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Razzia in Qiqihar: „Operation Netz zuziehen“ – ein Augenzeugenbericht

Im Rahmen einer Razzia, die als „Operation Netz zuziehen“ geführt wurde, verhafteten Polizisten im April und Mai 2022 über 30 Einwohner in Qiqihar, Provinz Heilongjiang – und das nur, weil sie ihren Glauben an Falun Dafa nicht aufgeben wollten.

Anfang 2022 lud die Polizeibehörde Qiqihar alle örtlichen Polizeikräfte aus sieben Bezirken und neun Landkreisen zu einer Besprechung ein mit dem Ziel, die Verhaftung von Praktizierenden in der Region zu verschärfen.

Der Vize-Bürgermeister Cheng Dong sowie der Polizeichef von Qiqihar wiesen die Beamten an, die Praktizierenden vor Ort zu verfolgen, zu überwachen und zu schikanieren. Vor allem diejenigen, die während der Pandemie beharrlich auf die Verfolgung aufmerksam gemacht haben, wurden zur Zielscheibe der Beamten.

Die Operation wird von Guo Xiaofeng unterstützt, dem Leiter des Komitees für Politik und Recht der Stadt Qiqihar. Dabei handelt es sich um eine übergeordnete Behörde, welche die öffentliche Sicherheit und Justiz überwacht und die Verfolgungspolitik gegen Falun-Dafa-Praktizierende steuert.

Eine der Praktizierenden, die von der Razzia betroffen war, war Li Dongmei. Sie berichtet hier von ihrer Verhaftung am 13. Mai 2022.

***

Als ich am 13. April um 8:25 Uhr die Tür öffnete und zur Arbeit gehen wollte, stürmten drei Zivilbeamte herein, zwei Männer und eine Frau. Ohne Worte entrissen sie mir die Handtasche und das Handy.

Ich fragte, woher sie kämen und was sie wollten. Ein großer Mann in schwarzer Jacke antwortete, sie seien von der Polizeibehörde Tiefeng. Er zeigte mir ganz kurz seinen Ausweis, ohne dass ich ihn mir genauer ansehen konnte. Später erfuhr ich, dass es sich um den Vize-Chef der Polizeiwache Tongdonglu, Xie Peng, handelte. Der andere Beamte war Tang Liang. Der Name der Frau ist mir unbekannt.

Xie entfernte meinen Wandkalender, der Informationen über Falun Gong enthielt, sowie meinen Falun-Gong-Anhänger am Spiegel. Tang ging direkt in mein Schlafzimmer und nahm das Porträt von Meister Li (dem Begründer von Falun Gong) ab, das über meinem Schrank hin. Er suchte im Schlafzimmer auch nach anderen Gegenständen, die mit Falun Gong in Verbindung standen.

Als meine Tochter, die gerade Fernunterricht hatte, den Krach hörte, kam sie aus ihrem Zimmer. Sie filmte die Beamten und verlangte ihre Ausweise. Doch Xie nahm ihr einfach das Handy weg.

Meine Tochter argumentierte, dass sie das Recht habe, sie zu filmen. Xie behauptete, dass er uns überwachen dürfe. Er drohte damit, meine Tochter wegen Behinderung der Strafverfolgung zu verhaften. Dann schaute er sich die Fotos auf ihrem Handy an und zwang sie, das gerade aufgenommene Video zu löschen. Andernfalls würde er ihr Handy beschlagnahmen. Da meine Tochter für den Online-Unterricht auf das Mobiltelefon angewiesen ist, war sie von der Polizei so sehr eingeschüchtert, dass sie nicht mehr aufhören konnte zu weinen. Auf unsere Nachfrage, ob ein Durchsuchungsbefehl vorläge, zeigte die Polizei ein Blankoformular, das nur einen Stempel, aber keinerlei weiteren Angaben enthielt.

Während sie unsere Wohnung durchsuchten, kamen drei weitere Beamte, von denen einer bei der Stadtverwaltung arbeiten soll. Er schaute sich in der Wohnung um und ging dann mit einer Person. Der andere schloss sich den drei Polizisten an und half bei der Durchsuchung meiner Wohnung. Dabei wurde die Schublade meines Nachttischs beschädigt.

Sie nahmen mir meine Falun-Gong-Bücher weg und sahen sich den Computer meiner Tochter an, den sie für den Unterricht nutzte. Da es sonst nichts zu holen gab, nahmen sie mehrere alte Mobiltelefone, Ladegeräte, Kabel sowie einige Blumen und Leuchten mit, die ich vor das Porträt des Meisters gestellt hatte.

Weil sie bei mir nicht viele Dinge finden konnten, die in Verbindung zu Falun Gong standen, blieben einige Beamte bei mir zu Hause und verhörten meine Tochter. Die anderen nahmen mich ohne Haftbefehl mit zur Polizeidienststelle des Bezirks Tiefeng.

Im Verhörraum bei der Polizei fotografierte mich ein 40-jähriger Stasi-Beamter gegen meinen Willen und riss mir die Gesichtsmaske herunter. Der Beamte Sun Bo versuchte mich einzuschüchtern. Die Polizistin, die bei uns zu Hause war, und eine etwa 50-jährige Beamtin durchsuchten mich.

Die Polizisten warnten mich: Falls ich nicht zugäbe, dass die beschlagnahmten Dinge alle mir gehörten, würden sie behaupten, sie gehörten meiner Tochter. Sie forderten mich auch auf, die von ihnen inszenierten Beweise anzuerkennen.

Li Guofeng, der Leiter der Staatssicherheit des Kreises Longjiang, der mich früher im Rahmen der „Null-Fälle-Kampagne“ schikaniert hatte, kam ebenfalls, um mich zu verhören. Wenn ich nicht die vorbereitete Erklärung zum Verzicht auf Falun Gong unterschreiben würde, würde ich verurteilt, drohte er mir.

Um 18 Uhr wurde meine Tochter zur Polizeiwache gerufen, damit sie ein Dokument für meine Freilassung gegen Kaution unterschrieb. Um 20 Uhr kam ein junger Polizist um die 30, der von mir Fotos machte. Kurz darauf brachte ein anderer Beamter meine Tochter in einen separaten Raum. Er versuchte, sie unter Druck zu setzen, damit sie mich zur Aufgabe von Falun Gong überredete.

Als ich ihnen sagte, dass es für mich nicht in Frage käme, Falun Gong aufzugeben, wurde der Beamte, der wohl für meinen Fall zuständig war, sehr aufgebracht. Er drohte, mich zu zwei oder drei Jahren Haft verurteilen zu lassen. Später fand ich heraus, dass es sich bei dem Mann um Lu Liang handelte, den Direktor der Staatssicherheit von Tiefeng.

Sie hielten mich bis 22 Uhr auf der Polizeibehörde fest. Da ich an diesem Tag nur sehr wenig zu Mittag gegessen hatte, war ich unterzuckert, als ich nach Hause kam.

Kontaktinformationen zu den Beteiligten:

Xie Ping, Vize-Leiter des Polizeiwache Tongdonglu: +86-17745207177, +86-13836241922

Tang Liang, Beamter der Polizeistation Tongdonglu: +86-13604523168

Lu Liang, Direktor der Staatssicherheit Tiefeng: +86-13945268839, +86-18946296356, +86-18845211212

Quelle: Minghui

Chinesische Version

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