„Unbroken – die unerzählte Geschichte von Shen Yun“

Als Levi Browde zum ersten Mal von den Bombendrohungen hörte, die an ein Theater in Taiwan gesendet worden waren, wirbelten Sorgen in seinem Kopf herum. Seine beiden Söhne sollten mit Shen Yun Performing Arts dort auftreten.

Die Kunstkompanie Shen Yun hat ihren Sitz im US-Bundesstaat New York. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist sie vor Millionen Zuschauern auf der ganzen Welt aufgetreten. Unter dem Motto „China vor dem Kommunismus“ präsentieren die Künstler bei ihren Auftritten die traditionelle chinesische Kultur.

Seit 2024 sieht sich das Unternehmen jedoch eskalierenden Androhungen von Bombenanschlägen und anderer Gewalt ausgesetzt. Diese richten sich gegen den Hauptsitz und die Veranstaltungsorte weltweit. Dies sind nur einige der verdeckten Aktionen, die mit dem chinesischen Regime in Verbindung gebracht werden. Sie reichen von Desinformation in den Medien über bezahlte Proteste bis hin zu aufgeschlitzten Reifen an Tourneebussen. All dies zielt darauf ab, die Aufführungen des Unternehmens auf den Bühnen der Welt zu stoppen.

Executive producer Steve Lance describes the documentary, Unbroken: The Untold Story of Shen Yun, as an investigation into a sophisticated, Beijing-led influence operation against Shen Yun. pic.twitter.com/GcDRmIug9Y

— NTD News (@NTDNews) March 25, 2026

„Unbroken“ – eine Geschichte unbeugsamer Künstler

Familie Browde aus dem Großraum New York hat dies aus erster Hand erlebt.

Ihre Geschichte ist ein zentraler Bestandteil des Dokumentarfilms „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“. Dieser wurde vom US-Sender NTD, einem Schwestermedium der Epoch Times, produziert.

Die Browde-Brüder Jesse (r.) und Lucas (l.) in einem Screenshot von „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ bei der Weltpremiere im AMC Theater am Lincoln Square in New York City am 24. März 2026. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times
Die Browde-Brüder Jesse (r.) und Lucas (l.) in einem Screenshot von „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ bei der Weltpremiere im AMC Theater am Lincoln Square in New York City am 24. März 2026. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times

Am Dienstagabend feierte der Film im AMC Lincoln Square in Manhattan vor vollem Haus Premiere. Er beginnt mit einem thematisch passenden Zitat aus dem „Buch der Riten“, einem alten konfuzianischen Klassiker: „Man erkennt die Prinzipien eines Menschen daran, wie er tanzt.“

Doch lange Zeit war nicht klar, ob es überhaupt einen Film geben würde.

Das Projekt entwickelt Eigenleben

Zu Beginn seiner Reise wusste das Filmteam noch nicht, wie weit es mit dem Projekt gehen würde. Es habe mit einem Sonderbericht begonnen und sich im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt, erklärte der ausführende Produzent Steve Lance. Denn es seien immer mehr Erkenntnisse ans Licht gekommen.

Während das Team den Künstlern zu verschiedenen Veranstaltungsorten folgte, sie beim Training beobachtete und ihnen Fragen stellte, habe das Projekt eine Art Eigenleben entwickelt.

Podiumsdiskussion im Anschluss an die Weltpremiere von „Unbroken: Die unerzählte Geschichte von Shen Yun“ im AMC Theater am Lincoln Square in New York City am 24. März 2026. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Time
Podiumsdiskussion im Anschluss an die Weltpremiere von „Unbroken: Die unerzählte Geschichte von Shen Yun“ im AMC Theater am Lincoln Square in New York City am 24. März 2026. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times

„Auf der einen Seite gab es diese sehr raffinierte, allumfassende Kampagne zur Einflussnahme über das gesamte Spektrum hinweg, von China ausgehend, alles auf diese Gruppe abzielend“, sagte Lance gegenüber der Epoch Times. „Und doch stehen sie hier, 20 Jahre später – ungebrochen. Das war sozusagen die Schlussfolgerung, zu der wir gekommen sind.“

