Vor dem chinesischen Konsulat an der Elbchaussee in Hamburg versammelten sich am Sonntag, den 1. März 2026 mehrere Falun-Gong-Praktizierende zu einer Mahnwache, um auf die andauernde Verfolgung von Falun Gong in China hinzuweisen.
Nach dem langen frostigen Winter waren die Temperaturen in Hamburg erstmals milder und immer wieder wechselten sich Wolken und Sonne ab. Vogelgezwitscher und erste Blumen am Straßenrand kündigten den Frühling an.
Kleine Mahnwache mit großer Wirkung
Während die Praktizierenden Plakate aufhängten, die auf die Menschenrechtsverbrechen hinweisen, erschien hinter den Gittern am Konsulatstor kaum erkennbar, ein chinesischer Mann mit Brille, der eifrig mit einer Kamera Fotos von den Praktizierenden machte.

Ein Mitarbeiter des chinesischen Generalkonsulats fotografiert die Teilnehmer der Falun-Gong-Mahnwache.
„Dass sie uns fotografieren, kommt seit Anfang des Jahres häufiger vor“, sagt Petra, die seit zweiundzwanzig Jahren Falun Gong praktiziert und sich für ein Ende der Verfolgung in China einsetzt.
Sie und andere Mitpraktizierende hatten bereits versucht, mit den chinesischen Konsulatsmitarbeitern zu sprechen und ihnen die wahren Umstände über Falun Gong zu erklären. Aber diese würden sie ignorieren, auch wenn sie das Gelände verlassen. „Wahrscheinlich auf Anweisung“. Kein Wunder, denn überall auf dem Gelände und am Zaun sind Überwachungskameras installiert.

Die Hamburger Praktizierende Petra vor einem Transparent.
Petra will auch in Zukunft an der Mahnwache teilnehmen. Sie findet es wichtig, dass die Außenvertretung der kommunistischen Partei Chinas merkt, dass sie „nicht lockerlassen und friedlichen Widerstand leisten“. Sie würden diese Information sicher nach China weiterleiten.
100 Millionen Falun-Gong-Praktizierende und ihre Familien werden seit dem Verbot der buddhistischen Kultivierungsschule im Jahr 1999 in China wegen ihres Glauben willkürlich verhaftet, gefoltert und sogar umgebracht.
Lebensängste verschwanden
Petra lernte Falun Gong durch einen früheren Arbeitskollegen kennen, mit dem sie jetzt oft gemeinsam vor dem Konsulat steht. „Im Hauptwerk ‚Zhuan Falun‘ geht es darum, ein besserer Mensch zu werden. Das hat mich überzeugt“, sagte sie. Die anleitenden Prinzipien von Falun Gong sind Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht.
Obwohl sie am Anfang vieles im Buch nicht verstanden hatte, nahm sie positive Veränderungen wahr. „Früher hatte ich viele Lebensängste. Jeden Tag wachte ich mit Sorgen auf. Aber an dem Tag, als ich mit Falun Gong anfing, verschwand alles. Ich fühlte mich sehr sicher. Da wusste ich, es tut mir gut und bin dabeigeblieben“, sagt die Praktizierende.


Falun-Gong-Praktizierende machen Übungen.
Wenn die Praktizierenden die harmonischen Übungen von Falun Gong machen, ist die Atmosphäre friedlich und ruhig.
Dass die Mahnwache Wirkung zeigt, merkt man besonders am Zuspruch der Bevölkerung. Immer wieder kommen Radfahrer und Fußgänger vorbei, die sich interessiert informieren und ihre Unterstützung ausdrücken.
Darunter auch zwei junge Frauen. Nachdem ein Praktizierender ihnen die wahren Umstände erklärte, waren sie sichtlich betroffen, bedankten sich aber herzlich. Noch während des Gehens lasen sie weiter interessiert im Flyer.










