September/Oktober 2025: Verhaftung oder Schikane an 851 Falun-Dafa-Praktizierenden

Im September und Oktober 2025 wurden insgesamt 851 Fälle gemeldet, wo Falun-Dafa-Praktizierende aufgrund ihres Glaubens verhaftet oder schikaniert wurden.

Die 851 Fälle umfassten 482 Verhaftungen und 369 Schikanen. Bei 243 Praktizierenden wurden die Wohnungen durchsucht und 27 wurden in Gehirnwäsche-Einrichtungen festgehalten. Einige dieser Verfolgungsfälle ereigneten sich bereits vor Jahren. Die Verzögerung bei der Meldung ist auf die Informationszensur in China unter dem kommunistischen Regime zurückzuführen, die es den Minghui-Korrespondenten erschwerte, die Daten zeitnah zu sammeln, zu überprüfen und zu veröffentlichen.

Die 851 Praktizierenden stammten aus 27 Provinzen, autonomen Regionen oder regierungsunmittelbaren Städten. Liaoning meldete mit 144 Fällen die meisten, gefolgt von Hebei mit 130 und Shandong mit 117 Fällen. In zwölf Regionen gab es zweistellige Fallzahlen zwischen elf und 93. In den übrigen zwölf Regionen wurden einstellige Fallzahlen zwischen einem und acht Fällen registriert.

Informationen über das Alter von 229 Praktizierenden zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung oder Belästigung liegen vor; die Jüngste ist um die 30 Jahre alt, sechs sind zwischen 40 und 50, 31 sind zwischen 50 und 60, 60 sind über 60 Jahre alt, 85 über 70 und 46 über 80 Jahre alt. Die Praktizierenden stammen aus allen Gesellschaftsschichten, unter ihnen sind pensionierte Hochschulprofessoren, Veteranen, Ärzte, Buchhalter und Regierungsbeamte.

Verhaftungen und Schikanen an „sensiblen Tagen“

Wie bereits berichtet, wurden Falun-Dafa-Praktizierende in ganz China im Vorfeld der Militärparade der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) vom 3. September 2025 verstärkt verhaftet und schikaniert. Die KPCh nimmt Falun-Dafa-Praktizierende regelmäßig im Vorfeld wichtiger Ereignisse oder Jahrestage, die sie als „sensible Tage“ bezeichnet, ins Visier. Das soll verhindern, dass diese Praktizierenden die Gelegenheit nutzen, auf die seit 26 Jahren andauernde Verfolgung aufmerksam zu machen.

In Shenyang in der Provinz Liaoning setzten sich die Verhaftungen auch nach der Militärparade fort. Allein im August und September 2025 wurden 43 Praktizierende festgenommen. Insidern zufolge leitete das Amt für Öffentliche Sicherheit der Provinz Liaoning die Operation, an der verschiedene Polizeibehörden und Polizeistationen beteiligt waren. Die Polizisten trugen bei den Verhaftungen Zivilkleidung und durchsuchten die Wohnungen der Praktizierenden ohne Durchsuchungsbefehl. Die 73 Jahre alte Gao Jingjie wurde im August 2025 verhaftet. Liu Yantao (Geschlecht unbekannt) wurde am 6. September 2025 verhaftet. Die 67 Jahre alte Wang Liufeng wurde am 25. September 2025 verhaftet.

In der Provinz Gansu wies die Polizeibehörde von Jinchang ihre nachgeordneten Polizeistationen an, zwischen Ende August und Anfang September 2025 Fingerabdrücke und Blutproben von Falun-Dafa-Praktizierenden zu nehmen. Im Folgenden werden zwei Fälle von Belästigung geschildert.

Am 25. August, kurz nach 11 Uhr, kamen vier Männer in Chen Guifangs Laden. Einer von ihnen fragte sie, ob sie ihn kenne. Sie verneinte und er erinnerte sie daran, dass er im April dieses Jahres in ihrem Laden gewesen sei. Dann zeigte er Fotos von ihr, die er auf seinem Handy hatte. Erst da wurde ihr klar, dass sie sie monatelang ohne ihr Wissen und ihre Zustimmung überwacht und fotografiert hatten. Sie verlangte seinen Ausweis, den er ihr schnell zeigt. Er sagte, sie kämen von der Polizeiwache der Peking-Straße und benötigten ihre Fingerabdrücke.

