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Dichtkunst der Tang Dynastie: „Pfirsichblüten am Delin Tempel“

Im Juni auf der Menschenebene sind alle duftenden, schönen Blüten schon verschwunden.
Aber die Pfirsichblüten in den Bergtempeln haben gerade angefangen zu blühen.
Ich beklagte mich immer, dass man den Frühling nirgendwo mehr finden kann, wenn er vorüber ist.
Ich wusste gar nicht, dass er einfach nur hier heraufgegangen ist.

Das Gedicht auf Chinesisch:

大林寺桃花
白居易
人間四月芳菲盡,山寺桃花始盛開

Über Bai Juyi

Bai Juyi, bekannt als Bai Letian, war ein bekannter Dichter in der Tang Dynastie. Er lebte von 772 bis 846 n. Chr. Die wenig gebildeten Menschen seiner Zeit konnten die Sprache, die er in seinen Gedichten mit ihren eindeutigen Themen benutzte, gut verstehen. Die Gedichte waren sanft und ihr dichterischer Stil war so einmalig, dass diese Art als „Fundamentally Plain Form“ bekannt wurde.

Bai Juyi glänzte in verschiedenen Arten von Gedichten, besonders in erzählenden und langen. Zu seinen besten Arbeiten zählen: „Das Lied der ewigen Trauer“ in welchem der Aufstieg und Fall der berüchtigten schönen königlichen Konkubine Yang Yuhuan beschrieben wird, und „ Das Lied des Pipaspielers“ über eine birnenförmige Laute. Im Laufe der Jahre haben Dichtungskritiker „das Lied der ewigen Trauer“ als außerordentlich schönes Gedicht gelobt.

Über das Gedicht:

Bai Yuyi schrieb dieses Gedicht im Sommer des 12. Jahres der Yuanhe-Periode (817 n. Chr.) der Regierungszeit des Kaisers Xian Zong der Tang Dynastie (618 bis 907 n. Chr.) Als er es schrieb, war er ein niedriger Regierungsbeamter in Jiang Zhou. Das Gedicht ist ein wahrer literarischer Schatz der Tang Dynastie. Der Dalin Tempel (大林寺) ist der alte buddhistische Tempel Xianglu Ridge vom Berge Lu.

Deutung durch den Autor:

Die Natur in den Bergen und auf Hochplateaus gedeiht später, als die, auf niedrigeren Höhen. Dass die Blumen in den hohen Bergen später blühen, ist eine ganz natürliche Erscheinung. Bai Juyi konnte sie mit ein paar einfachen Worten beschreiben und dabei eine ätherische und erfrischende Atmosphäre erzeugen. Das Gedicht zeigt Bai Juyis Schöpferkraft und Genialität. Sein Humor ist elegant, was das Gedicht umso bezaubernder macht. Er hat den Frühling zu einem unschuldigen, niedlichen und lebhaften Wesen gemacht, das sich auf einem hohen Berge versteckt. Dadurch enthüllt Bai Juyi seine kindliche Unschuld.

Bai Juyi war erstaunt, oben in einem Bergtempel mitten im Sommer Pfirsichblüten zu sehen. Das war für ihn eine Neuentdeckung, die seine Sichtweise, dass Pfirsichbäume nur im Frühling blühen, überraschte. So ähnlich geht es Menschen, die eine voreingenommene Meinung oder Ansicht von vielen Dingen haben. Manche ziehen voreilige Schlüsse oder bilden sich falsche Überzeugungen, aus ihren begrenzten Lebenserfahrungen, aus Gerüchten oder Lebenslügen. Tatsächlich gibt es viele gute Menschen und gute Dinge, wie die schönen Pfirsichblüten in den hochgelegenen Bergtempeln mitten im Sommer. Dass es solche guten Dinge gibt, verschafft den Menschen die gute Gelegenheit, ihre falschen Meinungen und Vorurteile zu korrigieren und zeigt ihnen die Schönheit des Frühlings, auch, wenn er schon vorüber ist.

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