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Tief im Herzen wissen wir, was richtig und was falsch ist

In meinen ersten Lebensjahren war ich sehr ruhig. Ich brauchte nicht viel und wollte nicht viel, war aber sehr sensibel und nicht sehr stark. Wenn die anderen damit beschäftigt waren, sich um Puppen oder andere Spielzeuge zu streiten, redete ich lieber mit Steinen, Pflanzen oder Wesen, die ich sah, zog mich zurück und hatte meine Ruhe. Ich habe mich noch nie gerne mit anderen gestritten oder gekämpft. Genau deswegen fühlte ich mich auch immer anders.


Mit Beginn der Pubertät und dem wachsenden Druck, „dazuzugehören“ und einfach wie alle anderen zu sein, versuchte ich mich über viele Jahre anzupassen. Ich kleidete mich sehr knapp, trank Alkohol und das Thema sexuelle Befreiung ging auch nicht spurlos an mir vorbei. Ich trainierte mir alle möglichen Anhaftungen regelrecht an und war irgendwann kaum zu bändigen. Ich wurde schlecht in der Schule, enttäuschte meine Eltern fast täglich und tat viel Schlechtes. 

Trotz der großen Anstrengungen hatte ich immer eine Stimme in mir, die mir ganz genau sagte, dass das, was ich tat, falsch war. Heute weiß ich, dass wir alle Buddha-Natur haben und tief im Herzen wissen, was richtig und was falsch ist. Jedoch beachtete ich diese nicht und ließ der Dämonnatur freien Lauf. Denn schließlich konnte das, was alle machten, von meinem damaligen Standpunkt aus gesehen nicht falsch sein.

Nach einigen Jahren fühlte ich mich innerlich ziemlich kaputt und vor allem gar nicht mehr wie ich selbst. Ich war zerrissen zwischen der inneren Stimme, die mich immer wieder auf den richtigen Weg führen wollte, und der starren Ansicht, dass das, was ich tat, ja richtig sein musste, wenn es alle anderen doch auch taten.

Als ich ca. 23 Jahre alt war, begann ich, mich daran zu erinnern, wer ich eigentlich bin. Ich verstand, dass dieser Charakter, den ich über die Jahre entwickelt hatte und mit dem ich mich überhaupt nicht gut fühlte, gar nicht ich selbst war. Also beschloss ich, Schritt für Schritt wieder zu meinem ursprünglichen Selbst zurückzukehren. Dabei legte ich viele schlechte Angewohnheiten und Dinge ab. 

Ich wurde eine gute Mutter für meinen Sohn, machte meine Eltern glücklich und begann wieder, zuerst an die anderen zu denken und entsprechend zu handeln. Ich schlief nicht mehr gegen meinen inneren Willen mit Männern, trank nur noch selten Alkohol und strengte mich an, wieder auf die Beine zu kommen. Es war eine harte Zeit, die natürlich mit viel Leiden verbunden war. Ich verstand nicht, warum ich ausgerechnet jetzt, wo ich doch einen guten Weg ging, noch mehr leiden musste. Heute weiß ich, dass ich in der unbändigen Zeit sehr viel Karma aufgebaut hatte und genau dieses Leid und das Durchhalten mir dabei halfen, das Karma abzubauen.

Zeitgleich begann ich mich durch meine Mutter, die Heilpraktikerin ist und traditionelle chinesische Medizin studierte, oberflächlich für die Prinzipien des Buddhismus zu interessieren. Ich versuchte, ein besserer Mensch zu werden. 

Mein Leben wurde wieder geordneter und ich hatte bis zu einem bestimmten Punkt den Eindruck, geistig ständig zu wachsen. Doch irgendwann stagnierte die Entwicklung, das ging einige Jahre lang so und ich wusste nicht, warum. Heute denke ich, dass es an verschiedenen Anhaftungen lag, die ich bis dahin weder erkannt hate noch als schlecht empfand.

Beginn meiner Kultivierung

Irgendwann war ich schriftlich im Kontakt mit einem alten Freund und wir tauschten uns über spirituelle Themen aus. Er erzählte mir, dass er Dafa praktizieren würde. Er schickte mir auch das Zhuan Falun (Hauptwerk der Lehre Falun Dafa). Ich las darin ein paar Seiten, legte das Buch dann aber für ca. ein Jahr zur Seite.

Der Begriff Meister ist in Deutschland eher fremd und ich wollte mich nach niemandem richten, sondern meine Erkenntnisse einfach für mich selbst sammeln. Wie naiv. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie dankbar ich dem Meister irgendwann sein würde. 