Chen weigerte sich, mit ihnen zur Polizeiwache zu gehen, woraufhin sie ihr drohten, die Ausbildung ihres Enkels zu streichen. Ein Beamter filmte sie. Ein zweiter verriegelte die Tür. Die anderen beiden zerrten sie zu ihrem Streifenwagen. Auf der Wache nahmen sie ihre Fingerabdrücke und eine Blutprobe.

Am 6. September 2025 klopften zwei Beamte der Polizeiwache Peking-Straße an die Tür der 71-jährigen Liu Guiju. Als sie sich weigerte, die Beamten hereinzulassen, riefen diese ihren im selben Haus lebenden Sohn an und forderten ihn auf, seine Eltern zu überreden, der Polizei das Abnehmen von Fingerabdrücken und Blutproben zu gestatten.

Da Liu sich weigerte, kam die Polizei am nächsten Abend erneut zu ihrer Wohnung. Ihr Sohn öffnete die Tür. Fünf Beamte stürmten herein, darunter ein Polizeichef mit Nachnamen Zhao, ein Direktor und der Beamte Xie Xiaofeng. Einer von ihnen filmte Liu. Die anderen nahmen ihr mit Gewalt Blut ab und erfassten Finger- und Handflächenabdrücke sowie weitere biometrische Handdaten. Auch ihrem Mann, Cao Heping, 71, wurde gegen seinen Willen eine Blutprobe entnommen. Währenddessen stand ein weiterer Beamter vor ihrem Haus Wache.

Neben der Militärparade wurden Praktizierende auch an anderen „sensiblen Tagen“ ins Visier genommen. Ein Polizist in Dalian, Provinz Liaoning, erklärte einer Praktizierenden bei ihrer Festnahme vor dem Nationalfeiertag (1. Oktober), dass ihre Festnahme notwendig sei, um die Quote zu erfüllen. Zahlreiche Praktizierende wurden nach ihrer Festnahme wochenlang festgehalten.

Es gab auch Fälle von Praktizierenden in Shanghai, Chongqing und Shiyan in der Provinz Hubei sowie in Jinan in der Provinz Shandong, die vor dem Vierten Plenum des 19. Zentralkomitees der KPCh, das vom 20. bis 23. Oktober 2025 stattfand, verhaftet wurden.

Verfolgung von älteren Praktizierenden

Über 80-Jähriger aus Liaoning stirbt 41 Tage nach Verhaftung

Der über 80 Jahre alte Liu Xiangzhao aus der Stadt Lyushun in der Provinz Liaoning wurde am 24. April 2025 auf einem Bauernmarkt verhaftet, als er dort Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilte. Die Beamten brachten ihn zur Polizeiwache Tuchengzi und sperrten ihn in einem dunklen Raum. Er musste längere Zeit auf dem kalten Zementboden sitzen. Die Polizei zwang ihn, unbekannte Medikamente einzunehmen, und ließ ihn dann frei.

Die Polizei durchsuchte Lius Wohnung und beschlagnahmte ein Bild des Falun-Emblems, dem Symbol von Falun Dafa. Liu und seine Frau gingen zur Polizeiwache und forderten das Bild zurück, wurden jedoch hinausgejagt.

Seitdem verschlechterte sich seine Gesundheit, bis er am 4. Juni 2025 verstarb.

84-Jähriger aus Shandong weiterhin in Haft

Der 84-jährige Shi Guoxing aus der Stadt Laixi, Provinz Shandong wurde am 25. August 2025 erstmals festgenommen durch Beamte der Polizeiwache Niuxibu, die am Morgen seine Wohnung durchsuchten. Sie hatten ihn ins Visier genommen, nachdem Überwachungsvideos gezeigt hatten, wie er selbstklebende Aufkleber mit Informationen über Falun Dafa anbrachte. Sie brachten ihn zur Polizeiwache, um ihn Stunden später gegen Kaution freizulassen.

