Erstes Quartal 2022: 44 Todesfälle von Falun-Dafa-Praktizierenden gemeldet

In den ersten drei Monaten des Jahres 2022 wurde gemeldet, dass mindestens 44 weitere Falun-Dafa-Praktizierende der Verfolgung ihres Glaubens zum Opfer gefallen sind. Von den gemeldeten Fällen ereignete sich ein Todesfall im Jahr 2008, zwei 2019; 20 wurden für das Jahr 2021 nachgemeldet. In den Monaten Januar, Februar und März dieses Jahres wurden jeweils zehn, acht und drei Todesfälle gemeldet.

Falun Dafa, auch als Falun Gong bekannt, ist eine Kultivierungsmethode für Körper und Geist, die auf den drei Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht beruht. Seitdem diese Praxis 1992 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, haben unzählige Menschen von seiner tiefgreifenden Lehre und den gesundheitlichen Auswirkungen profitiert. Aus Angst vor der rasant wachsenden Beliebtheit von Falun Dafa leitete das kommunistische Regime Chinas im Juli 1999 eine landesweite Kampagne ein, um Falun Dafa auszurotten.

Unter den neu gemeldeten 44 Todesfällen sind 29 Frauen aus 16 Provinzen. Die Provinz Liaoning führt die Liste der Verstorbenen mit elf Fällen an – gefolgt von Hubei (6) sowie Heilongjiang und Sichuan (je 4 Fälle). In den übrigen zwölf Regionen gab es ein bis drei Todesfälle.

Das Alter der verstorbenen Praktizierenden reichte von 44 bis 89 Jahren, nur bei einem Praktizierenden ist es unbekannt. Acht Praktizierende waren über 60 Jahre alt, 15 über 70 und neun über 80.

Elf Praktizierende starben in Haft, davon fünf im Jahr 2021. Einer von ihnen befand sich in einer Nervenklinik, einer im Gewahrsam auf der Polizeiwache, drei im Untersuchungsgefängnis und sechs wurden im Gefängnis zu Tode gefoltert.

Die verstorbenen Praktizierenden kamen aus allen Gesellschaftsschichten. Unter ihnen sind Lehrer, eine pensionierte Bankangestellte, ein Kundenbetreuer sowie ein ehemaliger Gefängnisangestellter.

Unter den Verstorbenen befindet sich auch die Mutter einer US-Bürgerin. Sie starb sieben Wochen nach ihrer Festnahme im März 2022. Nach Angaben der Familie wies ihr Leichnam Blutflecken auf. Zwei weitere Frauen starben im Januar 2022, drei beziehungsweise acht Tage nach ihrer Verhaftung. Ein Zusteller starb im Februar 2022 an den Folgen seiner einen Monat zuvor erfolgten Verhaftung. Er hinterlässt eine Frau, die aufgrund der langhaltenden Verfolgung psychisch schwer belastet ist.

Es folgen Einblicke in die Todesfälle. Eine vollständige Liste steht hier zum Download zur Verfügung.

Todesfälle in Gefangenschaft

„Wenn ich sterbe, dann durch Folter“

Eine 66-jährige Falun-Dafa-Praktizierende starb am 21. März 2022 im Krankenhaus Bairin. Sie war am chinesischen Neujahrstag, dem 1. Februar, verhaftet worden. Es handelt sich um Ji Yunzhi aus der Gemeinde Lindong, Linkes Bairin-Banner, Stadt Chiefeng, Innere Mongolei.

Während ihrer Haft wurde sie von Wärtern und Häftlingen brutal geschlagen, bis sie dem Tod nahe war. „Wenn ich sterbe, dann durch Folter“, sagte Ji einmal zu ihren Zellengenossinnen.

Ji wurde am 1. Februar 2022 in ihrer Wohnung verhaftet. Zu diesem Zeitpunkt litt sie unter Krämpfen. Sie war nicht in der Lage zu stehen oder zu sprechen und musste sich ständig übergeben. Trotzdem ließen die Polizisten sie lange auf dem kalten Fliesenboden sitzen und verhöhnten sie mit der Behauptung, sie würde ihre Beschwerden nur vortäuschen.

Anschließend wurde Li in das Untersuchungsgefängnis Linkes Bairin-Banner gebracht, wo sie aus Protest gegen die Verfolgung in den Hungerstreik trat. Daraufhin wurde sie einer Zwangsernährung unterzogen; der Gefängnisarzt schlug ihr mehrfach ins Gesicht.

Am Morgen des 20. März 2022 erhielt Jis Mann einen Anruf von der Polizei in Bairin, die ihn aufforderte, zum Krankenhaus zu fahren. Als er dort ankam, wurde ihm mitgeteilt, dass die Ärzte mit der Wiederbelebung seiner Frau begonnen hatten. Sie machen ihm aber wenig Hoffnung. Es sei geplant, sie vom Bairin-Krankenhaus in das Krankenhaus der Stadt Chifeng zu verlegen, hieß es. Ein Experte des städtischen Krankenhauses, der Ji im Bairin-Krankenhaus untersuchte, fand, dass es zu spät und eine Verlegung nicht sinnvoll sei. Jis Mann bat wiederholt um die Entlassung seiner Frau, doch der zuständige Beamte Xu Jianfeng verweigerte dies. Dazu bräuchte er die Genehmigung seiner Vorgesetzten, sagte er.

Am nächsten Tag wurde die Familie über Jis Tod informiert. Sie baten darum, sie ein letztes Mal im Krankenhauszimmer zu sehen, aber die Polizei hielt sie davon ab. Durch das Fenster konnten die Angehörigen sehen, dass bei Ji die Speiseröhre aufgeschnitten worden war. Gesicht und Schulter war blutbefleckt. Viele Polizeibeamte standen auf dem Flur. Sie vertrieben Jis Familie aus diesem Stockwerk des Gebäudes und sperrten den Aufzug zur Etage, damit niemand den Bereich betreten konnte.

Nachdem die Familie das Stockwerk verlassen hatte, rief die Polizei das Krematorium Bairin an, das bald darauf ein Fahrzeug schickte, um Jis Leichnam zur Aufbewahrung abzuholen. Als Jis Familie im Krematorium eintraf, verweigerte der Gerichtsmediziner ihr den Zutritt. Die Angehörigen flehten die Polizei an und durften schließlich einzeln hineingehen und einen kurzen Blick auf die Tote werfen. Über 40 Polizeibeamte waren zur Bewachung des Leichnams abgestellt worden.

Die Polizei hat Jis Mann aufgefordert, mit den Beamten zu „verhandeln“, um die Situation zu entschärfen. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung war jedoch nicht bekannt, ob es sich bei diesen Verhandlungen um eine Entschädigung für ihren Tod oder um Drohungen handelt, damit er schweigt. Weitere Details werden noch ermittelt.

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