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Tugendhafter Landrat, der zuerst an die Notlage anderer denkt

Dong Wenbing, ein Beamter in der Zeit der Yuan Dynastie (1217 – 1368 n. Chr.), nahm Menschen in seinem Zuständigkeitsbereich und in den benachbarten Gebieten wichtig.

Im siebten Jahr der Taizong Ära (1235) diente Dong als Bevollmächtigter des Verwaltungsbezirks Gaocheng, welcher heute die Provinz Hebei ist. Dürren, Heuschreckenplagen, dazu noch hohe Steuerlasten, bereiteten den Menschen in diesem Bereich großes Ungemach. Dong spendete dem Landkreis nahezu ein halbe Million Pfund seines eigenen Getreides.

Der frühere Landrat lieh sich Geld von wohlhabenden Familien aus, um die Militärausgaben zu bezahlen. Diese Darlehen hatten einen jährlichen Zinssatz in Höhe von 100%. Die Bezirksregierung plante, sie durch Einsammeln von Naturseide und Feldfrüchten von den örtlichen Bewohnern zurückzubezahlen.

Nachdem er das Amt als Landrat übernommen hatte, sagte Dong: „Die Menschen haben es schwer, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Als höchster Beamter des Verwaltungsbezirks kann ich mich nicht guten Gewissens zurücklehnen und nichts tun. Es liegt in meiner Verantwortung, die Darlehen zurückzubezahlen.“

Er verkaufte Teile seines eigenen Farmlandes und Häuser, um die Schulden zurückzuzahlen. Er ließ auf freien öffentlichen Flächen auch arme Bauern Feldfrüchte anbauen. Menschen, die abgewandert waren, kehrten allmählich wieder in den Verwaltungsbezirk Gaocheng zurück.

Verbesserte Lebensqualität

In nur wenigen Jahren genossen die Bewohner bessere Lebensbedingungen. Der kaiserliche Hof schickte Erhebungsbeamte, um die Haushaltslage im Verwaltungsbezirk zu überprüfen. Irgendjemand, der es wagte zu betrügen, würde exekutiert, dessen persönlicher Besitz beschlagnahmt werden.

Dong Wenbing regte an, dass Verwandte unter einem Dach wohnen, um die Haushaltskosten zu reduzieren, was wiederum auch die Steuern absenken würde. Andere Beamte waren dagegen, mit der Begründung, dass,wenn diese Inspektoren dies herausfänden, würde sich Dong als Landrat schweren Vorwürfen ausgesetzt sehen. Dong erwiderte: „Ich würde wegen strafrechtlicher Ahndung im Interesse der Menschen in unserem Bezirk nicht darauf achten.“ Als Resultat einer reduzierten Steuerlast verbesserte sich die Lebensqualität für die Lokalbevölkerung.

Absage an politische Spiele zu spielen

Gierige Präfektur-Funktionäre verlangten Gefälligkeiten von den Verwaltungsbezirken. Dong weigerte sich, da mitzuspielen. Sie versuchten, ihn zu verleumden. Dong sagte, dass er die Funktionäre nicht bestechen könne, wenn dies bedeute, dass er die Geldmittel von der Lokalbevölkerung erpressen müsse und so verzichtete er auf sein Amt.

Im siebten Jahr der Zhiyuan Ära (1270 n. Chr.) wurde Dong zum Chef der Präfektur Yi ernannt, welche den heutigen Provinzen Shandong und Jiangsu entspricht. Es wurde ein kaiserlicher Erlass zur Beschlagnahmung von Getreide zu einem festgesetzten Preis herausgegeben. Dong befahl die Rücknahme des Erlasses, der an die untergeordneten Bezirke verschickt worden war. Seine Kollegen wiesen darauf hin, dass dies den Willen von Kublai Khan, dem Herrscher, missachten würde. Dong blieb standhaft und legte die Beschlagnahmung auf Eis.