Beamte der Polizeibehörde der Stadt Laixi brachen am 1. Oktober 2025 um 8 Uhr morgens in Shis Wohnung ein und beschlagnahmten seine Falun-Dafa-Bücher, seinen Drucker und andere Wertgegenstände. Sie brachten ihn und seine 82-jährige Frau Song Zhenfang zur Polizeiwache Sunshou. Song wurde am selben Abend freigelassen, Shi hingegen wurde in die Haftanstalt von Laixi gebracht und befindet sich seitdem in Haft.

Zwei betagte Praktizierende weiterhin in Haft – zwei weitere warten auf Rückgabe beschlagnahmter Wertsachen

Vier betagte Bürger der Stadt Shenyang in der Provinz Liaoning wurden im September 2025 wegen ihres Glaubens an Falun Dafa verhaftet. Zwei von ihnen befinden sich weiterhin in Haft an einem unbekannten Ort.

Die Männer Pan (78) und Yan (74) besuchten Frau Huang Shixiang (80) am Morgen des 19. September 2025. Unmittelbar nachdem die beiden Männer (deren Vornamen noch ermittelt werden) gingen, wurden sie von acht Zivilbeamten der Polizeistation Beita direkt vor Huangs Wohnhaus festgenommen.

Polizisten öffneten Huangs Tür mit einem Generalschlüssel. Ihre weitere Besucherin, Liu Tingxiu (82), die sich noch in der Wohnung befand, verlangte ihre Ausweise und einen Durchsuchungsbefehl zu sehen. Ein Beamter zeigte ihnen ein Blatt Papier, doch die Frauen konnten den Inhalt nicht erkennen.

Huang wurde fast zwei Stunden lang in einem Schlafzimmer festgehalten. Während dieser Zeit beschlagnahmten Polizisten ihre Falun-Dafa-Bücher und Informationsmaterialien sowie 38.000 Yuan (etwa 4.600 Euro) Bargeld.

Huang durfte die beschlagnahmten Gegenstände weder überprüfen noch erhielt sie eine Liste davon. Anschließend brachten die Beamten sie und Liu zur Polizeiwache Beita, wo Lius Hausschlüssel abgenommen wurde.

Während Liu auf der Polizeiwache festgehalten wurde, durchsuchten Polizisten ihre Wohnung und beschlagnahmten sämtliche Falun-Dafa-Bücher. Auch ihr wurde keine Liste der beschlagnahmten Gegenstände ausgehändigt.

Nach dem Verhör wurden Liu und Huang zur körperlichen Untersuchung ins Krankenhaus 739 gebracht. Bei Liu wurde ein systolischer Blutdruck von über 200 mmHg festgestellt. Noch vor Abschluss der Untersuchung wurde sie in die Erste Untersuchungshaftanstalt von Shenyang gebracht, wo man sie aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes jedoch nicht aufnahm.

Auch Huang wurde wegen ihres fast 90 Grad gekrümmten Rückens abgewiesen. Die Polizei erpresste von ihrer Familie 3.000 Yuan (etwa 370 Euro) und von Lius Familie 2.000 Yuan (etwa 250 Euro), bevor sie die beiden noch am selben Abend gegen Kaution freiließ.

Liu ging mehrmals zur Polizeiwache, um die beschlagnahmten Falun-Dafa-Bücher zurückzuerhalten, jedoch vergeblich. Auch Huang stellte dieselben Forderungen, ihre beschlagnahmten Gegenstände zurückzubekommen. Die Polizei bestritt jedoch, 38.000 Yuan Bargeld beschlagnahmt zu haben. Sie behauptete, lediglich etwas über 1.000 Yuan (etwa 120 Euro) in Banknoten mit Falun-Dafa-Aufdrucken einbehalten und den Rest des Geldes an ihren Mann zurückgegeben zu haben. Ihr Mann gab jedoch an, die Polizei habe ihm lediglich 1.000 Yuan in bar zurückgegeben.

Die Polizei hat Huang die restlichen 37.000 Yuan noch immer nicht zurückgegeben. Auch haben sie und Liu ihre Falun-Dafa-Bücher noch nicht zurückerhalten.

Pan und Yan befinden sich weiterhin in Haft – ihre Familien sind nicht über ihren Aufenthaltsort informiert worden.

Quelle und vollständiger Bericht auf Minghui.de: https://de.minghui.org/html/articles/2025/11/29/188597.html

Original-Artikel auf Chinesisch

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