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Zhang Sun – die fürsorgliche, nachsichtige und weise Kaiserin

Die stereotypen Bilder von Kaiserinnen und kaiserlichen Konkubinen im alten China sind immer territorial, brutal um die Gunst des Kaisers und um höfische Macht kämpfend. Im Gegensatz dazu unterscheidet sich Kaiserin Zhang Sun (601 – 636 n. Chr.), die Frau von Kaiser Taizong aus der Tang Dynastie, darin, eine für die Herrschaft des Kaisers bewundernswert unabhängige Rolle zu spielen.

Obwohl sie als eine einsichtige Beobachterin geschätzt wurde, vermied Zhang Sun als Kaiserin, sich in nationale Angelegenheiten einzumischen. Wenn sie gefragt wurde, gab sie nach sorgfältiger Überlegung nur unabhängige Stellungnahmen ab. „Ein weiser Kaiser sollte, während er in Frieden lebt, auf Krisen vorbereitet sein, Talente suchen und Rat oder sogar Beschwerden annehmen.“ Solcher Art waren ihre Ratschläge an den Kaiser und während ihres ganzen Lebens hielt sie, als große Gedächtnisstütze für den Kaiser, an ihrer Aufgabe fest, traf Entscheidungen eher vom Verstand her, als aus Emotionen heraus.

Eines Tages kehrte Taizong mit einem Ausdruck von Ärger in den Palast zurück. Kaiserin Zhang Sun bat alle Mägde sich zurückzuziehen und bediente Taizong höchstpersönlich. Als sich der Ärger legte, erkundigte sie sich behutsam nach dem Anlass. Taizong äußerte: „Mein Lieblingspferd starb plötzlich ohne irgendein Anzeichen von Krankheit. Es muss der Fehler der Gleichgültigkeit des Pferdepflegers gewesen sein und ich möchte, dass er bestraft wird.“ Als sie dies hörte, sagte Zhang Sun: „Eure Majestät, bitte seien sie doch nicht aufgebracht. Vor einiger Zeit wurde mir erzählt, dass es einen König gab, der auch den Pferdepfleger wegen des Todes eines Pferdes töten wollte. Der Premierminister zählte die Verbrechen des Pferdepflegers wie folgt auf: Der Pferdeknecht verdient einmal die Todesstrafe, weil er das Leben des Pferdes nicht ewiglich bewahrte; und ein zweites Mal, weil er Menschen darauf hinwies, der König schätzt das Leben eines Pferdes höher, als das eines Menschen; und ein drittes Mal, weil er verursachte, dass die Herrscher der benachbarten Staaten den Respekt vor dem König aus diesem Grunde verloren. Dadurch erkannte der König seinen Fehler und ließ den Pferdepfleger frei. Eure Majestät hat alle die Geschichtsbücher viele Male gelesen und er kennt diese Geschichte. Wie kommt es, dass er sie heute vergessen hat?“ Kaiser Taizong erwiderte: „Wärst du nicht gewesen, hätte ich Fehler gemacht und würde dies bereuen.“

Als Kaiserin Zhang Suns Gesundheitszustand sich sehr verschlimmerte, schlug die Prinzessin dem Kaiser vor, eine Amnestie zu erlassen und in der Hoffnung, göttlichen Segen für sie zu erwirken, mehr Geld an die Tempel zu spenden. Zhang Sun jedoch wandte sich vehement gegen diese Idee: „Amnestie ist eine wichtige nationale Angelegenheit und dies nur meinetwegen zu tun, würde das Rechtssystem unterminieren. Wir glauben, Leben und Tod werden vom Schicksal bestimmt während Reichtum und Ruhm vom Himmel verfügt werden. Ich habe mein ganzes Leben vermieden, böse Taten zu begehen und so lasst es einfach geschehen“, sagte sie.

Auf ihrem Totenbett waren ihre letzten Worte zu Kaiser Taizong: „Einige Mitglieder der Zhang Sun Familie haben sich nicht genügend bewährt, genießen einfach Privilegien wegen unserer Heirat. Um das Ansehen unserer Familie zu bewahren, bitte ich Sie aufrichtig, ihnen keine machtvollen Positionen zu verleihen. Als ihre Frau habe ich keine Beiträge zu den nationalen Angelegenheiten beigesteuert und so verschwenden sie bitte keine kaiserlichen Schätze für mein Grabmal. Begraben sie mich unter einem Hügel, verwenden sie bitte für das Grabmal nur Ziegel oder hölzerne Materialien und keine Schätze im Inneren. Ein einfaches und schlichtes Grab wäre mein letzter Wunsch.“

Im Laufe ihres kurzen Lebens von nur 36 Jahren, erwarb sich Kaiserin Zhang Sun für ihre Nachsicht und Weisheit hohes Ansehen und Bewunderung vom Kaiser und ihren Leuten. Sie wurde in der chinesischen Geschichte als Vorbild für eine Kaiserin betrachtet.

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