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Geschichten aus alter Zeit: Ein weiser Herrscher fürchtet drei Dinge

Han Ying schrieb folgende inspirierende Geschichte in „Die äußeren Kommentare über das Buch der Lieder“. Es ist lesens- und befolgenswert.

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Ein weiser Herrscher fürchtet drei Dinge: Erstens, er fürchtet aufgrund seiner erhabenen Position, seine Fehler nicht zu erkennen. Zweitens, er fürchtet sich vor Arroganz und Selbstzufriedenheit, wenn er erfolgreich ist. Drittens, er fürchtet sich, weise Ratschläge nicht zu befolgen.

König Goujian aus dem Königreich Yue besiegte den Staat Wu und eroberte die neun ethnischen Gruppen und wurde dadurch das herrschende Königreich im südlichen China. Doch er berief ein königliches Hoftreffen ein und berichtete seinen Hofbeamten: „König Fuchai aus dem Staate Wu führte seinen Staat in den Untergang, weil er zu arrogant war, über sich selbst nachzudenken oder sich zu korrigieren. Ich muss aus dieser tödlichen Lektion meine Lehren ziehen. Ich werde nun ein neues Gesetz erlassen, dass es ein kapitales Vergehen ist, wenn jemand erkennt, dass ich eine Schwachstelle, einen Mangel habe und es mir nicht mitteilt. Er wird die Todesstrafe erhalten.“ Das ist ein Beispiel für einen Herrscher, der sich fürchtet, seine Schwachstellen nicht zu erkennen.

Nachdem der Herzog des Staates Jin (namens Ji Chong’er) den Staat von Chu besiegte, entgleisten die Jin Truppen. Sie begannen das Lager der Chu Truppen niederzubrennen. Das Feuer loderte über drei Tage und drei Nächte und forderte hohen Tribut an Geld und Besitz. Nachdem sich Herzog Wen aus einem Hoftreffen zurückzog, schaute er düster und besorgt. Seine Diener fragten: „Wir haben die Truppen von Chu besiegt. Warum schauen Eure Majestät so sorgenvoll drein?“ Herzog Wen verdeutlichte: „Ein Mann muss sich der Arroganz und Skrupellosigkeit enthalten, wenn er erfolgreich war, um langandauernden Frieden aufrecht zu erhalten. Nun, wo meine Truppen arrogant sind, selbstzufrieden und skrupellos, mache ich mir Sorgen um potentielle Gefahren für unseren Staat.“ Dies ist ein Beispiel eines Herrschers, der sich davor fürchtet, arrogant und selbstgefällig zu werden, wenn er einen Sieg erringt.

Der Herrscher Huan aus dem Staate Qi konnte, da er die weisen Minister Guang Zhong und Xi Peng hatte, Recht von Unrecht unterscheiden und seine moralischen Werte erhöhen. Herrscher Huan war ihnen für ihre Ratschläge sehr dankbar. An einem besonderen guten Tag, brachte Herrscher Huan seinen Vorfahren seine Ehrerbietung dar, indem er Räucherstäbchen anzündete. Er kniete sich nieder und sagte: „Es ist der Segen meiner Vorfahren, dass ich zwei tugendhafte Minister habe, die mich bei meiner Amtsführung unterstützen. Sie sorgen dafür, dass ich meine Augen offen halte und die Dinge klarer sehe. Demütig bitte ich meine Vorfahren, mir weiterhin ihre Segnungen zu Teil werden zu lassen, damit ich mit Vernunft herrschen, demütig ihre Ratschläge annehmen kann und niemals meine Ohren verschließe oder stur darauf beharre, die Dinge auf meine Weise zu tun.“ Dies ist ein gutes Beispiel eines Herrschers, der sich fürchtet, weisen Ratschläge nicht nachzukommen.

Die Menschen im alten China plädierten dafür, bescheiden, umsichtig und wachsam zu sein. Sima Guang aus der Song Dynastie schrieb einmal: „Eure Majestät sollten auf Fehler achten.“

Eigentlich sollte jeder darauf achten, sich vor diesen drei Dingen zu hüten. Wenn jemand sich erhöhen oder erfolgreich sein möchte, sollte er seine Schwachstellen erkennen und sie unverzüglich richtig stellen. Jeder sollte bescheiden und umsichtig sein und sollte zu keiner Zeit skrupellos handeln. Jeder sollte tugendhaften Ratschlägen folgen, wenn solche gegeben werden. Weise Ratschläge sollten nicht in Vergessenheit geraten. Wirklich jeder sollte sich vor diesen drei Dinge hüten.

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