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Studentin aus Toronto fordert Freilassung der Mutter, die in China wegen ihres Glaubens angeklagt wurde

Seit über zwei Monaten befindet sich eine Frau wegen ihres Glaubens an Falun Gong in China in Haft. Ihre in Kanada lebende Tochter forderte am 18. November 2021 bei einer Pressekonferenz vor der chinesischen Botschaft in Toronto ihre Freilassung.

Liu Yan wurde am 30. September in Kunming, Provinz Yunnan verhaftet, weil sie Falun Gong praktiziert. Ihre Tochter Liu Mingyuan studiert in Kanada Computeranimation an der Hochschule Sheridan.

Auf der Pressekonferenz schilderte sie die Qualen, die ihre Familie während der Verfolgung in China erleiden musste. Gleichzeitig appellierte sie an die kanadische Regierung, bei der Rettung ihrer Mutter zu helfen.

The Globe and Mail, Kanadas meistgelesene Zeitung, veröffentlichte am Tag vor der Pressekonferenz auf ihrer Website einen Artikel mit dem Titel „Protest vor der chinesischen Botschaft erweckt Aufmerksamkeit auf die Inhaftierung der Mutter einer Studentin aus Toronto“.

Das Leiden einer Familie

Frau Liu Mingyuan sprach über die Qualen ihrer Familie in China, einschließlich der ihrer Eltern und zwei Großmütter, alle wegen ihres Glaubens an Falun Gong.

In ihrer Rede sprach Liu über die Qualen, die ihre Familie in China wegen ihres Glaubens an Falun Gong erleiden musste.

Lius Mutter, Liu Yan, begann 1994, Falun Gong zu praktizieren. Damals studierte sie an der Pädagogischen Universität. Zwei Monate später war sie von chronischen Erkrankungen, darunter Hepatitis B und gynäkologische Beschwerden, geheilt.

Nach Beginn der Verfolgung im Jahr 1999 reiste Liu Yan mit ihrer damals zweijährigen Tochter nach Peking und forderte Gerechtigkeit für Falun Gong. Sie wurde festgenommen und zurück in ihre damalige Heimat nach Changchun, Provinz Jilin gebracht.

Liu Yan war Englischlehrerin bei der chinesischen Luftwaffe. Weil sie ihren Glauben an Falun Gong nicht aufgeben wollte, wurde sie ausgemustert. Später unterrichtete sie an der Lymington Hochschule der Jilin-Universität – einer Einrichtung, die von der Memorial University of Newfoundland in Kanada und der Jilin-Universität betrieben wurde. Gleichzeitig leitete sie das Büro für Auswärtige Angelegenheiten, wodurch sie viele Freundschaften mit kanadischen Lehrern schloss.

Um der Verfolgung zu entgehen, trafen Frau Liu Yan und ihr Ehemann, Herr Liu Yong, ein erfolgreicher Künstler und einer der 100 besten Maler in China, die Entscheidung, in die Provinz Yunnan zu ziehen.

Liu Yan lehrte an der Pädagogischen Universität Yunnan. Als Abteilungsleiterin für Fremdsprachenunterricht und -forschung schrieb sie ein Fachbuch, dessen Titel ins Deutsche übersetzt „Fließend Englisch sprechen“ hieß.

Es wurde dreimal veröffentlicht und nachgedruckt und als „ausgezeichnetes Lehrbuch“ für Universitäten in Yunnan ausgezeichnet. Die lokale Regierung drohte der Schule jedoch mit „Ärger“, wenn Frau Liu nicht gekündigt würde. Sie verlor wieder ihren Job.

