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Der prominente Hairstylist Gabriel Georgiou im Interview mit Clearharmony

Wir haben Gabriel Georgiou, den weltberühmten Hairstylisten um ein Gespräch gebeten, als er gerade in Ungarn gedreht hat. Er praktiziert Falun Dafa seit 2002. In unserem Interview spricht er ganz offen über die dunkle Seite des Showbusiness, über seine Depressionen und Suche nach innerem Frieden. Er berichtet, wie er Falun Dafa gefunden hat, was sein Leben komplett auf den Kopf stellte. Natürlich beleuchtet er für uns auch den wichtigen Unterschied zwischen einem Friseur und einem Hairstylisten.

Wie hast Du Falun Dafa (oder auch Falun Gong genannt) kennengelernt?

Es ist wirklich interessant, wie ich Falun Dafa gefunden habe. Die Geschichte ist lang, aber ich werde versuchen mich kurz zu halten. Ich habe gerade in Australien einen Werbespot für Japan gedreht und die Maskenbildnerin hat mich auf die Praktik hingewiesen. Sie praktiziert ebenfalls Falun Dafa. Ich fand die Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sehr gut. Es war mir sofort sympathisch, dass es hier nicht um Geld ging, dass sich niemand an mir bereichern wollte, sondern alles kostenlos zur Verfügung stand. Ich war der Meinung, dass etwas, was wirklich wertvoll ist, aus dem Herzen kommen muss. Dass es eine Doppelkultivierung von Körper und Geist ist, hat mir sofort gefallen, weil ich entweder das eine oder das andere gefunden habe, aber nie beide zusammen – ich war lange auf der Suche. Diese drei Faktoren hatten einen großen Einfluss auf mich. Eine Woche darauf habe ich in Australien die Übungen in einem Park ausprobiert – das war im Jahr 2002.

In China dauerte die Verfolgung der Falun Gong-Praktizierenden damals schon drei Jahre an. Was hast Du gefühlt, als Du davon erfahren hast?

Eigentlich habe ich ganz lange nichts davon gewusst. Ich habe nur die Schriften gelesen. Es war interessant, weil ich bei den Übungen eine sehr starke Energie gespürt habe, es war sehr intensiv. Niemals zuvor habe ich so etwas gespürt. Einmal bin ich fast in Ohnmacht gefallen bei der 2. Übung [Anm. d. Red.: die Pfahlstellung]. Alles hat vibriert, mir war gleichzeitig eiskalt und heiß. Ich habe gespürt, dass mein Körper gereinigt wird, musste sogar mit der Übung aufhören. Ich habe mich hingelegt und konnte nur schwer atmen. Nach wenigen Minuten ging es mir besser und ich konnte die Übungen zu Ende machen.

Aber um zu Deiner Frage zurückzukommen: ich habe die Verfolgung einfach nicht verstehen können. Ich habe darin gar keinen Sinn gesehen. Das ist doch die Wahrheit des Kosmos. Das Wertvollste, was ich in meinem Leben gefunden hatte. Die chinesische Regierung sollte es unterstützen und nicht verfolgen! Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, warum ein geistiger, spiritueller Weg verfolgt wird. Und langsam kam mir in den Sinn, dass einst auch die Christen und die Buddhisten grausam verfolgt wurden. [Anm. d. Red.: und in China auch heute noch verfolgt werden].

Gab es schon die Situation, dass Du in China einen Auftrag hattest und wegen der Verfolgung nicht hinreisen durftest?

Nach China musste ich noch nicht, aber ich war schon mal in Hongkong und da hatte ich keine Probleme. Ende des Jahres [2016] muss ich wahrscheinlich nach China. Ich denke, dass ich aktiv genug war, um auf die Verfolgung aufmerksam zu machen. Ich mache es vor allem aus dem Grund, weil ich von dieser Meditationspraxis so viel erhalten habe. Das ist quasi wie ich meine Schulden begleiche, damit ich so viel zurückgeben kann, wie viel Gutes ich bekommen habe – es ist keine Pflicht, sondern eher eine gute Aufgabe für mich.

Gabriel auf der Falun Dafa Erfahrungsaustausch Konferenz in Israel (Quelle: die Facebook Seite von Gabriel*)

Zum Abendessen gab es eine gute Gluasch Suppe in Budapest.

Du bist eindeutig ein Weltreisender, ein Weltbürger sozusagen. Wo bist Du zu Hause?

Diese Frage lässt mich lächeln. Ich habe eine Wohnung in Athen – das ist die Basis. Bin aber sehr selten da. Ich arbeite weltweit, nach Budapest bin ich gerade aus Kanada gekommen und von hier aus fliege ich nach Indien. Früher war ich oft in Los Angeles. Zur Zeit bin ich aber am meisten in Bollywood tätig. [Anm. d. Red.: eine Traumfabrik in Mumbai] Wegen der Arbeit bin ich sehr oft unterwegs, deswegen ist es für mich wie Urlaub, wenn ich mal zu Hause sein kann. Also ich mache in meiner eigenen Wohnung Urlaub. Je mehr Jahre vergehen, desto mehr Zeit möchte ich zu Hause verbringen.

