliegenden Städten/Kreisen wurden in den Jahren 2022 und 2023 vom Stadtgericht Linghai verurteilt.

1.2. Verurteilungen in allen Teilen Chinas

China besteht aus 22 Provinzen, vier regierungsunmittelbaren Städten (Peking, Tianjin, Shanghai und Chongqing) und fünf autonomen Regionen (Guangxi, Innere Mongolei, Tibet, Xinjiang und Ningxia). Mit Ausnahme von Shanghai, Tibet, Guangxi, Qinghai und Hainan meldeten alle anderen 26 Gerichtsbarkeiten Verurteilungen von Praktizierenden. Die Provinz Jilin führte die Liste mit 69 Urteilsverkündungen an, gefolgt von 60 in Shandong und 57 in Liaoning. Zehn weitere Gerichtsbarkeiten meldeten ebenfalls zweistellige Fallzahlen, die übrigen elf im einstelligen Bereich.

In der Stadt Kunming in der Provinz Yunnan wurden am 6. Juni 2024 13 Praktizierende bei einer Polizeirazzia festgenommen und zu Strafen von bis zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die Polizeibehörde der Stadt Kunming wies die ihr untergeordneten Behörden an, die betroffenen Praktizierenden mindestens sechs Monate lang zu überwachen und Beweise gegen sie zu sammeln, bevor sie sie verhafteten.

1.3. Hohe Haftstrafen von bis zu zehn Jahren

Die Oberste Volksstaatsanwaltschaft Chinas gab im Februar 2024 bekannt, dass in den letzten Jahren 85 Prozent der verurteilten Straftäter zu drei Jahren oder weniger verurteilt wurden, verglichen mit 55 Prozent im Jahr 1999. Die 430 im ersten Halbjahr 2025 gemeldeten Verurteilungen von Falun-Dafa-Praktizierenden lagen jedoch zwischen mehreren Monaten und zehn Jahren, wobei 249 Praktizierende (57,9 Prozent) zu drei Jahren oder mehr verurteilt wurden. Dies bedeutet eine härtere Bestrafung von Falun-Dafa-Praktizierenden, obwohl sie bei der Ausübung ihres verfassungsmäßigen Rechts auf Glaubensfreiheit keinerlei Gesetze verletzt haben.

Darüber hinaus wurden insgesamt 153 Praktizierende zu Geldstrafen von insgesamt 2.102.500 Yuan (etwa 250.100 EUR) verurteilt, durchschnittlich 13.742 Yuan (etwa 1.635 EUR) pro Person.

Das Ehepaar Yang Juncheng und Ding Xiangqin aus der Stadt Luohe in der Provinz Henan wurde nach ihrer Festnahme im September 2023 zu einem unbekannten Zeitpunkt zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt. Bei einer Hausdurchsuchung beschlagnahmte die Polizei 300.000 Yuan (etwa 39.600 Euro) Bargeld und andere persönliche Gegenstände. Yangs Vater, der über 90 Jahre alt ist und auf seine Pflege angewiesen war, befindet sich nun in einer verzweifelten Lage.

Meng Qingjie, eine 72-jährige pensionierte Grundschullehrerin aus der Stadt Shenyang in der Provinz Liaoning, wurde am 12. Juli 2024 festgenommen und am 26. März 2025 zu acht Jahren Haft und einer Geldstrafe von 50.000 Yuan (etwa 6.300 EUR)verurteilt. Vor ihrer jüngsten Verurteilung saß sie bereits neun Jahre wegen ihres Glaubens in Haft, und ihre Rente war seit 2018 ausgesetzt.

1.4. Jahrzehntelange Verfolgung

Ähnlich wie Meng erlitten einige Praktizierende jahrzehntelange Verfolgung, bevor sie erneut verurteilt wurden. Wang Jinxian, 69, aus dem Kreis Yiliang, Provinz Yunnan, wurde nach ihrer letzten Verhaftung im Juni 2024 zu ihrer fünften Haftstrafe von 4,5 Jahren verurteilt. Zuvor hatte sie 14 Jahre hinter Gittern verbracht, und ihre dritte Haftstrafe erfolgte nur 44 Tage nach Verbüßung der zweiten.

