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Das Wesen des chinesischen Weiqi Schachspiels (Go) ist nicht Gewinnen oder Verlieren

Zu den vier hauptsächlichen Künsten der alten chinesischen Kultur zählen die Musik auf alten traditionellen Instrumenten, Kalligraphie, Malerei und Schach. Schach verweist auf das chinesische Weiqi Schachspiel, der moderne Name für „Go“ in China. Zusammen mit der Weisheit von Konfuzius, Buddhismus und Taoismus und anderen kulturellen Künsten, ist es ein Teil der chinesischen Kultur über Jahrtausende.

Weiqi hat eine lange Geschichte. Es gibt viele Legenden über seinen Ursprung – einer sagt, es wurde von Kaiser Yao entdeckt. Zhang Hua aus der Jin Dynastie erwähnte in seinem Traktat über Raritäten (oder Bericht über weiträumige Angelegenheiten): „Kaiser Yao erfand Weiqi, um seinen Sohn Danzhu zu unterrichten.“ Luobi aus der Song Dynastie erläuterte in Lu Shi Hou Ji, dass Kaiser Yao Fuyishi heiratete, die deren Sohn Danzhu, das Leben schenkte. Danzhu benahm sich nicht so gut, weshalb der Kaiser den Rat von Unsterblichen suchte.

Am Ufer des Flusses Fen, sah er unter einem grünen Chinesischen Wacholder, zwei Unsterbliche, die sich gegenüber saßen. Er beobachtete, wie sie durch Linien ein Raster in den Sand zeichneten. Sie platzierten weiße und schwarze Steine in einer Schlachtordnung auf dem Raster. Der Kaiser trat zu ihnen und befragte sie, wie er das Verhalten seines Sohnes verbessern könnte. Ein Unsterblicher sagte: „Danzhu ist gut im Wettkampf, doch er ist verwegen. Benütze das, worin er gut ist und entwickle auf diese Weise seinen Charakter.“ Ein Unsterblicher deutete auf die Linien im Sand und die Spielsteine: „Das ist ein Weiqi Schachbrett. Das Brett ist quadratisch und feststehend, während die Steine rund sind und bewegt werden." Danzhu lernte dann von seinem Vater Weiqi und machte rasche Fortschritte. Die Alten erfanden Weiqi nicht wegen des Gewinnens und Verlierens, sondern um den Charakter zu pflegen, Moral und Temperament zu kultivieren, Weisheit zu vermehren und ihre künstlerischen Talente auszudrücken. Weiqi hängt ebenfalls mit himmlischen Phänomenen zusammen, dem Wechsel von Regierungen, der militärischen Strategie, der Verwaltung von Staatsangelegenheiten und der Befriedung und Stabilisierung des Landes.

Aus den Annalen von Zuo, den Analekten von Konfuzius und Mencius ist ersichtlich, dass Weiqi in den Zeiten von Frühjahr und Herbst und zu Kriegszeiten sehr populär war. Während der großen Tang Dynastie blühte Weiqi. Tang Kaiser Xuanzong räumte Schachspielern eine Dienststellung ein, die als kaiserlicher Schachaufseher bezeichnet wurde, ein Gegenstück zum kaiserlichen Aufseher für Malerei und kaiserlichen Aufseher für Kalligraphie.

Einige der heutigen Meister des Weiqi glauben, es symbolisiere das Universum, welches aus 360 himmlischen Körpern zusammengesetzt ist. Es gibt je 19 horizontale und vertikale Linien auf dem Brett und insgesamt 361 Punkte. Ein besonderer Punkt in der Mitte, Tianyuan genannt, reflektiert das Taiji, welches das Zentrum des Universums darstellt. Die Zahl 360 ist die Anzahl der Tage des Mondjahres, welche durch vier geteilt wird. Die vier Ecken sind Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die weißen und schwarzen Schachsteine repräsentieren Tag und Nacht und deuten auf Himmel und Erde.

Beurteilend nach der Anordnung der schwarzen und weißen Punkte in Hetu und Luoshu nach der Originalbedeutung des Buches der Wandlungen, könnte Weiqi leicht auch mit diesen Werken in Beziehung stehen. Wie Luoshu hat das Weiqi Schachbrett 361 Kreuzungspunkte, acht Orientierungssterne und 72 Kreuzungspunkte entlang der Peripherie, welche mit den 360 Tagen, den acht Diagrammen und 72 Jahreszeiten (Saisonen) übereinstimmen. Die Spielsteine haben einen flachen Boden mit einer abgerundeten, hügelähnlichen Spitze. Die zwei Farben schwarz und weiß, symbolisieren Yin und Yang. Das Schachmanuskript der Südlichen und Nördlichen Periode, die in der Mogao Höhle, Dunhang Stadt, Provinz Gansu, gefunden wurde, sagt aus, dass „die 361 Pfade den Zahlen eines Jahres folgen.“

Aus der Betrachtungsebene der Kultivierung, wie Buch der Wandlungen, Hetu, Luoshu und die Acht Trigramme, wurde Weiqi nicht in dieser Zivilisationsperiode erschaffen, sondern während einer prähistorischen Zivilisation. Sie wurden uns von Gottheiten übergeben. Li Xuan Man Yan stellte fest, dass „Weiqi ursprünglich nicht der menschlichen Welt entsprang. Es wurde erstmals in dem Grab von Kaiser Zhou Muwan, das in der Provinz Sichuan liegt, entdeckt und später in einer Steinkammer auf dem Berg Shang. Es war ein Werkzeug für die Unsterblichen, das Temperament zu kultivieren und sich des Tao zu erfreuen.“

Es ist trügerisch, zu denken, Weiqi spielen, sei einfach. Es gibt nur schwarze und weiße Steine und die Regeln sind ebenfalls sehr einfach. Jedoch seine Komplexität ist viel umfangreicher, als die eines jeden anderen schachähnlichen Spiels. Es gibt nur 361 Punkte, doch die Kombinationen sind schier endlos. Im Skizzenbuch des Baches der Träume, diskutierte Shenkuo die Zahl der Abwandlungen im Weiqi: „Sie beläuft sich auf 3 hoch 361.“

Die Implikationen von Weiqi sind tiefgründig und umfassend. Als ein Teil der Kultur, die den Menschen im Verlaufe von tausenden Jahren von Unsterblichen überlassen wurde, haben sich Kaiser, Generäle, Gelehrte und Bürgerliche an Weiqi erfreut. Es hat auch zu vielen Legenden und häufig erzählten Geschichten, schöner Literatur, sogar Bücher über Militärstrategie und Verwaltung des Landes, beigetragen. Weiqi ist eine herrliche Blüte in der Geschichte der chinesischen Zivilisation.

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