Arbeitest Du oft in Griechenland?

Seit der Krise eher weniger, eigentlich kaum. Vor allem aus Übersee kommen viele Anfragen, ich schwimme mit dem Strom.

Könntest Du unseren Lesern erläutern, was der Unterschied zwischen einem Friseur und einem Hairstylisten ist?

Das sind zwei komplett unterschiedliche Berufe. Manchmal, aber eher selten schneide ich auch mal Haare, aber meine Arbeit ist eher so wie beim Stylisten, nur er stellt die Kleider zusammen und ich forme das Haar entsprechend dem Charakter oder Kleidungsstil. Ich arbeite für Veranstaltungen auf dem roten Teppich, Promotion, Werbespots, Fotoshootings. Meine Aufgabe ist es den Haarstil dem Auftrag anzupassen, sei es eine Kampagne oder einfach eine Veranstaltung.

Wie ist Bollywood? Hat Dir Hollywood gefallen, hattest Du da Lieblingsorte?

Von Hollywood war ich nicht wirklich begeistert, aber die Berge haben mir da gefallen. Bollywood ist ein komplett anderes Lebensgefühl, aber wenn die Funktion betrachtet wird, ist das Indiens Hollywood. Das ist die zweite Hochburg der Filmindustrie.

Wie hat sich das Praktizieren auf Dein Leben ausgewirkt?

Grundlegend. Ich bin ein ganz anderer Mensch geworden. Zum Beispiel habe ich oft mit Depressionen, eine Art Resignation und negativen Gedanken gekämpft. Es ist immer wieder zurückgekehrt. Falun Dafa hat mir dabei geholfen optimistischer zu sein. Das war eine enorme Änderung in meinem Leben. Eine Art seelischer Frieden kam, der unerschütterlich ist. Ich bin in der Lage die Sachen aus einer großen Perspektive zu betrachten und so kann ich die Antworten auf die Fragen des Lebens finden. Es ist magisch.

Vor dem Praktizieren habe ich mit Schmerzen in meiner Wirbelsäule und verschiedenen Allergien gekämpft. Diese sind einfach kurz nach dem Beginn der Übungen verschwunden. Mit der Meditation ist alles in Ordnung gebracht worden. Ich bin voller Energie, was mir enorm beim Alltag hilft, da ich sehr viel arbeiten muss, teilweise in verschiedenen Zeitzonen. Es hilft in einem guten Zustand zu bleiben. Aber es hat auch Auswirkungen auf meine Umgebung, da ich den ganzen Tag mit Menschen zu tun habe.

Wie hat Deine Umgebung, Familie, Freunde auf dein neues Leben reagiert?

Um ehrlich zu sein waren sie sehr unterstützend am Anfang, dann haben sie gemerkt, dass die Veränderungen zu intensiv waren. Ich bin ein wirklich guter Mensch geworden und das unterscheidet sich zu sehr von meinem früheren Ich. Aber das hat nur kurz angedauert, seitdem sind sie stolz auf mich. Auf die Bemühungen der Praktizierenden in Sachen Menschenrechte. Sie finden Falun Dafa sehr gut.

Wie sieht bei Dir ein Tag aus? Wann machst Du die Übungen?

Meistens schwimme mit dem Strom, im guten Sinne. Ich versuche dem natürlichen Lauf zu folgen. Wenn wir sehr viel arbeiten, dann ist das schwieriger, aber ich versuche ein-zwei Übungen zwischendurch zu machen. Ich mache sie, wie ich kann. Wenn ich eine freie Woche habe, dann praktiziere ich mehr, da kann ich regelmäßig die Übungen machen.

Stellst Du Falun Dafa dem Filmteam beim Drehen vor? Und den Berühmtheiten wie Claudia Schiffer, Drew Barrymore oder Jennifer Lopez?

Das hängt sehr von der Situation ab. Manchmal ja, manchmal nicht. Das ist eine komplizierte Sache. Manchmal gibt es gar keine Möglichkeit mit dem Kunden zu sprechen. Hier versuche ich natürlich zu bleiben. Aber bei den meisten Fällen gelingt schon ein lockeres Gespräch. Sie sind immer sehr offen und unterstützend. Zum Beispiel beim letzten Film stellte sich heraus, dass der Hauptdarsteller Buddhist ist. Er war unglaublich ruhig und geduldig beim Dreh und man hat ihn oft beim Meditieren gesehen. Es kam zu einem Gespräch und ich habe ihm von Falun Dafa erzählt und er wollte gleich die Übungen lernen, also habe ich ihm sie beigebracht. Also ja, es hängt davon ab. Als die Dreharbeiten zu Ende waren, hat er sich für die positive Energie bei mir bedankt.