Yang Jiangwei, 55, ein ehemaliger Angestellter des Elektrizitätsversorgungsunternehmens Liangjin Dayang im Kreis Suizhong, Provinz Liaoning, wurde am 19. April 2024 verhaftet, weil er einen Aufkleber mit der Aufschrift „Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut“ an einem Strommast angebracht hatte. Er wurde im Februar 2025 zu einer 14-monatigen Haftstrafe verurteilt. Seit Beginn der Verfolgung von Falun Dafa im Jahr 1999 verbüßte Yang drei Zwangsarbeitsstrafen und eine zehnjährige Gefängnisstrafe, insgesamt also 17,5 Jahre. In den letzten 26 Jahren konnte er nur etwas mehr als sieben Jahre mit seiner Familie verbringen.

Yang Xiuhua aus der Stadt Harbin, Provinz Heilongjiang, wurde am 10. November 2024 verhaftet, als sie gerade einen Zug besteigen wollte, um zu einer Hochzeit außerhalb der Stadt zu fahren. Im März 2025 wurde sie zu drei Jahren Haft verurteilt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Yang wegen ihres Glaubens ins Visier genommen wurde. Während ihrer Haftstrafe von 2002 bis 2005 wurde ihr ein nervenschädigendes Medikament gespritzt, das bei ihr extreme Übelkeit und Unwohlsein auslöste. Ihre Haut wurde so schlaff, dass man sie aufnehmen konnte. Sie hatte auch seltsame Empfindungen und jeder kam ihr wie ein Skelett vor. Ihr Kopf fühlte sich schwer und schwindlig an. Bei einem anderen Vorfall wurde sie bis auf die Unterwäsche ausgezogen und in einen Schneehaufen geworfen. Die Wärter schlugen ihr außerdem mit Bambusstöcken auf die Hände, fesselten sie an ein Bettgestell und zwangsernährten sie, als sie in den Hungerstreik trat.

2. PROFIL DER OPFER

Von den 430 verurteilten Praktizierenden waren mindestens 202 60 Jahre oder älter, darunter 93 über 60 Jahre, 92 über 70 Jahre, 16 über 80 Jahre und einer über 90 Jahre. Die Praktizierenden kamen aus allen Gesellschaftsschichten, unter ihnen waren Lehrer, Ärzte, Krankenpfleger, Ingenieure, Landwirte und Fabrikarbeiter.

2.1. Jüngere Praktizierende verurteilt

a) Frau aus Peking zu fünf Jahren Haft verurteilt

Die 36-jährige Sun Shuang aus Fangshan in Peking wurde am 22. November 2023 in ihrer Wohnung festgenommen. Jemand hatte sie angezeigt, weil sie Kalender mit Informationen über Falun Dafa verteilt hatte. Die Polizei versprach, Sun freizulassen, sofern sie den Festnahmebescheid und die Vernehmungsprotokolle unterschreibe. Sie glaubte ihnen und unterschrieb die Dokumente – nur um anschließend in das Untersuchungsgefängnis des Bezirks Fangshan gebracht zu werden. Am 20. März 2025 wurde sie zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe von 5.000 Yuan (etwa 600 Euro) verurteilt.

Später, im Mai 2025, wurde ihre Mutter Wang Shuhui verhaftet, weil sie sich für ihre Tochter eingesetzt hatte.

b) 47-Jähriger aus Chongqing wegen seines Glaubens im Gefängnis

Zou Bin, ein Einwohner von Chongqing wurde im Februar 2025 wegen seines Glaubens an Falun Dafa zu 2,5 Jahren Haft verurteilt. Nachdem der 47-Jährige am 22. Mai 2024 von Beamten der Polizeistation Huayuan Straße festgenommen worden war, wurde er in die Haftanstalt Nan’an überstellt und stand am 19. Dezember vor dem Bezirksgericht Jiulongpo.

Zous Eltern sind verstorben. Sein älterer Bruder hat eine Gehbehinderung und kann sich nicht selbst versorgen. Zou hat sich mehrmals schriftlich an die Polizei gewandt und um seine Freilassung gebeten, damit er sich um seinen Bruder kümmern kann – ohne Erfolg.

Er hatte eine gute Stelle, die ihm jedoch nach Beginn der Verfolgung gekündigt wurde, nachdem er für seinen Glauben eingetreten war. Hinzu kam, dass man ihn im Mai 2001 für eine unbekannte Dauer zu Zwangsarbeit verurteilte und 2011 zu drei Jahren Haft mit vier Jahren Bewährung verurteilt.

Vollständiger Bericht unter: https://de.minghui.org/html/articles/2025/7/10/186237.html

Original-Artikel auf Chinesisch

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