Sofort schickte er einen Brief an den Herrscher, in dem er die Nachteile dieser Politik auflistete: „Wir grenzen an gegnerisches Land an. Daher würde jegliche zusätzliche Beschlagnahmung unsere Gegner über unsere mangelhafte Nahrungsmittelversorgung in Kenntnis setzen. Auch haben Bewohner an der Grenze bereits höhere Miltitärausgaben zu schultern, als andere Gebiete und sollten von zusätzlichen Belastungen verschont werden. Wenn schließlich Menschen in der Grenzregion ihr Leben nicht mehr bestreiten können, würde niemand mehr wagen, sich dort niederzulassen.“

Der Herrscher sah die von Dong vorgebrachten Punkte ein und hob die Beschlagnahmung wieder auf.

Verwaltungsbezirk kampflos übergeben

Dong war, als er Truppen kommandierte, auch für seine strikte Disziplin bekannt. Als seine Truppen vorbeizogen, nahmen die Ortsansässigen davon nicht einmal Notiz. In Gefechte geratene Zivilisten wurden ohne Ausnahme freigelassen. Wegen seines Ansehens sicherten gegnerische Armeen und Einwohner der Südlichen Song Dynastie (1127 – 1279 n. Chr.) Loyalität zu, nachdem sie die Flaggen der von Dong kommandierten Truppen sahen.

Eine Ausnahme machte der Bezirk Yanguan, ein militärisches Bollwerk, das nur 30 Meilen von Lin’an (der heutigen Stadt Hangzhou), der Hauptstadt der Südlichen Song Dynastie entfernt war. Im Frühling des 13. Jahres der Zhiyuan Ära (1276 n. Chr.), erreichten Dongs Truppen Yanguan. Der verteidigende General wartete noch mit der Kapitulation, in der Hoffnung, dass ihm Truppen zu Hilfe kommen würden.

Dong entsandte mehrere Male Botschafter, um die verteidigenden Truppen der Südlichen Song zur Kapitulation aufzufordern. Doch sowohl die Yanguan Soldaten als auch die Zivilisten, weigerten sich, dem nachzukommen.

Dongs Generäle baten um Erlaubnis, die ganze Stadt auszulöschen, alle Soldaten und Zivilisten zu töten. Dong sagte Nein und sagte zu ihnen: „Dieser Bezirk ist nur 30 Meilen von der Hauptstadt Lin’an entfernt. Informationen verbreiten sich rasch zwischen den beiden. Unsere Truppen haben Lin’an bereits versprochen, dass niemand getötet wird, wenn sie bereit sind, sich zu ergeben. Wenn in Yanguan zufällig auch nur eine einzige Person getötet würde, würde dies unsere großartige Strategie der Übernahme der Südlichen Song Dynastie erschweren. Überlegt doch, wie schrecklich es wäre, wenn der ganze Bezirk ausgelöscht würde.

Er schickte erneut Botschafter in die Stadt, um seine Ehrlichkeit zu übermitteln. Schließlich wurde der Bezirk friedlich übergeben.

Dongs Truppen marschierten Richtung Fujian. Er erteilte spezielle Befehle: Alle Soldaten und Pferde halten sich von dem Agrarland fern. Er sagte zu seinen Generälen und Soldaten: „Wir holten Nahrung aus den Lagerhäusern. Wenn wir die Anbaufelder zertrampeln, wie könnte dann die Menschen ihr Leben aufrechterhalten?“

Die Einwohner der Südlichen Song waren Dong dankbar. Anstatt seinen Truppen Widerstand zu leisten, kamen sie an die Straßen, um Dongs Truppen zu begrüßen. Die Menschen in Fujian fühlten sich für Dongs Freundlichkeit aufs Höchste zu Dank verpflichtet und priesen seine Tugend. Noch zu seinen Lebzeiten errichteten sie zu seinen Ehren einen Tempel.

Entnommen aus den Dokumenten der Geschichte der Yuan Dynastie, Band Nr. 156, Biographie Nr. 43

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