Foto* mit Claudia Schiffer.

Foto* mit Drew Barrymore auf dem Dreh von „Eine Hochzeit zum Verlieben“ (1998)

Jennifer Lopez und der Weltenbummler Hairstylist*.

Deine Arbeit ist relativ hektisch. Nach außen hin glänzt alles, aber hinter den Kulissen ist es oft gehetzt. Wie gehst Du mit den Spannungen um?

Ich versuche sie leicht zu nehmen. Nicht aufnehmen, außer Acht lassen und wenn du dich daran gewöhnst, ist es immer leichter. Man darf nicht zulassen, dass unser Ego berührt wird, dass uns die Emotionen packen. Das hat auch Auswirkungen auf ein Umfeld.

Wie siehst Du die Falun Dafa-Praktizierenden in den unterschiedlichen Kulturen?

Es ist immer anders, absolut anders. Ich versuche mit den Möglichkeiten des Reisens zu leben. Deswegen ist es hier auch passiert, dass ich sehr müde war und ich habe Kontakt aufgenommen mit den ungarischen Praktizierenden, um an gemeinsamen Aktivitäten teilzunehmen. Hier möchte ich mich auch für das gemeinsame Lesen der Falun Dafa-Schriften bedanken. Ich hoffe auch, dass die Menschen in Ungarn durch die Aktivitäten einen Einblick in die Schönheit von Dafa bekommen.

Unter den Falun Dafa-Praktizierenden gibt es viele Künstler und sie erwähnen oft, dass sie durch Dafa inspiriert werden. Ist es bei Dir auch so?

Ja. Durch das Praktizieren von Dafa sehe ich die ganze Welt anders. Ich sehe die Schönheit viel deutlicher. Ich kann die Schönheit besser erkennen, weil in mir selbst Harmonie ist. Als ich zur Filmindustrie kam, bin ich mit dem Strom geschwommen – im schlechten Sinne. Ich habe keinen Ausweg gesehen und diese funkelnde Welt hat mich gepackt. Es herrschen Wolfsregeln, wenn du dich darin verlierst. Ich wollte, dass sie mich akzeptieren, daher bin ich oft mit dem Team zu Partys gegangen, wo ich weder zum Alkohol noch zu den Drogen nein sagen konnte. Ich habe gefühlt, dass es nicht gut ist. Habe oft zum Himmel geschaut und mich gefragt wo die guten Menschen sind? Wo sind sie hin? Und dann hat man die Glocken geläutet. Bei einem Auftrag waren wir auf den Amerikanischen Jungferninseln. Ich will nicht ins Details gehen, aber ich war in einer Situation, wo ich fast gestorben wäre. Da hat sich etwas in mir verändert, da habe ich zum ersten Mal erkannt, in was für einem Pfuhl ich doch bin, wie oberflächlich meine Verbindungen sind. Es hat mich nicht mehr interessiert, wie viel ich verdiene und in welchen Kreisen ich verkehre. Ich wollte ausbrechen, weil ich den Eindruck hatte komplett ausgebrannt zu sein. Ich war am Ende. Ich musste mich zurückziehen für eine Weile. Da wußte ich schon, dass ich etwas suche, was mir wirklich inneren Frieden gibt. Ich konnte es damals nicht wirklich in Worte fassen, aber habe wieder zum Himmel geschaut und gesagt: „Ich bin bereit.“ Und wie es immer so ist: wenn der Schüler fertig ist, erscheint der Lehrer. Kurz darauf hat mich das Schicksal mit der Maskenbildnerin zusammengebracht, die mir dann Falun Dafa vorstellte.

Und zu letzt, erlaubst Du uns auch eine private Frage?

Ja klar. Bisher habe ich auch nicht gebissen.

Warum hast Du keinen Ehering an deinem Finger?

Um ehrlich zu sein, habe ich mit dieser Frage gerechnet. Es ist ziemlich simpel. Ich habe mich entschieden alleine zu leben. Ich reise sehr viel und bin ständig in Gesellschaften. Aber in der Tiefe meines Herzens bin ich sehr gerne alleine und wenn ich eine Partnerin hätte, könnte ich es nicht machen, dass ich meine wenige Freizeit nicht mit ihr verbringe. Und ich möchte niemanden zur Einsamkeit verurteilen. Im Moment finde ich es gut für mich, aber ich möchte die Möglichkeit auch nicht ausschließen, dass die Situation sich irgendwann ändert. Natürlich versuche ich den Kontakt mit meinen Bekannten, Familie und Freunden zu pflegen – an sie zu denken, mich um sie zu kümmern. Die höchste Form der Gutherzigkeit bedeutet für mich die anderen an die erste Stelle zu setzen.

*die Fotos stammen von der Facebook Seite von Gabriel: https://www.facebook.com/gabriel.georgiou.9

Quelle: http://hu.clearharmony.net/articles/a112139-Kotetl…

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