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Geschichten aus dem alten China: Ein Platz von idyllischer Schönheit

Tao Yuan Ming war ein großer Schriftsteller in der Jin Dynastie im alten China. Er schrieb den berühmten Aufsatz „Ein Platz von idyllischer Schönheit“, der ein Paradies mit Pfirsichblüten beschrieb:

Ein Fischer lebte im Bezirk Wu Lin von Wuhan. Eines Tages ruderte er mit seinem Boot einen Fluss entlang. Das Boot glitt und glitt dahin. Er wusste nicht, wie lange er schon so dahingeglitten war; bis er sich ganz plötzlich in einem Paradies voller Pfirsichblüten wiederfand. Zu beiden Seiten des Flusses gab es saftige Wiesen, in denen sich die üppigen, prunkvollen Pfirsichblüten vom frischen Grün des Grases abhoben.

Der Fischer war sehr angetan von dieser Szenerie aber auch verwundert darüber, warum er vorher niemals hierher gekommen war. Er paddelte weiter in seinem Boot und vor ihm erschien ein Berg. In der Mitte des Berges gab es eine Höhle, in die er neugierig hineinkroch. Im Eingang der Höhle war es dunkel und eng. Doch er kroch noch tiefer hinein. Nicht lange danach wurde die Höhle plötzlich weit und geräumig. Am Ende der Höhle entdeckte er zu seinem großen Erstaunen eine Ebene, die so schön war, wie ein Paradies.

An den Straßen entlang gab es Häuser. Alle Arten von Früchten wuchsen auf den üppigen Feldern. Viele Menschen gingen geschäftig die Straßen auf und ab und Kinder spielten auf den Wiesen. Die Menschen waren überrascht, den Fischer zu sehen. Sie bezeugten ihm Respekt und behandelten ihn gut. Sie erzählten ihm, dass Ihre Vorfahren die Personen waren, die hierher gekommen waren, um dem Chaos während der Qin Dynastie zu entfliehen. Sie lebten seit damals, Generation für Generation in diesem wunderbaren Land, in dem sie von der Außenwelt isoliert waren.

Bevor der Fischer wegging, versprach er den Menschen, niemandem draußen etwas über dieses Land zu erzählen und es als Geheimnis zu bewahren. Jedoch nach seiner Rückkehr, hielt er sein Versprechen nicht und berichtete stattdessen sein Abenteuer dem amtierenden Vorsteher der Präfektur des örtlichen Gebietes. Der Vorsteher schickte seine Männer aus, um das Paradies mit dem Fischer zusammen zu suchen. Sie konnten es jedoch nicht wiederfinden, weil der Fischer sich nicht mehr daran erinnern konnte, wo es sich tatsächlich befand.

Spätere Generationen deuteten den Sinn „Der Platz von idyllischer Schönheit“ als Idiom für eine Flucht aus der Welt. Es bezieht sich auf einen Ort, der von der Welt isoliert ist und einem irdischen Paradies gleicht. Menschen können dort in Abgeschiedenheit leben, ohne von weltlichen Angelegenheiten gestört oder tangiert zu werden.

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