Nach Weihnachten und Ostern ist Pfingsten das dritte wichtige Fest im Christentum. Es wird genau 10 Tage nach Christi Himmelfahrt gefeiert und markiert den Beginn der Kirche als Institution. Mit der Ausgießung des Heiligen Geistes werden einige der Jünger zu Aposteln, die von nun an befähigt sind, den Auftrag der Mission und Gemeindegründung umzusetzen.
Im Gegenzug zur christlichen Urgemeinde, kannten unsere heidnischen Vorfahren Pfingsten noch nicht. Kelten, Germanen und Slawen feierten im Verlaufe des Frühjahres bis zur Sommersonnenwende mehrere Feste, um ihre Gottheiten, das Licht, das Leben und den Kreislauf der Natur zu würdigen. Im Zuge der fortschreitenden Christianisierung wurden die heidnischen Gebräuche durch die uns heute allen bekannten Feiertagen wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten „ersetzt“.
Warum dauert es 40 Tage bis Christi Himmelfahrt?
40 Tage nach Ostern erfolgt Christi Himmelfahrt. Die 40 Tage stehen im Zusammenhang mit dem Loslösungsprozess der Seele vom Körper. Früher hielten die Menschen drei Tage Wache am Bett eines Verstorbenen, bis die Leichenstarre einsetzte. Danach erfolgte die Beerdigung.
Laut Berichten von hellsichtigen Menschen, geht der Ablösungsprozess auf der für unsere Augen unsichtbaren Ebene weiter, bis der Verstorbene schließlich „in den Himmel eingeht“. So können sich Verstorbene noch eine Weile in der Nähe der Lebenden aufhalten, bis sie sich dann endgültig verabschieden.
In den 40 Tagen, bis zu Christi Himmelfahrt, erschien der gekreuzigte Jesus seinen Getreuen mehrmals in unterschiedlichen Situationen. Dabei konnten sie ihn noch wahrnehmen und mit ihm sprechen.
Pfingsten: Der Geburtstag der christlichen Kirche und Missionsarbeit

Am 50. Tag kehrte der göttliche Segen oder die göttliche Inspiration auf die Erde zurück. Sie wird auch als „Ausgießung des Heiligen Geistes“ bezeichnet.
Dabei wird der Heilige Geist ikonografisch als Taube, der ausgegossene Segen mit züngelnden Flammen dargestellt.
Diese Flammen schenkten den Jüngern Weisheit und einen tiefen Glauben. Daher wird Pfingsten als Geburtstag der Institution Kirche verstanden, inklusive des Auftrages zur Mission und dem Gemeindeaufbau.
Im 1. Jahrhundert bereisten mehrere Apostel Syrien, Kleinasien, die türkische Ägäisküste, Griechenland und Makedonien. Paul, Petrus und Johannes bauten in den jeweiligen Gebieten die ersten christlichen Gemeinden auf. Bekannt sind die Briefe des Paulus, mit denen er die Gemeinden in ihrem Entwicklungsprozess begleitete. Im 2. Jahrhundert entwickelte sich in Kleinasien das erste, von der christlichen Religion dominierte Gebiet.
Trotz zunehmend widriger Umstände und der zeitweise andauernden Verfolgungen des christlichen Glaubens, breitete sich das Christentum weiter aus, bis unter Konstantin dem Großen (circa 280 bis 337) der Wechsel von der römischen Staatsreligion zum Christentum vorbereitet wurde. Ab 380 war dann der christliche Glaube verbindlich für alle Bürger des Reiches. Dank dieses Beschlusses wurde die Kirche zu einem wesentlichen Teil Trägerin des römischen Erbes.
Wie wurde die Päonie zur „Pfingstrose“?
Die Pfingstrose ist eine eigene Gattung und keine Rose im eigentlichen Sinne. Der Name Paeonia geht auf den griechischen Götterarzt Paian zurück, der der Sage nach mit der Hilfe der Pflanze den im Kampf verwundeten Pluton geheilt hatte.
Im Unterschied zur Rose mit Dornen oder Stacheln, die das Leid Jesu am Kreuz darstellt, hat die Pfingstrose keine. Sie symbolisiert auch nicht das Leiden, sondern das Heil, die Heilung und die Schönheit.
In einer Legende sagt Ruth aus Galiläa, die verheiratet war und Kinder hatte, und darum Jesus nicht hatte nachfolgen können, nachdem an Pfingsten die Rosen in ihrem Garten keine Stacheln trugen: „Gott hat die Dornen fortgenommen und das Leid in Freude verwandelt.“
Mit der Freude ist das (ewige) Leben gemeint, aber auch die Freude Gottes über jeden Menschen, dessen Herz sich mit dem göttlichen verbindet, sich an guten Werten und Tugenden orientiert und dem Meister fleißig nachfolgt.
Quellen:
(1) Wolf-Dieter Storl auf Youtube zu Pfingsten, sein Erzählen ist der Leitfaden dieses Berichtes und im Besonderen des alten Wissens der heidnischen Völker Europas.
Evangelische Kirche: Zeugen der Auferstehung Christi
Christentum wird Staatsreligion
Slawische Mythologie
Keltischer Jahreskreis
Das Altarbild zeigt die Taube (Heiliger Geist) gemalt von Bernhard van Orley um ca. 1512,
Hessen-Kassel Heritage