Ihr Mann wurde im August 2012 verhaftet, als er an einem Skulpturenprojekt in einem Grenzbezirk in Yunnan arbeitete. Die Polizei warf ihm vor, Informationsmaterialien über Falun Gong verteilt und mit Leuten über die Verfolgung gesprochen zu haben. Er wurde bei der Kreispolizeidienststelle festgehalten und später zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Im Gefängnis überwachten und misshandelten acht Insassen Herrn Liu. Er wurde zu unbezahlter Zwangsarbeit gezwungen. Einmal trat er für mehr als eine Woche in einen Hungerstreik, um gegen die unmenschliche Behandlung zu protestieren, wurde aber mit einer Ernährungssonde durch die Nase zwangsernährt.

Frau Liu Mingyuan erinnerte sich: „Als mein Vater noch inhaftiert war, wurde auch meine Mutter kurz nach dem Neujahrstag 2015 von der Polizei festgenommen. Sie wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie anderen von der Verfolgung von Falun Gong erzählt hatte.“

Neben ihren Eltern wurde auch Mingyuans Großmutter mütterlicherseits wegen des Praktizierens von Falun Dafa verhaftet. Zwei Jahre war sie im berüchtigten Zwangsarbeitslager Masanjia in der Provinz Liaoning inhaftiert, wo sie brutal gefoltert wurde.

Weil die Großmutter väterlicherseits ihren Glauben nicht aufgeben wollte, wurde sie zurück in ihre Heimatstadt aufs Land gebracht. Die örtliche Polizei hielt sie eineinhalb Jahre in Gewahrsam. Später starb sie.

Aufwachsen mit Verfolgung

Liu Mingyuan berichtete auch von den Auswirkungen der Verfolgung auf ihr Leben.

Sie sagte: „Obwohl meine Eltern alles getan haben, um eine glückliche Umgebung für mich zu schaffen, in der ich aufwachsen konnte, sah ich mich einem sozialen Umfeld der Ungerechtigkeit und Unterdrückung gegenüber, das in diesen zwanzig Jahren einen großen Einfluss auf mein Leben hatte Es fiel mir schwer, mich Gleichaltrigen anzupassen. Ich fühlte mich ständig einsam und nervös. Das Einzige, was mich beruhigte und erfüllte, war die Malerei. Nachdem meine Mutter ihren Job verloren hatte, wollte ich nicht einmal mehr zeichnen. Meine Mutter ermutigte mich geduldig und schrieb mich in den professionellsten Kunstausbildungskurs ein. Aber nur wenige Wochen vor meinen Kunstprüfungen für den College-Eintritt wurde meine Mutter von der Polizei verhaftet und später zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Während meine Eltern zu Unrecht im Gefängnis saßen, gelang es mir, an der Chinesischen Kunstakademie – einer der besten Kunstschulen Chinas – mit der höchsten Punktzahl in meinem Hauptfach aufgenommen zu werden. Nach Abschluss der Aufnahmeprüfungen für die Hochschule erzählten mir meine Lehrer, dass die örtliche Polizei zweimal zur Schule gekommen war, um mich zu schikanieren und mich von den Aufnahmeprüfungen abzuhalten. Aber beide Male verhinderte dies die Schule. Sie erzählte mir auch nichts davon, damit ich mich auf meine Vorbereitungen konzentrieren konnte.

Meine Lehrer sagten mir auch, dass meine Mutter gespürt hatte, dass sie in Gefahr war, bevor sie verhaftet wurde. Sie lud meine Lehrer zum Abendessen ein und erzählte ihnen die Wahrheit über die Verfolgung von Falun Gong und die Situation unserer Familie. Sie wollte, dass sie sich um mich kümmern, falls ihr etwas Schlimmes passiert. Ich vergoss immer noch Tränen, wenn ich daran dachte, was damals passiert war. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie sich meine Mutter fühlte, als sie damals mit den Lehrern sprach. Während meines Studiums stand ich auch unter großem mentalem Druck.“

Flucht aus China und erneute Verhaftung der Mutter

Frau Liu Mingyuan sprach darüber, wie sie nach Kanada kam. „Meine Eltern beschlossen, mich ins Ausland zu schicken, um zu studieren und ein normales Leben in einem freien Land zu führen.“