Ungefähr ein Jahr später und geistig noch kein Stück weiter dachte ich wieder einmal über mich nach, wie ich in früheren Zeiten gewesen war, und über die Dinge, die ich als Kind gesehen hatte. Ich wünschte mir, eine Erklärung zu bekommen für das, was ich damals gesehen hatte. Einen Tag darauf schrieb ich wieder an meinen Bekannten. Wir kamen wieder schnell auf das Thema Falun Dafa. Danach hatte ich plötzlich den starken Wunsch, das Buch zu lesen. Diesmal konnte ich mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören.

Als ich in Lektion 2 zum Thema Himmelsauge kam, verstand ich zum ersten Mal, dass dieses Anderssein als Kind gar nichts Schlechtes gewesen war, und war sehr gerührt. Einige Stellen im Buch spiegelten Gedanken wider, die ich über die Jahre gehabt, aber nie hatte einordnen können. Andere Textstellen waren noch viel zu hoch, um sie zu erkennen. Aber bei jeder Stelle, die ich verstand, hatte ich den Eindruck, mich das erste Mal richtig zu erkennen und so viele Fragen beantwortet zu bekommen, auf die ich nie eine Antwort gefunden hatte. 

Mir wurde auch das erste Mal bewusst, dass es ein ursprüngliches „Ich“ und ein „erworbenes Ich“ gibt und dass diese bei mir in einem Zwiespalt stehen.

Zum gleichen Zeitpunkt geschah etwas mit meinem Körper. Wenn ich abends im „Zhuan Falun“ las, schmerzte mein Körper sehr stark. In der Nacht hatte ich das Gefühl, regelrecht zu verglühen. Ich war ganz heiß und dachte, ich bekäme eine schwere Erkältung oder Grippe. Am nächsten Tag ging es mir wieder gut und ich konnte meine Arbeit erledigen, mich um meinen Sohn kümmern und für die anstehenden Klausuren effektiv lernen. 

Am Abend bekam ich dann plötzlich wieder starke Schmerzen – vor allem in den Beinen – und hatte wieder das Gefühl, in der Nacht zu verglühen und krank zu werden. Am nächsten Morgen ging es mir dann wieder gut. So ging das ca. drei oder vier Tage.

In dieser Zeit las ich im Zhuan Falun:„Wir müssen den Körper für ihn reinigen, damit er sich zu hohen Ebenen kultivieren kann. Bei der Kultivierung auf der niedrigsten Ebene gibt es eine Phase, in der dein Körper vollständig gereinigt werden muss.“ (Zhuan Falun 2019, S. 7)
und:

Wie ‚krank‘ du dich auch fühlst, ich hoffe, dass du trotzdem weiter zum Kurs kommst. Das Fa ist schwer zu bekommen. Wenn du dich besonders schlecht fühlst, bedeutet das, der Gipfel ist erreicht und die Wende folgt.“ (ebenda, S. 111)

So hatte ich keine Angst, sondern wusste, dass der Meister bereits dabei war, mir zu helfen, Krankheitskarma zu beseitigen.

Starke Störungen zu Beginn der Kultivierung

So wurde ich immer standhafter. Doch als der Entschluss zur Kultivierung immer fester wurde und ich auch die Übungen gemeinsam mit einer Gruppe in der Nähe lernte, traten plötzlich starke Störungen auf. Familie und Freunde sprachen aus heiterem Himmel heraus immer wieder über Sekten und Ähnliches. Wenn ich Musik zum Üben auf YouTube suchte, tauchten enorm viele störende Beiträge auf und ich fühlte mich sehr schlecht und etwas zerrissen, da ich das Fa in der kurzen Zeit noch nicht richtig gelernt hatte. Auch bei den Übungen wurde ich durch verschiedene Dinge stark gestört.

In dieser Situation las ich passenderweise im Zhuan Falun:
Wenn du aber mit den Übungen anfängst, kommt so etwas vor. Viele von euch haben nicht genau nachgedacht, was eigentlich los ist. Sie finden es sehr merkwürdig und sind missmutig, sodass sie die Übungen nicht mehr weitermachen. Mit einem „merkwürdig“ sind sie schon blockiert worden. Das sind eben Störungen von Dämonen; sie steuern die Menschen, um dich zu stören.“ (ebenda, S. 283)

Ich beschloss also, diese dämonischen Störungen zu beseitigen und fest hinter Dafa zu stehen. Ich blieb standhaft: Ich las täglich im „Zhuan Falun“ und machte die Übungen auch dann, wenn ich stark gestört wurde. Negative Gedanken erkannte ich nicht als die meinigen an. Heute gibt es kaum noch Probleme dieser Art. 

Ich bin sehr froh, dass ich zu jedem Problem, das auftauchte, kurz darauf eine passende Erklärung im Buch las. Ich denke, dass dies kein Zufall ist, sondern die Hilfe des Meisters, standhaft zu bleiben, zu erkennen und das Fa (Gebot) wirklich zu lernen. 

