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Geschichten aus dem alten China: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus

Während der Regentschaft des Kaiser Shunzhi (1644-1661 n. Chr.) in der Qing Dynastie Chinas (1644-1911 n. Chr.), gab es im Bezirk Shunyi eine reiche Familie namens Gong. Herr Gong hatte einen Sohn, den er Gong Qingyou nannte. Im selben Jahre bekam ein Diener der Familie ebenfalls einen Sohn, dem der Name Li Fu gegeben wurde. Auf Bitten des Dieners erlaubte Familie Gong, dass beide Kinder zusammen bei einem Lehrer unterrichtet wurden.

Eines Nachts, als beide Jungen 14 Jahre alt waren, hatte Li Fu einen Traum, in dem er das Himmelstor offen sah und zwei göttliche Wesen herunter kamen. Eines von ihnen deutete auf Gong Qingyou und fragte: „Was wird mit ihm geschehen?“ Das andere antwortete: „Er ist ein Mensch mit großem Glück. Wenn er siebzehn wird, wird er die Aufnahmeprüfung für die Ausbildung zu einem Regierungsbeamte bestehen und im Alter von 19 Jahren graduieren und ein Bezirksbeamter werden. Er wird in seiner Karriere rasch vorankommen und sich eines komfortablen Lebens erfreuen.“ Die erste Gottheit zeigte auf Li Fu und fragte: „Was ist mit ihm?“ Das zweite göttliche Wesen antwortete: „Er ist ein Mensch ohne Glück und wird in seinem ganzen Leben weder Geld noch Macht haben.“ Mit diesen Worten flogen die beiden göttlichen Wesen davon und verschwanden hinter dem geschlossenen Himmelstor. Verwirrt wachte Li Fu auf und erzählte seinen Traum seinen Eltern und Freunden.

Danach achtete Li Fu sorgfältig auf den Verlauf von Gong Qingyous Leben und bemerkte tatsächlich, dass er, wie von dem göttlichen Wesen vorhergesagt, im Alter von 17 durch die Aufnahmeprüfung kam. Li ging nicht länger zur Schule, sondern fing mit der Landarbeit an. Gong Qingyou war ein knauseriger und herzloser Mensch, der vor nichts zurückschreckte, um seine egoistischen Ziele durchzusetzen. Doch als er auf die Schule für Regierungsbeamte ging, lief für ihn alles bestens und später als er graduierte, wurde er wirklich ein Beamter und in eine hohe Position befördert. Ungeachtet der Gesetze nahm er Bestechungsgelder an und behandelte Menschen unbarmherzig.

Li Fu dachte, dass Gong Qingyou verachtenswert sei und bestraft werden müsse, doch zu seiner Überraschung lebte Gong gut bis zu seinem siebzigsten Lebensjahr und hatte Geld und Macht, sowie eine große Familie. Er wusste sogar, wann er sterben musste. Viele Leute zitierten das Leben von Gong als Beispiel und zweifelten an dem Prinzip von Ursache und Wirkung. Li Fu war einer jener Menschen und verärgert wollte er die Unterwelt aufsuchen, um die Wahrheit dahinter zu erkennen. So starb Li Fu an dem gleichen Tag an dem Gong Qingyou starb und ging auf die andere Seite.

Der König sagte: „Gong Qingyou vollbrachte in seinen früheren Leben eine Menge guter Taten und die schlechten Dinge, die er in seinem letzten Leben verübte, haben viel von seiner Tugend (De) aufgebraucht,…

Li Fu sah, dass Gong Qingyou sogar in der Unterwelt gut behandelt wurde, was ihn dann noch mehr ärgerte und er beschwerte sich beim König der Unterwelt darüber. Der König beauftragte die zuständigen für die Beurteilung,die Aufzeichnungsbücher zu prüfen, in denen alle Taten von Gong Qingyou in all seinen Leben aufgezeichnet sind. Der König sagte: „Gong Qingyou vollbrachte in seinen früheren Leben eine Menge guter Taten und die schlechten Dinge, die er in seinem letzten Leben verübte, haben viel von seiner Tugend (De) aufgebraucht, die er früher angehäuft hatte. Trotz alledem hat er noch etwas davon übrig und er wird auch in seinem nächsten Leben gut leben, jedoch nicht so gut, wie in seinem letzten Leben. Für die schlechten Dinge, die er beging, ist es für ihn noch nicht Zeit, diese zurückzuzahlen.“

Der König erzählte Li Fu auch, dass er in seinen vorigen Leben keine De (Tugend) durch gute Taten angesammelt habe, das war der Grund, warum er in seinen vorherigen Leben mehr gelitten hatte. Doch weil er in seinem letzten Leben immer wieder gute Taten vollbrachte, hatte er genügend Kleidung und Nahrung, was für ihn bereits eine Linderung darstellte. Und er würde in seiner nächsten Reinkarnation ein besseres Leben führen.

Der König arrangierte für Li Fu und Gong Qingyou, dass sie zur gleiche Zeit wiedergeboren wurden. Gong Qingyou kam in einer reichen Familie zur Welt und Li Fu in einer wohltätigen Familie. Als er erwachsen war, wurde Gong Qingyou Gouverneur eines Landkreises. Wie in dem vorherigen Leben unterdrückte er Menschen, nahm in Missachtung des Gesetzes Bestechungsgelder an. Er setzte Folter ein, um Menschen zu Schuldgeständnissen zu zwingen. Einmal wurden auf seinen Befehl hin, die Augen eines Angeklagten ausgestochen. In einem anderen Fall, wurden einem Beschuldigten die Beine abgeschnitten. Gong starb im Alter von 70 Jahren an einer plötzlichen Krankheit.

Li Fu dagegen sammelte fortwährend De (Tugend) an, indem er gute Taten vollbrachte und sogar anfing, sich zu kultivieren. Als Gong Qingyou starb, war die Urseele von Li Fu in der Lage, ihren Körper zu verlassen und in die Unterwelt zu wandern, um herauszufinden, was geschah. Er sah, dass Gong Qingyou vor Gericht gestellt wurde und dass all seine in einem Buch aufgezeichneten Glücksfälle aufgebraucht waren. Es gab kein weiteres Glück mehr, das für die Sünden, welche er während seiner Zeit als Beamter beging, wie das Ausstechen der Augen einer Person und Abschneiden der Beine eines anderen, hätte eingetauscht werden können. Deshalb würde er dies in seinem nächsten Leben zurückzahlen müssen. Er wurde mit einer Wiedergeburt in einer armen Familie bestraft, indem er blind und schwach auf die Welt kam und sein ganzes armseliges Leben hindurch betteln musste.

Als er sah, wie sich das Ursache und Wirkungsprinzip in Gong Qingyou’s drei Leben verkörperte, arbeitet er noch intensiver daran, sich zu kultivieren und er hoffte, dass er bald aus dem Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt herauskommen könnte.

Daraus kann man ersehen, dass Glück für eine Person schwer zu bekommen ist und dass es das Ergebnis harter Arbeit ist. Die himmlischen Prinzipien sind absolut gerecht. Wie kann einer Person erlaubt sein, ihre begangenen Sünden nicht zurückzahlen zu müssen? Wie ein altes Sprichwort lautet: „Gute Menschen werden zu einem guten Ende, schlechte Menschen zu einem schlechten Ende kommen. Es ist alles nur eine Frage der Zeit.“ Dies ist in der Tat eine wahre Aussage!

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