Im Jahr 2025: Insgesamt 751 Falun-Dafa-Praktizierende wegen ihres Glaubens verurteilt

Die nachfolgend geschilderten drei Fälle sind Beispiele der insgesamt 751 Verurteilungen von Falun-Dafa-Praktizierenden, die im Jahr 2025 neu gemeldet wurden. Sechsundzwanzig Jahre nachdem die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) die Ausrottung von Falun Dafa angeordnet hatte, dauert die Verfolgung unvermindert an. Manche Praktizierende verbrachten bereits Jahrzehnte hinter Gittern, bevor sie erneut verhaftet und verurteilt wurden. Auch gegenüber älteren Praktizierenden zeigte die KPCh keine Milde: Selbst Menschen über 70 Jahre – wie etwa Frau Huo – erhielten Haftstrafen von bis zu neun Jahren.

Von den 751 neu gemeldeten Verurteilungen erfolgten 514 im Jahr 2025, während 237 Praktizierende bereits in früheren Jahren verurteilt worden waren. Die verzögerte Berichterstattung ist auf die strenge Informationszensur der KPCh zurückzuführen, die darauf abzielt, die Verfolgung von Falun Dafa im Verborgenen zu halten und internationale Aufmerksamkeit zu vermeiden.

Wang Xiaoqun, eine pensionierte Angestellte der Handelsbehörde der Stadt Changde in der Provinz Hunan, wurde am 12. November 2025 zusammen mit neun anderen Angeklagten zu fünf Jahren Haft verurteilt. Vor dieser Verurteilung hatte sie bereits 19 Jahre im Gefängnis verbracht, darunter zwei Arbeitslagerstrafen von insgesamt vier Jahren, eine siebeneinhalbjährige Haftstrafe vom 18. Mai 2006, eine vierjährige Haftstrafe vom 21. Juli 2016 und eine dreieinhalbjährige Haftstrafe vom 28. Juli 2020.

Mehr als zehn Beamte der Ortspolizei, der Staatsanwaltschaft und des Gerichts erschienen am 25. November 2025 im Haus von Zhou Fenglan in Shenyang, Provinz Liaoning, und führten den Prozess gegen die 77-jährige Frau, die nach einem Schlaganfall bettlägerig geworden war. Nachdem sie zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 20.000 Yuan (etwa 2.400 Euro) verurteilt worden war, drohte der Richter ihr mit einer ärztlichen Untersuchung zur Vorbereitung auf ihren Haftantritt.

Huo Guilan, eine 75-jährige Rentnerin aus einer Kunststoffmaschinenfabrik in Baoji, Provinz Shaanxi, wurde in der Nacht des 11. April 2024 verhaftet. Die vier Beamten, die sie festnahmen, erlaubten ihr nicht, ihre Kleidung oder Schuhe zu wechseln, bevor sie sie die Treppe hinunter zu ihrem Streifenwagen zerrten. Bei der Festnahme wurde Huos Knöchel schwer verletzt und schwoll stark an, sodass sie nur noch schwer laufen konnte. Die Polizei brachte sie am nächsten Tag in die zweite Haftanstalt der Stadt Baoji, wo sich ihr Zustand weiter verschlechterte. Sie litt unter Schwindel, Brustschmerzen, Rückenschmerzen und Atembeschwerden. Außerdem hatte sie vaginale Blutungen. Ihr Gehör und ihr Sehvermögen verschlechterten sich. Ihre Familie beantragte Huos Freilassung gegen Kaution, doch ihr Antrag wurde abgelehnt. Sie wurde am 18. Dezember 2025 zu neun Jahren Haft und einer Geldstrafe von 36.000 Yuan verurteilt.

I. Überblick über neu gemeldete Verurteilungsfälle

1. Zentrale Verfolgungstaktiken gegen Falun-Dafa-Praktizierende

Nach der Abschaffung der Zwangsarbeitslager im Jahr 2013 wurde die Verurteilung zu Gefängnisstrafen – neben Schikanen, Gehirnwäsche und der Einweisung in psychiatrische Kliniken – zu einer der zentralen Verfolgungstaktiken gegen Falun-Dafa-Praktizierende.

Um die Verurteilungsverfahren zu beschleunigen, richteten einige Regionen spezielle Staatsanwaltschaften und Gerichte für Falun-Dafa-Fälle ein. In vielen Fällen werden Praktizierende bereits Tage oder Wochen nach ihrer Festnahme verurteilt.

Am 9. Januar 2025 wurde Zhang Shuqin, eine 65-jährige Einwohnerin von Jinzhou in der Provinz Liaoning, zu einer zweijährigen Haftstrafe in das Frauengefängnis der Provinz Liaoning überstellt. Sie war die 24. Falun-Dafa-Praktizierende, die 2024 vom Stadtgericht Linghai verurteilt wurde. Dieses Gericht untersteht der Verwaltung von Jinzhou und ist für Falun-Dafa-Fälle im Großraum Jinzhou zuständig. Mindestens 48 weitere Praktizierende in Jinzhou und den umliegenden Städten und Kreisen wurden zwischen 2022 und 2023 vom Stadtgericht Linghai verurteilt.