Heute

Nun ist seit Beginn meiner Kultivierung einige Zeit vergangen. Durch das tägliche Lesen mit den anderen Praktizierenden, den Austausch und das konsequente Fa-Lernen erkenne ich immer wieder erworbene Anhaftungen und kann sie beseitigen. Mein Verständnis für das Fa wächst stetig und ich kann fester hinter meinen Entscheidungen stehen, da ich jetzt nicht nur weiß, was richtig und was falsch ist, sondern es mir auf meiner jeweiligen Ebene auch ganz klar bewusst ist. Ich konnte das erste Mal wieder etwas sehen, jedoch nur ganz kurz und unspezifisch.

Im Zhuan Falun steht:
Wird dein Himmelsauge auf der Ebene des Weisheitsauges geöffnet, verfügst du zwar nicht über die Fähigkeit, durch Mauern zu sehen oder einen menschlichen Körper zu durchleuchten, du bist jedoch in der Lage, Erscheinungen in anderen Räumen zu sehen. Was ist das Gute daran? Es kann deine Zuversicht auf das Praktizieren stärken. Wenn du tatsächlich Dinge siehst, welche die gewöhnlichen Menschen nicht sehen, wirst du feststellen, dass es wirklich existiert. Ganz gleich, ob du jetzt deutlich sehen kannst oder nicht, dein Himmelsauge wird auf dieser Ebene geöffnet; das ist vorteilhaft für dein Praktizieren.“ (ebenda, S. 65)

Ich war mir erst unsicher, ob ich eine Illusion oder etwas Wirkliches gesehen hatte.

Aber der Meister sagte 1996 auf der Fa Erklärung in Sydney:
Eigentlich hast du es wirklich gesehen, aber du hältst es für Illusion. Viele Menschen halten es für eine Vorstellung, wenn sie etwas sehen können. Ich sage euch, wenn die Augen des Menschen etwas sehen – du bist schon daran gewöhnt und denkst, dass die Augen es sehen. Aber hast du darüber nachgedacht, dass das, was du siehst, durch die Sehnerven an dein Gehirn geleitet und dass die Bilder dort abgebildet werden, es wird im Gehirn abgebildet, welche Gegenstände du siehst. Und deine Augen sind nur so etwas wie das Objektiv eines Fotoapparates, sie selbst können Dinge nicht analysieren und abbilden, sondern das Gehirn bildet die Bilder ab. Da das Gehirn die Bilder abbildet, werden die Dinge, die wir mit dem Himmelsauge sehen, und die gedanklichen Vorstellungen des Menschen alle im Gehirn abgebildet. Beim Denken denkst du mit dem Gehirn; wenn du etwas siehst, bildet es sich auch im Gehirn ab. So glauben manche, es wären Vorstellungen, wenn sie etwas sehen können. Aber das ist nicht dasselbe. Denn das, was du durch Vorstellungen siehst, kann nicht so wahr und klar aussehen, es kann sich nicht bewegen, es ist ein festes Bild. Aber das, was du wirklich siehst, bewegt sich.
So bin ich mir auch hier sicher, dass mir dieser kleine Einblick gewährt wurde, um meine Überzeugung zu festigen.

Seit kurzem erkläre ich bisher noch größtenteils im Bekanntenkreis die wahren Umstände über Falun Dafa. Mit der wachsenden Standhaftigkeit meiner aufrichtigen Gedanken steigt auch die Anzahl positiver Reaktionen und interessierter Personen. 

Mein Sohn, der gerade 15 Jahre alt und in der Pubertät ist und bisher nur Augenrollen als Reaktion auf Spiritualität im Allgemeinen gezeigt hat, ist plötzlich sehr interessiert an Falun Dafa. Seither unterhalten wir uns fast jeden Tag über das Fa. Früher wäre das undenkbar gewesen.

Der Meister schreibt im Zhuan Falun:
Du darfst nur meine originalen Worte nehmen und dazu noch sagen: ,Wie es im Buch geschrieben steht.’ Du darfst es nur so sagen. Warum? Wenn du es so sagst, trägt es die Kraft von Dafa in sich.“ (2019, S. 175)

Durch das Zitieren des Zhuan Falun tragen meine Worte auch die Kraft des Dafa in sich.

Mit meiner Mutter, Freunden und Kollegen unterhalte ich mich oft über die wahren Umstände der Verfolgung in China und erfahre dabei immer mehr Offenheit. Ich bin fest entschlossen, das Feld dahingehend zu vergrößern und dem Meister zu helfen, die wahren Umstände zu erklären. Ich hoffe, dass ich diese Sache gut machen kann. 

Im Großen und Ganzen möchte ich nur noch sagen, dass ich dem Meister heute von Herzen dankbar bin, die Gelegenheit zur Kultivierung bekommen zu haben. 

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