Er erinnerte sich daran, wie er den Künstlern am Tag ihres Auftritts im Jahr 2025 im Lincoln Center beim Bühnenaufbau zusah. Sie waren gerade beim Aufwärmprogramm. Plötzlich hätten alle zehn oder zwölf Tänzer auf der Bühne gleichzeitig ihre Beine senkrecht über die Köpfe gehoben und dort gehalten. Das Maß an Konzentration und Leidenschaft, das er in ihren Augen gesehen habe, so Lance, habe ihm gezeigt, wie anders diese Gruppe sei, sagte der Filmproduzent und ergänzte:

„Das sind keine Leute, die versuchen, sich einen Namen zu machen.“

Proklamationen zum 20. Jubiläum

Phil Wong, Stadtratsmitglied in New York, brachte gleich zwei Proklamationen zur Premiere mit. Die eine stammte von ihm selbst, die andere von seinem Vorgänger Robert Holden. Dieser hatte es zum Ende seiner Amtszeit nicht mehr geschafft, sie zu überreichen. Wong war mit einem Mitarbeiter zur Premiere gekommen. Angesichts des 20-jährigen Jubiläums der Kunstkompanie sagte er, dass dies nun ein doppelter Anlass zum Feiern sei.

Der New Yorker Stadtrat Phil Wong (2. v. l.) und der zuständige Mitarbeiter für Bürgerangelegenheiten, Bernard Chow (2. v. r.), – hier mit den Shen Yun Solotänzern Piotr Huang (l.) und Angelia Wang (r.) – überreichten zwei Proklamationen für Shen Yun Performing Arts bei der Weltpremiere von „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ am 24. März 2026 im AMC Theater am New Yorker Lincoln Square. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times
Der New Yorker Stadtrat Phil Wong (2. v. l.) und der zuständige Mitarbeiter für Bürgerangelegenheiten, Bernard Chow (2. v. r.) – hier mit den Shen-Yun-Solotänzern Piotr Huang (l.) und Angelia Wang (r.) – überreichten zwei Proklamationen für Shen Yun Performing Arts bei der Weltpremiere von „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ am 24. März 2026 im AMC Theater am New Yorker Lincoln Square. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times

„Sie lieben, was sie tun. Die Choreografie ist einfach perfekt“, sagte er gegenüber Epoch Times über Shen Yun. Er fügte hinzu, dass die Gruppe „so viel getan“ habe, um eine fast verlorene Kunstform zu bewahren.

Auf dem roten Teppich präsentierten Shen-Yun-Tänzer eine Farbenpracht aus handgefertigten Kostümen, inspiriert von historischen Dynastien. Wie sie sagten, hofften sie, dem Publikum damit eine Seite von Shen Yun zu zeigen, die nicht oft im Rampenlicht zu sehen sei.

Die Bratschistin Rachel Chen, Shen-Yun-Solotänzerin Angela Lin und die frühere Shen-Yun-Tänzerin Alison Chen (vlnr) besuchen die Weltpremiere von „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ im AMC Theater am Lincoln Square in New York City am 24. März 2026. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times
Die Bratschistin Rachel Chen, die Shen-Yun-Solotänzerin Angela Lin und die frühere Shen-Yun-Tänzerin Alison Chen (v. l. n. r.) besuchen die Weltpremiere von „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ im AMC Theater am Lincoln Square in New York City am 24. März 2026. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times

Gegen das Schweigen: Künstler aus aller Welt vereinigten sich

Im Gespräch mit Epoch Times verglich Familie Browde ihre Erfahrung mit dem Gefühl, an vorderster Front in einer Schlacht zu stehen. „Wir alle spüren den Druck“, sagte Browde.

Doch der Kampf hatte nicht in den Vereinigten Staaten begonnen. Er begann vor fast 27 Jahren, als die Kommunistische Partei Chinas die landesweite Verfolgung von Praktizierenden der Meditationspraxis Falun Gong startete, die auf den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Gutherzigkeit und Nachsicht beruht.

