Share on facebook
Share on twitter
Share on telegram
Share on google
Share on email
Share on print

Traditionelle chinesische Kultur: Durch Gutes tun, nützen wir uns selbst

Herr Zhang, ein Makler in der Qing Dynastie, überquerte den Fluss Yangtse von Norden nach Jiangning, auch bekannt als Nanjing, um Schulden einzutreiben. Er hatte vor, rechtzeitig zum Neujahrsfest, noch bevor das Jahr zu Ende geht, wieder zu Hause zu sein. Mit seinen Habseligkeiten auf seiner Schulter, ging er sehr früh weg, musste aber unter der Traufe eines Gebäudes am Markt des Stadttores warten, bis dieses geöffnet wurde.

Nachdem er einige Zeit gewartet hatte, war Herr Zhang so gelangweilt, dass er aufgab, seinen Stoffbeutel, gefüllt mit Gold und Silber abnahm, sich darauf setzte und seine Augen schloss, um auszuruhen. Als dann das Stadttor aufgemacht wurde, eilte er mit geschulterten Habseligkeiten zum Tor, wobei er den Stoffbeutel, auf dem er saß, völlig vergessen hatte. Als er realisierte, dass er den Beutel nicht bei sich hatte, war er schon ein Li (~0,3 Meilen) weit gegangen. Sofort eilte er an den Platz zurück. Doch der Marktplatz war bereits voller Menschen und sein Beutel war weg.

Herr Zhang runzelte die Stirn und blieb in der Nähe, in der Hoffnung, jemand werde ihm seinen Beutel schon zurückgeben. Da kam ein älterer Mann und fragte ihn, was passiert sei. Er hörte zu, dann lud er Herrn Zhang in seine Wohnung ein und sagte: „Ich fand einen Beutel auf dem Boden, als ich diesen Morgen das Tor aufmachte. Ich weiß nicht, ob es ihr Beutel ist.“ Herr Zhang antwortete: „Im Beutel sind zwei Hüllen, jeder mit einer gewissen Menge Silberbarren. Der größere von beiden, gehört meinem Chef und der kleinere davon ist meiner.“ Der betagte Mann prüfte die Dinge in dem Beutel, die genauso waren, wie Herr Zhang sie beschrieb. Daher gab er Herrn Zhang den Beutel zurück.

Herr Zhang war zu Tränen gerührt und hatte den Wunsch, ihm als Dank seinen eigenen Silberbarren zu geben. Der ältere Mann lächelte und erwiderte: „Ich hätte ihnen nichts über den Beutel erzählt, wenn ich so sehr auf Geld aus wäre. Verstehen sie das?“ Herr Zhang bat den älteren Mann, ihm seinen Namen zu nennen und machte sich auf den Weg nach Hause.

Als Herr Zhang am Fluss auf die Fähre wartete, kam plötzlich heftiger Wind auf. Viele Boote kenterten und viele Fahrgäste waren am Ertrinken. Als er diese schrecklich Szene sah, hatte Herr Zhang einen barmherzigen Gedanken: „Ich bekam heute den verlorenen Barren zurück. Ohne ihn, wäre ich tot gewesen. Dies rettete mir tatsächlich mein Leben.“ Mit all seinem eigenen Geld heuerte er Leute an, um jene Ertrinkenden zu retten. Mehrere Dutzend Leute wurden durch seinen barmherzigen Gedanken gerettet.

Die Überlebenden kamen alle zu Herrn Zhang, um ihm für ihre Rettung zu danken. Es fügte sich, dass einer von ihnen, der Sohn des älteren Mannes war, der Herrn Zhang seinen vergessenen Beutel zurückgab. Er war nach Abschluss seiner Geschäfte im nördlichen Bereich des Yangtse Flusses, auf dem Weg nach Nanjing. Herr Zhang war darüber erstaunt. Dann erzählte er den Anwesenden seine eigene Geschichte und alle waren verblüfft über dieses Wunder. Sie realisierten, dass es ein himmlisches Gesetz geben muss, dass Gutes, mit Gutem belohnt wird. Später wurden diese beiden Familien durch Heirat, Anverwandte.

In dieser Geschichte behielt der ältere Mann, das Vermögen, das er fand, nicht für sich und bat um keine Belohnung, weil er eine gute Tat vollbrachte. Er rettete nicht nur Herrn Zhang aus seiner Notlage, sondern legte auch einen Samen in Herrn Zhangs Herz, gute Taten zu vollbringen, wobei er eine Chance für seinen eigenen Sohn, später gerettet zu werden, bereitete.

Kann man sich vorstellen, was geschehen wäre, hätte der ältere Mann alles für sich behalten? Herr Zhang hätte sich möglicherweise ob des riesigen finanziellen Verlustes selbst getötet und hätte im Gegenzug nicht die Chance gehabt, viele Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren, einschließlich des Sohnes, des älteren Mannes. Selbst wenn Herr Zhang nicht gestorben und barmherzig zu den Ertrinkenden gewesen wäre, hätte er das Geld nicht gehabt, um die Leute anzuheuern, die halfen, um sie zu retten. Andererseits wäre es für Herrn Zhang schlecht gewesen, sich wegen seines eigenen Missgeschicks, nicht um die Ertrinkenden zu kümmern. Ein altes Sprichwort empfiehlt: „Gute Taten zu vollbringen inspiriert andere, barmherzig zu sein und deine eigene Trübsal zu lösen; Menschen in Not zu helfen, hilft ihnen, Geld anzusammeln, um gute Taten zu vollbringen und man wird selbst Hilfe von anderen erhalten.“

Letztendlich liefert das folgende Sprichwort den vernünftigen Rat: „Es ist besser, kleine gute Taten zu vollbringen, um das Glück für die Zukunft aufzubauen, als über den Niedergang der Moral zu jammern; es ist besser, jeden Tag anderen zu helfen, damit man in schweren Zeiten selbst Hilfe bekommt, als über heruntergekommene Moralvorstellungen zu klagen.“

Geschichte aus Xi Chao Xin Yu von Xu Xiling und Qian Young, Qing Dynastie

Das Neueste

Archiv

Weitere Artikel zu diesem Thema