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Du Fu – der weise Poet Chinas

Du Fu (712 – 770 n. Chr.) war ein prominenter chinesischer Dichter der Tang Dynastie. Er führte einen höchst ärmlichen Lebensstil, erdrückt von Ruhelosigkeit und schlechter Gesundheit. Er widmete jedoch sein ganzes Leben dem Schreiben von schönen Gedichten, von denen bis heute immer noch über vierzehnhundert rezitiert werden.

Illustrator: Kiyoka Chu

Chinesische Kritiker teilen das Leben von Du Fu oft in die folgenden vier Perioden ein. Schon im Alter von sieben Jahren zeigte sich sein Talent beim Verfassen von Gedichten. Er erhielt Dank seines gut situierten Familienhintergrunds eine traditionelle konfuzianische Erziehung und genoss es, bis zu seinem 35. Lebensjahr, herumzureisen. Aus dieser Periode sind über 20 von ihm geschriebene Gedichte erhalten geblieben.

Die zweite Periode reicht vom 35. bis zum 44. Lebensjahr, in welcher Du Fu bei der Prüfung für den Verwaltungsdienst versagte und in der Hauptstadt Chang’an ein armes Dasein fristete. Nachdem er die Korruption der Regierungsbeamten und das Leiden der Menschen beobachtet und erlebt hatte, empfand er tiefes Mitgefühl für alltägliche Menschen und sorgte sich um die Nation. Die Gedichte aus dieser Zeitspanne kritisierten die ungerechten Politangelegenheiten und verspotteten mächtige und wohlhabende Beamte. Diese Gedichte tragen den Stempel der zehn Jahre währenden Schwierigkeiten Du Fus in der Hauptstadt und seines Verständnisses des Lebens der Durchschnittsbürger. Etwa einhundert seiner Gedichte sind davon erhalten geblieben.

Die dritte Periode umfasste die Zeit vom 45. bis zum 48. Lebensjahr, in welchen die Nation von Kriegen zwischen Regierung und Rebellen geplagt und Du Fu als unbedeutender Regierungsbeamter hin und wieder ins Exil musste. Einmal war Du Fu im Hause eines armen und alten Paares untergekommen. Gegen Mitternacht hörte er jemanden gegen die Tür pochen und dann floh der alte Mann, indem er über die Mauer des Hinterhofs kletterte. Nur die alte Frau ging an die Tür. Es waren Militäroffiziere, die jeden Haushalt belästigten, um die Männer zum Militärdienst einzuziehen.

Die alte Frau brachte vor, dass all ihre drei Söhne zum Eintritt in die Armee gezwungen worden waren und zwei davon auf dem Schlachtfeld getötet wurden. Sie habe nun nur noch ihre Schwiegertochter und ein Baby, die bei ihr wohnen. Der Offizier jedoch nahmen keine Notiz von ihren flehentlichen Bitten und sie wurde ins Militärlager mitgenommen, um für sie zu kochen. Als Du Fu im Morgengrauen das Haus der Familie verließ, konnte er sich nur kurz von dem alten Mann verabschieden, der später in das Haus zurückgeschlichen war. Du Fu konnte nicht anders, als über diese traurige Geschichte ein Gedicht zu verfassen.

Während dieser Zeit schrieb Du Fu viele ähnliche Gedichte, welche die Leiden des Volkes und den Niedergang der Tang Dynastie schilderten. Er wurde daher „Geschichtspoet“ genannt, weil er Realitäten auf eine objektive Weise aufzeichnete. Aus dieser Zeit sind mehr als zweihundert Gedichte erhalten, von denen die meisten als kraftvolle Meisterwerke angesehen werden.

Die letzte Periode währte vom 49. bis zum 59. Lebensjahr. Dies waren seine letzten Lebensjahre und er musste des Öfteren umziehen. Die letzten beiden Jahre vor seinem Tod hatte er keine feste Bleibe und lebte die meiste Zeit auf einem Boot. Im Winter 770 n. Chr., starb Du Fu im Alter von 59 Jahren auf einem Boot. Er hinterließ uns über eintausend Gedichte aus dieser Periode.

Sein ganzes Leben lang hat Du Fu sich große Verdienste um konfuzianische Menschlichkeit erworben. Seine Gedichte umfassen eine weite Spanne sozialen Lebens, militärischer Taktik, nationaler Angelegenheiten und erläutern die Art und Weise, wie die Regierung das zivile Leben in einem Chaos von Zivilkrieg regelt. Auf authentische Weise artikuliert, zeigen viele seiner Gedichte eine größere Barmherzigkeit für das Leben der Masse des Volkes auf, als für seine persönlichen Schwierigkeiten und Leiden.

Sein Einfluss auf den Inhalt und Stil von Dichtungen war tiefgreifend. In Merriam-Websters Enzyklopädie der Literatur heißt es, „seine dichte, komprimierte Sprache benützt all die konnotativen Obertöne eines Satzes und all die Potenziale des individuellen Wortes, Qualitäten, welche keine Übersetzung jemals aufzeigen kann.“

Du Fu wurde als der „Weise der Poeten“ bewundert und viele chinesische Kritiker betrachteten ihn als den einflussreichsten Poeten der chinesischen Geschichte.

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