Die Kampagne war systematisch und kombinierte Hasspropaganda, finanziellen Druck, Massenverhaftungen und Folter in einem totalen Bestreben, um die Praxis vollständig zu vernichten. Unzählige Praktizierende wurden getötet, unter anderem durch den Raub ihrer Organe, um sie der lukrativen Transplantationsindustrie des Regimes zuzuführen.

Im Jahr 2006 schlossen sich chinesische Künstler aus aller Welt zusammen, um die Machenschaften des chinesischen Regimes ins Rampenlicht zu rücken. Sie wollten die im Dunkeln stattfindenden Menschenrechtsverbrechen des Regimes ans Licht der Öffentlichkeit bringen. Zudem wollten sie Chinas kulturelles Erbe wiederbeleben. So entstand das, was später als Shen Yun bekannt werden sollte.

Ab 2022 verschärfte Chinas Führung die Kampagne

Seit der Gründung des Unternehmens war Peking zu dessen Niederschlagung entschlossen. Es setzte diplomatische und finanzielle Hebel ein, um Gastgeberländer und ihre Theater unter Druck zu setzen. Damit war es manchmal sogar erfolgreich. In den vergangenen Jahren haben sich Pekings Bemühungen jedoch noch einmal deutlich verschärft.

So erteilte Chinas Führer Xi Jinping Ende 2022 hochrangigen Beamten die Anweisung, westliche Medienorganisationen und soziale Medien als Waffen einzusetzen, um Falun Gong und von Praktizierenden gegründete Unternehmen weltweit anzugreifen. Dies berichtete die Epoch Times bereits unter Berufung auf Insiderinformationen von Personen, die Kenntnisse über das Geheimtreffen hatten.

Seitdem brachte ein Bundesverfahren des US-Justizministeriums ein Bestechungskomplott ans Licht: Zwei chinesische Agenten hatten versucht, einen Beamten der Steuerbehörde IRS zu bestechen. Er sollte Ermittlungen gegen Shen Yun einleiten. Der Beamte entpuppte sich jedoch als verdeckter Ermittler des FBI.

In der Zwischenzeit erschienen über ein Dutzend Artikel in der „New York Times“, die Shen Yun und Falun Gong angreifen.

Browde und seine ganze Familie sind schon seit der Eisenhower-Ära Leser der „New York Times“. Als er diese Story las, habe er sich regelrecht „verraten“ gefühlt. „Das ist mit Abstand das beste Beispiel in meinem Leben, wie die ‚Times‘ es versäumt hat, Themen korrekt abzubilden“, sagte er.

Levi Browde und seine Frau besuchen die Weltpremiere von „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ am 24. März 2026 im AMC Theater am Lincoln Square in New York City. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times

Der „Kampf in unserem Hinterhof“

Levi Browde leitet das Falun-Dafa-Informationszentrum, um damit auf die Not der Falun-Gong-Praktizierenden in China aufmerksam zu machen. Er sagt, er habe die schwierigste Zeit seines Lebens durchlebt, als die Kampagne zunehmend persönlicher wurde.

„Es ist so, als gäbe es zwei Schauplätze in diesem Krieg“, sagte er. Es sei schon schwer genug, auf die Verfolgung in einem fernen Land aufmerksam zu machen. „Aber jetzt müssen wir uns auch noch mit der Kampagne hier in Amerika auseinandersetzen, die versucht, uns zum Schweigen zu bringen und uns einzuschüchtern.“ Am schlimmsten sei, so Browde, dass versucht werde, „andere Menschen davon zu überzeugen, dass sie uns nicht zuhören sollten“.

„Es fühlt sich viel eher an wie ein Kampf in unserem eigenen Garten.“

„Den gerechten Kampf führen“

Viele der Zuschauer äußerten sich schockiert, nachdem sie aus der Vorführung gekommen waren.