„Ich wusste, dass die kanadische Regierung dem Thema Menschenrechte große Bedeutung beimisst. Sie hat vielen Gruppen aus vielen Ländern, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, eine Stimme verliehen und Schutz gewährt. Sie zeigt Verständnis für Falun-Gong-Praktizierende und unterstützt sie. So beschloss ich, nach Kanada zu kommen.“

Mingyuan war am Sheridan College in Toronto eingeschrieben, das über ein Top-Computeranimationsprogramm verfügt. Während ihres ersten Studienjahres gewann ihr animierter Kurzfilm den Preis „Beste Animation“ und brachte ihr ein Stipendium ein.

Sie fuhr fort: „Gerade als ich mich darauf konzentrierte, meine Fähigkeiten in der 3D-Animation zu verbessern, wurde ich von schlechten Nachrichten erschüttert: Meine Eltern, die noch dabei waren, ihr Leben neu aufzubauen, konnten der ständigen Verfolgung nicht entkommen.“

Die Polizei verhaftete ihre Mutter und durchsuchte ihre Wohnung am 30. September ohne Durchsuchungsbefehl. Sie beschlagnahmten mehrere Computer und Drucker. Ohne Beweise wurde die Verhaftung von Frau Liu Yan am 4. November genehmigt und sie wird nun im Untersuchungsgefängnis der Stadt Kunming festgehalten.

Frau Liu Mingyuan erklärte: „Dies ist nicht nur die Notlage unserer Familie. Es ist auch die Tortur, die Millionen von Falun-Gong-Praktizierenden in den letzten zwanzig Jahren widerfahren ist. Ich hoffe, dass mehr Menschen in der internationalen Gemeinschaft darauf achten und uns helfen können. Wir müssen die grausame Verfolgung beenden und die diktatorische Regierung davon abhalten, ihr eigenes Volk weiter zu misshandeln. Diese langwierige Verfolgung dauert seit fast 23 Jahren an und jedes Jahr werden Praktizierende getötet. Diese Verfolgung muss aufhören!“

Sie schloss mit den Worten: „Hiermit flehe ich das kanadische Volk, die Parlamentarier und die Regierung an, mir zu helfen, indem sie die Kommunistische Partei Chinas auffordern, meine Mutter freizulassen und die Verfolgung von Falun Gong zu beenden!“

Falun-Dafa-Verein von Kanada: Freilassung aller illegal inhaftierten Falun Gong-Praktizierenden

Joel Chipkar, Sprecher des Falun Dafa Vereins von Kanada, sprach ebenfalls auf der Pressekonferenz.

Er sagte: „Seit mehr als zwei Jahrzehnten berichten Amnesty International, die US-Regierung und die Vereinten Nationen über die illegale und gewaltsame Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden durch die KPCh im ganzen Land. Die KPCh hat intensive Hasspropaganda benutzt, um die Gesellschaft gegen diejenigen aufzubringen, die Falun Gong praktizieren. Millionen von Falun-Gong-Praktizierenden wurden entführt oder eingesperrt. Hunderttausende wurden während der Haft gefoltert, und Berichten zufolge wurden Tausende getötet.“

Neben Liu Yan werden in China elf weitere Angehörige kanadischer Staatsbürger wegen ihres Glaubens an Falun Gong verfolgt, berichtete Chipkar weiter.

„Wir sind hier, um die Verfolgung von Falun Gong zu verurteilen und die Freilassung aller Falun-Gong-Praktizierenden, einschließlich Frau Liu Yan, zu fordern.“

Chinesische Version verfügbar

Quellen: Toronto Resident Calls for Release of Mother Indicted in China for Her Faith | Falun Dafa – Minghui.org

Kanada: Studentin aus Toronto fordert Freilassung ihrer in China inhaftierten Mutter | Falun Dafa – Minghui.org

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