In der Provinz Jilin wurden am 18. August 2025 vier Einwohner der Stadt Yushu vom Stadtgericht Dehui verurteilt. Dieses ist für Falun-Dafa-Fälle in Dehui und den angrenzenden Regionen, einschließlich Yushu, zuständig. Die Praktizierenden waren im Dezember 2024 festgenommen worden, weil sie anderen Menschen bei der Installation von Satellitenschüsseln geholfen hatten, damit sie unzensierte Nachrichten aus dem Ausland empfangen konnten, die die Verfolgung von Falun Dafa aufdeckten.

2. Urteilsverkündungen in ganz China

China besteht aus 22 Provinzen, vier regierungsunmittelbaren Städten (Peking, Tianjin, Shanghai und Chongqing) und fünf autonomen Regionen (Guangxi, Innere Mongolei, Tibet, Xinjiang und Ningxia). Mit Ausnahme von Shanghai, Tibet, Guangxi, Qinghai und Hainan meldeten alle anderen 26 Gebiete im Jahr 2025 Urteilsverkündungen. Die Provinzen Liaoning, Jilin und Shandong verzeichneten 98, 96 bzw. 95 Fälle. Sechzehn weitere Gebiete meldeten ebenfalls zweistellige Fallzahlen zwischen elf und 65, und die verbleibenden sieben Regionen verzeichneten einstellige Fallzahlen zwischen eins und neun.

Das Bezirksgericht Qingyang in Chengdu, Provinz Sichuan verurteilte am 19. September 2025 fünf Einheimische. Die höchste Haftstrafe betrug drei Jahre und acht Monate sowie eine Geldstrafe von 30.000 Yuan (etwa 3.600 Euro), die niedrigste zwanzig Monate und eine Geldstrafe von 10.000 Yuan (etwa 1.200 Euro). Die Polizei gab bekannt, eine der Praktizierenden monatelang vor ihrer Verhaftung überwacht zu haben. Sie installierten sogar Überwachungsgeräte im Haus ihrer Mutter und fotografierten sie, wenn sie das Haus verließ. Nach ihrer Verhaftung wurde auch ihre Schwester noch eine Zeit lang observiert.

Fünf Einwohner des Kreises Suiling in der Provinz Heilongjiang wurden am 16. Oktober 2025 zu Haftstrafen von bis zu fünf Jahren verurteilt. Die Praktizierenden waren am 10. Mai 2025 auf Anordnung des Polizeipräsidiums der Provinz Heilongjiang verhaftet worden. Sie waren ins Visier der Ermittler geraten, nachdem Zivilbeamte sie beim Verteilen von Informationsmaterialien über Falun Dafa beobachtet hatten. Sie wurden gefilmt und fotografiert. Die verteilten Materialien dienten als Beweismittel gegen sie.

Einige Praktizierende wurden von Gerichten außerhalb ihrer Heimatorte verurteilt.

Han Jinhua, 67 Jahre alt und aus dem Kreis Huai’an in der Provinz Hebei, wurde von einem Gericht in der Provinz Shaanxi zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Während eines Besuchs bei ihrem Sohn in Xi’an, ebenfalls in der Provinz Shaanxi, hängte Han Informationsmaterialien zu Falun Dafa an Türklinken in einem Wohngebiet. Ein Anwohner beobachtete sie über seine Türklingelkamera und erstattete Anzeige bei der Polizei.

Beamte aus Xi’an reisten am 30. August 2024 fast 1.000 Kilometer in den Kreis Huai’an in der Provinz Hebei, um Han zu verhaften und nach Xi’an zurückzubringen. Ihr Prozess fand am 22. Januar 2025 statt. Ihr Anwalt erhielt Mitte Juli 2025 die Mitteilung über das Urteil von drei Jahren und vier Monaten Haft.

3. Schwere Haftstrafen bis zu zehn Jahren
Die Oberste Volksstaatsanwaltschaft Chinas gab im Februar 2024 bekannt, dass in den vergangenen Jahren 85 Prozent der Verurteilten zu Haftstrafen von drei Jahren oder weniger verurteilt worden seien – verglichen mit 55 Prozent im Jahr 1999. Von den 751 im Jahr 2025 gemeldeten Verurteilungen von Falun-Dafa-Praktizierenden entfielen jedoch 418 Fälle (55,7 Prozent) auf Haftstrafen von drei bis zehn Jahren. Dies deutet auf eine überdurchschnittlich harte Bestrafung von Falun-Dafa-Praktizierenden hin, obwohl diese bei der Ausübung ihres verfassungsmäßigen Rechts auf Glaubensfreiheit keinerlei Gesetze verletzt hatten.
Darüber hinaus wurden insgesamt 266 Praktizierende mit Geldstrafen in einer Gesamthöhe von 3.269.400 Yuan (etwa 399.677 Euro) belegt, was einem Durchschnitt von 12.291 Yuan (rund 1.500 Euro) pro Person entspricht. Die Frauen Fu Guiqin aus dem Kreis Yilan in der Provinz Heilongjiang und Liu Yingjun aus der Stadt Dalian in der Provinz Liaoning wurden jeweils zu Geldstrafen von 100.000 Yuan (etwa 12.000 Euro) verurteilt – zusätzlich zu Haftstrafen von zwei Jahren und zehn Monaten beziehungsweise sieben Jahren.