New York City, 24. März 2026 – Zuschauer geben nach der Weltpremiere von „Unbroken: Die unerzählte Geschichte von Shen Yun“ im AMC Theater am Lincoln Square Interviews. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times
New York City, 24. März 2026 – Zuschauer geben nach der Weltpremiere von „Unbroken: Die unerzählte Geschichte von Shen Yun“ im AMC Theater am Lincoln Square Interviews. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times

„Shen Yun ist das Porträt einer antiken Gesellschaft, die von einem Regime, das nicht an die Freiheit glaubte, demontiert und zerschlagen wurde“, sagte die TV-Produzentin Maria Cavenaghi gegenüber der Epoch Times – und:

„Das Erste, was ein Diktator tut, ist, die Kultur zum Schweigen zu bringen – die Stimmen der Menschen zu verstummen.“

Fernsehproduzentin Maria Cavenaghi besucht die Weltpremiere von „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ am 24. März 2026 im AMC Theater am Lincoln Square in New York City. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times

„So starke Menschen, innerlich und äußerlich“

Schauspielerin und Model Kimberly Magness bezeichneten den Dokumentarfilm als „surreal“.

„Die Bombendrohungen, die aufgeschlitzten Reifen, die Tatsache, dass es all diese Angriffe und chinesische Spione gab – ich hatte von all dem keine Ahnung“, sagte sie gegenüber der Epoch Times.

Ihr Lieblingsmoment im Film sei die Szene gewesen, in der einer der Tänzer erklärt habe, dass es oft der eigene Geist sei, der einen ausbremse – ein Gefühl, das sie als Künstlerin nur zu gut nachempfinden könne, sagte Magness.

„Die Tatsache, dass sie all das durchgestanden haben und immer noch auftreten und immer noch diesen Zauber bewirken, sagt so viel aus.“

Sie hoffe, die Künstler zu treffen, um ihnen ihre Unterstützung zu zeigen. „Sie sind so starke Menschen, innerlich und äußerlich“, sagte sie.

Schauspielerin Kimberly Magness besucht die Weltpremiere von „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ im AMC Theater am Lincoln Square in New York City am 24. März 2026. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times
Die Schauspielerin Kimberly Magness besucht die Weltpremiere von „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ am 24. März 2026 im AMC Theater am Lincoln Square in New York City. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times

Der ebenfalls in New York lebende Schauspieler Thomas Copeland drückte seine Bewunderung für den „Drive“ der Darsteller aus. Er ermutigte die Künstler, „weiterhin den gerechten Kampf zu führen“.

„Jeder verdient Freiheit“, so Copeland.

Schauspieler und Produzent Thomas M. Copeland besucht die Weltpremiere von „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ am 24. März 2026 im AMC Theater am Lincoln Square in New York City. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times
Der Schauspieler und Produzent Thomas M. Copeland besucht die Weltpremiere von „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ am 24. März 2026 im AMC Theater am Lincoln Square in New York City. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times

Eine Stimme für jene sein, die keine haben

Pekings Kampagne gegen Shen Yun hatte kürzlich sogar Auswirkungen auf den australischen Premierminister Anthony Albanese. Dieser wurde aus seiner Residenz evakuiert, da in einer chinesischsprachigen E-Mail damit gedroht wurde, seine Sicherheit sei gefährdet, sollte die Show stattfinden. Der Fall schlug international hohe Wellen.

Die Künstler und ihre Familien erklärten, dass sie, so schwierig die Umstände auch sein mögen, unbeirrt auf ihrem Weg voranschreiten werden.

„Wir geben jenen gläubigen Menschen in China eine Stimme, die selbst keine Stimme haben“, sagte Browdes älterer Sohn Jesse vor der Veranstaltung gegenüber NTD. Es sei „viel größer als ich selbst“, sagte der Shen-Yun-Tänzer.

Tänzerinnen des Shen Yun Ensembles besuchen die Weltpremiere von „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ am 24. März 2026 im AMC Theater am Lincoln Square in New York City. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times
Tänzer des Shen-Yun-Ensembles besuchen die Weltpremiere von „Unbroken: The Untold Story of Shen Yun“ am 24. März 2026 im AMC Theater am Lincoln Square in New York City. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times

Quelle: Doku-Weltpremiere in New York: „Unbeugsam: Die unerzählte Geschichte von Shen Yun“

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