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Geschichten aus alter Zeit: Der Unterschied zwischen Geben und Nehmen

Während der Ming Dynastie wurde eine Geschichte erzählt. Sie lautet, wie folgt:

Obwohl zwei Brüder gemeinsam aufwuchsen, hatten sie unterschiedliche Persönlichkeiten. Der ältere Bruder war gefräßig und faul und er kämpfte wegen der unbedeutendsten Dinge. Der jüngere Bruder war fleißig und pflichtbewusst und schätzte es, Verbindungen zu anderen zu knüpfen.

Bei einer Gelegenheit führten die beiden Brüder einen Transport durch. Unglücklicherweise regnete es und die Straße war rutschig. Der ältere Bruder konnte die Zügel nicht unter Kontrolle halten; so stürzten die beiden Brüder den Berg hinunter und starben. Die Seelen der beiden Brüder gelangten an das Tor zur Unterwelt. Die Wesen dort erwarteten sie am Tor der Unterwelt und geleiteten sie zu einer Begegnung mit Yama.

Yama sagte: „Als ihr euch in eurem letzten Leben als Menschen reinkarniert habt, verhieltet ihr euch nicht zu schlecht, habt aber auch nichts zu Gutes getan. Ihr dürft also in eurem nächsten Leben weiterhin einen menschlichen Körper behalten. Richter, kannst du prüfen, welche Familien neue Kinder zur Reinkarnation aufnehmen können?“

„Yama, es gibt da zwei Familien, die das Karma haben, Söhne zu bekommen und ihre Familiennamen sind Zhao und Xie. Die Person, die in der Familie Zhao geboren wird, muss anderen andauernd Hilfe anbieten und seine Habseligkeiten anderen geben. Die Person, die jedoch in der Familie Xie geboren wird, wird in ihrem ganzen Leben, Gaben von anderen erhalten.“ Der Richter ging die Liste von Leben und Tod gewissenhaft durch. In der Liste war das Karma und seine Begleichung, einer jeden Person über drei Leben hin, in dicken Punkten aufgezeichnet.

Yama sagte: „In diesem Falle werdet ihr in der Familie Zhao und der Familie Xie wiedergeboren!“

Als er die Entscheidung von Yama gehört hatte, dachte der ältere Bruder: „Wenn ich in die Familie Zhao gehe, werde ich hart arbeiten müssen, um Geld zu verdienen, um es andern zu geben. Das wäre ganz schön hart. Es wäre besser und einfacher, die Gaben von anderen anzunehmen.“ Nachdem er seine Entscheidung getroffen hatte, kniete er sich eilig nieder und machte Kotau mit den Worten: „Yama! Es wird so mühsam sein, mein ganzes Leben anderen zu widmen. Ich bitte dich, Gnade walten und mich in der Familie Xie reinkarnieren und die Gaben anderer in Empfang nehmen zu lassen.“

Yama fragte: „ Wer wird in der Familie Zhao reinkarnieren und anderen Hilfe anbieten?“ Der ehrliche und aufrichtige jüngere Bruder hatte bisher geschwiegen, doch als er Yamas Frage hörte, sagte er respektvoll: „Yama! Lass meinen älteren Bruder in der Familie Xie reinkarnieren. Ich würde gerne in der Familie Zhao wiedergeboren werden und in meinem ganzen Leben meine Habseligkeiten anderen schenken, um anderen zu helfen und gute karmische Beziehungen mit anderen aufzubauen.“

Yama schob seine Bedenken beiseite und ließ sie, entsprechend ihrem Karma, in den Familien Zhao und Xie reinkarnieren. Der jünger Bruder legte ein Gelöbnis ab, anderen in Gefahr zu helfen und ihre Not zu lindern und so reinkarnierte er in der Familie Zhao – einer Familie die sehr vornehm und reich war. Er war ihr einziges Kind und sehr intelligent. Außerdem hatte er ein gutes Herz und half anderen gerne. Wer immer auch seine Hilfe benötigte, er würde ihm beistehen. Seine Eltern sahen, dass ihr Sohn ein sehr gutes Herz hatte und so entschieden sie, dass auch sie andere mit ihrem Reichtum unterstützen würden. Sein guter Ruf für Nächstenliebe verbreitete sich weit.

Der ältere Bruder, der danach trachtete, die Barmherzigkeit anderer auszunutzen, wurde in der Familie Xie wiedergeboren. Die Familie Xie war äußerst mittellos und führte ein bettelarmes Leben. Sein ganzes Leben lang bettelte er um Nahrungsreste und die Gaben anderer Menschen und um deren Mitleid.

Es gibt ein altes Sprichwort: „Geben ist seliger, denn Nehmen“. Gutherzigkeit ist lobenswert. Der Himmel belohnt Gutherzigkeit und bestraft Bösartigkeit. Es ist zwangsläufig, unvermeidlich, Gutes zu erhalten, als Belohnung für Nächstenliebe. Es ist nicht nur gütig, sondern auch weise, sich um die Leiden von anderen zu kümmern und andere gütig zu behandeln. Zu jeder Zeit und in jeder Situation, ist es die weiseste Entscheidung, zu anderen gut zu sein, weil: „Wenn Menschen gute Vorsätze fassen, wird sie der Himmel segnen“.

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