Ein Ehepaar aus Luohe in der Provinz Henan, Yang Juncheng und seine Frau Ding Xiangqin, beide über 60 Jahre alt, wurden nach ihrer Festnahme im September 2023 zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Polizei beschlagnahmte bei einer Hausdurchsuchung 300.000 Yuan Bargeld und weitere persönliche Gegenstände. Yangs Vater, der über neunzig Jahre alt und auf seine Pflege angewiesen ist, befindet sich nun in einer verzweifelten Lage.

Meng Qingjie, eine 72-jährige pensionierte Grundschullehrerin aus Shenyang in der Provinz Liaoning, wurde am 12. Juli 2024 verhaftet und am 26. März 2025 zu acht Jahren Haft und einer Geldstrafe von 50.000 Yuan (etwa 6.000 Euro) verurteilt. Vor ihrer jüngsten Verurteilung war sie bereits neun Jahre wegen ihres Glaubens inhaftiert und ihre Pension war seit 2018 ausgesetzt.

Jiang Dexin, ein 56-jähriger Einwohner von Fushun in der Provinz Liaoning, wurde am 26. Oktober 2024 von Beamten aus Chengde in der rund 640 Kilometer entfernten Provinz Hebei in seiner Wohnung verhaftet. Er stand am 4. Juli 2025 vor dem Bezirksgericht Shuangqiao in Chengde. Der Vorsitzende Richter warf ihm „Anstiftung, Organisation und Abwicklung von Aktivitäten zur Untergrabung des Gesetzesvollzugs“ vor. Der Richter ließ weder den Anwalt der Verteidigung die Beweise vorlegen noch den Zeugen der Verteidigung zu einem Kreuzverhör vor Gericht erscheinen. Wenige Tage nach der Verhandlung verurteilte er Jiang zu neun Jahren Haft und einer Geldstrafe von 20.000 Yuan (etwa 2.400 Euro). Seit Beginn der Verfolgung im Juli 1999 wurde Jiang bereits zweimal verurteilt – insgesamt zu 14 Jahren.

4. Jahrzehntelange Verfolgung

Wie der oben erwähnte Jiang Dexin haben einige andere Praktizierende bereits jahrzehntelange Verfolgung erlitten, bevor sie erneut verurteilt wurden. Wang Jinxian, 69 Jahre alt und aus dem Kreis Yiliang in der Provinz Yunnan, wurde nach ihrer letzten Verhaftung im Juni 2024 zu einer fünften Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Sie hatte zuvor bereits 14 Jahre im Gefängnis verbracht, und ihre dritte Haftstrafe folgte nur 44 Tage nach dem Ende ihrer zweiten.

Die 64-jährige Zuo Xiuyun aus Fuzhou, Provinz Fujian wurde Anfang 2025 zu ihrer fünften Haftstrafe von drei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Ihre vier vorherigen Haftstrafen summierten sich auf 17,5 Jahre. Ihr Ehemann ließ sich scheiden, während sie ihre erste Haftstrafe verbüßte.

Yang Jiangwei, 55, ehemaliger Angestellter des Elektrizitätsversorgungsunternehmens Liangjin Dayang im Kreis Suizhong in der Provinz Liaoning wurde am 19. April 2024 verhaftet, weil er einen Aufkleber mit der Aufschrift „Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut“ an einem Strommast angebracht hatte. Er wurde im Februar 2025 zu 14 Monaten Haft verurteilt. Seit Beginn der Verfolgung von Falun Dafa im Jahr 1999 hat Yang drei Zwangsarbeitsstrafen und eine zehnjährige Haftstrafe verbüßt, insgesamt also 17,5 Jahre. In den vergangenen 26 Jahren konnte er nur etwas mehr als sieben Jahre mit seiner Familie verbringen.

Der 58-jährige Jiang Yuntian aus Guangzhou, Provinz Guangdong, wurde am 12. Juli 2024 verhaftet, nachdem er auf Kuaishou (einer TikTok-ähnlichen Social-Media-Plattform) Informationen über Falun Dafa veröffentlicht hatte. Später wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt, seine Berufung wurde jedoch abgewiesen. Vor seiner jetzigen Verurteilung verbüßte er bereits eine dreijährige Zwangsarbeitsstrafe und eine zehnjährige Haftstrafe. Während seiner Zeit im Arbeitslager wurde er entkleidet und über eine Stunde lang gleichzeitig mit vier Elektroschockern gefoltert. Er verlor das Bewusstsein, woraufhin die Wärter ihn mit kaltem Wasser übergossen. Nachdem er wieder zu sich gekommen war, setzten sie die Elektroschockfolter fort. Ein Wärter versetzte ihm Elektroschocks an den Genitalien und lachte über sein Leiden. Er trägt bis heute Narben an seinem Körper.

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Original-Artikel auf Chinesisch

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