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Xuan Zang – Meister Tripitaka der Großen Tang Dynastie

Xuan Zang (602 – 664 n. Chr.), auch bekannt als Meister Tripitaka aus der Großen Tang Dynastie, ist einer der meistverehrten chinesischen buddhistischen Mönche in der chinesischen Geschichte. Seine Pilgerreise ins antike Indien zum Studium des Buddhismus und Überführung der kanonischen Schriften nach China wurde in dem sehr populären Prosawerk Reise in den Westen dargestellt.

Xuan Zang war schon von früher Jugend an am Buddhismus interessiert und ihm wurde ausnahmsweise erlaubt, schon im Alter von 13 Jahren Mönch zu werden. Er widmete sich der Kultivierung der buddhistischen Doktrin und reiste in China umher, um sich die von kompetenten Mönchen gehaltenen Vorträge anzuhören. Während er den Buddhismus studierte, entdeckte er, dass es eine Vielzahl von buddhistischen Sekten gab, die einander widersprachen und es gab auch Diskrepanzen in den übersetzten Schriften. Um die wahre Essenz des Buddhismus zu erhalten, entschied sich Xuan Zang, selbst nach Tianzhu (chinesischer Name für das antike Indien) zu gehen, um dort die originalen kanonischen Schriften (Sutren) zu finden und Unterweisungen zu bekommen.

Im Jahre 629 brach Xuan Zang selbst von Chang’an, der Hauptstadt der Tang Dynastie, in Richtung des Heiligen Landes Indien auf. Auf seinem Weg stieß er auf zahlreiche Schwierigkeiten und Gefahren und er benötigte unter großen Mühen und erstaunlicher Beharrlichkeit 4 Jahre, um Hami, Turfan, Kharashahr, Kucha, Aksu, das Tian Shan/Gebirge in Kirgistan, Shar-i Sabz (Kesh), Tashkent, Samarkand (das heutige Usbekistan), das Pamir Gebirge nach Usbekistan, Bactria in Afghanistan, das Hindukusch Gebirge und Jalalabad in Pakistan, nämlich 16 Länder der damaligen Seidenstraße entlang, zu durchqueren und schließlich das Buddhistische Heilige Land im östlichen Teil des antiken Indiens zu erreichen, wobei er meist zu Fuß oder auf dem Pferderücken unterwegs war. Nur knapp entkam er Räubern, die ihn töten wollten, wurde von Piraten beinahe lebendig verbrannt und überlebte Sandstürme in der Wüste und Gefahren in jenen höchsten Gebirgen mit viel Schnee, wobei viele Anhänger, die sich ihm auf seiner Reise anschlossen, starben.

Fleißig studierte er Sanskrit, die Originalsprache, die benutzt wurde, um die buddhistischen Lehren aufzuzeichnen und er verbrachte einige Jahre damit in Nalanda, dem berühmtesten aller Klöster, buddhistischen Vorlesungen beizuwohnen. Später besuchte er all bekannten Meister und Stupas und erhöhte seine Verständnisse über den Buddhismus weiter. Er war einer der ganz wenigen, welche unter Tausenden Mönchen den Titel Tripitaka erlangte und der die buddhistischen Schriften beherrschte und sein Wissen und seine Einsichten bescherten ihm in Indien immer mehr Ruhm.

Einmal verfasste ein Anhänger des Brahmanismus 40 Schriften und hängte das Papier an das Tor eines buddhistischen Tempels. Er kündigte an, dass er davon so überzeugt sei, dass, wenn irgendjemand eine der 40 Schriften widerlegen könne, er bereit wäre, sich den Kopf abschlagen zu lassen. Es vergingen einige Tage und niemand konnte ihn herausfordern. Der König bat Xuan Zang, die Mönche zu vertreten und mit dem Anhänger von Brahman zu debattieren. Xuan Zang widerlegte dann jede der 40 Schriften mit überzeugenden Argumenten. Dem brahmanischen Anhänger blieb nichts Anderes übrig, als die Niederlage zu akzeptieren und er forderte, ihn zu exekutieren, wie er es versprochen hatte. Xuan Zang sagte zu ihm, es sei Mönchen verboten, Lebewesen zu töten und nahm ihn stattdessen als Diener an. Später gab er ihm die Freiheit zurück.

Im Jahre 642 war König Harsha von Nordindien sehr von ihm beeindruckt und bat Xuan Zang, Vorlesungen zu halten und öffentliche Debatten zu führen. Unter den Dienern waren Könige von achtzehn Vasallen-Königreichen und sechs- oder siebentausend Mönche aller Richtungen des Buddhismus oder anderer Religionen. Der Vortrag gewann das einhellige Lob der Zuhörer. Während des Vortrags folgte Xuan Zang der normalen Praktik im alten Indien und hängte seine Arbeiten über die buddhistische Doktrin an seine Tür, um Herausforderungen bittend. Dieses Ereignis dauerte 18 Tage und niemand war in der Lage, seine Theorien anzufechten. Xuan Zang gewann höchsten Respekt von den Mönchen sowohl vom Theravada Buddhismus (Kleineres Fahrzeug) als auch vom Mahayana Buddhismus (Größeres Fahrzeug). Er wurde in ganz Indien als der Mönch der Tang Dynastie berühmt und von den Menschen des antiken Indiens als Heiliger verehrt.

Im Jahre 643 ging Xuan Zang mit 657 buddhistischen Büchern und vielen Buddha Statuen wieder nach Hause zurück. Er erreichte Chang’an im Jahre 645 und fokussierte sich dann auf die Übersetzung der buddhistischen Bücher. Die meisten dieser Bücher gingen dann in Indien unter und die ins Chinesische übersetzten Versionen wurden zu den bedeutendsten Dokumenten zum Studium der antiken indischen Literatur und wissenschaftlichen Errungenschaften.

Nach seiner Rückkehr wurde Xuan Zang am Hofe von Kaiser Taizong der Tang Dynastie empfangen, der ihn bat, über seine Reise nach Westen zu schreiben. Das berühmte Buch „Aufzeichnungen der Großen Tang über westliche Regionen“ (oder „Reise in den Westen in der Tang Dynastie“) enthalten die Erfahrungen von 17 Jahren in mehr als 130 Königreichen. Es ist eine kostbare Aufzeichnung über die geschichtlichen, geografischen und archäologischen Sichtweisen zum Studium des antiken Indiens, Nepals, Pakistans, Bangladeshs und der Gebiete Zentralasiens. Der geschmeidige Fluss der Sprache und die eleganten Worte entführen die Leser in reale Szenen. Es ist in verschiedene Sprachen, wie Englisch, Französisch, Japanisch und andere Sprachen übersetzt worden.

Im Jahre 664 starb Xuan Zang in Chang’an. Zu seinem Begräbnis kamen mehr als eine Million Menschen und dreißigtausend Menschen blieben freiwillig über Nacht an seinem Grabmal, um ihm ihren Respekt zu erweisen.

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