Share on facebook
Share on twitter
Share on telegram
Share on google
Share on email
Share on print

Im Laufe der Jahrhunderte wird das Gute belohnt, während das Böse karmische Vergeltung erfährt

In der reichen Tradition des alten China zeigten die Gentlemen Respekt vor göttlichen Wesen und anerkannten, dass das, was ihnen begegnet, ein Spiegelbild ihrer Gedanken und Handlungen in der Vergangenheit war. Gentlemen behandelten andere mit Barmherzigkeit und sammelten auf diese Weise Segen und Tugend. Sie wussten, dass nichts ohne Grund passiert. Seit Anbeginn der Zeit existieren unzählige Beispiele für gute und schlechte Taten und der entsprechenden karmischen Vergeltung. Im Folgenden erzählen wir zwei Geschichten aus dem alten China.

Ertrinkende und Hungrige retten

Dahui, ein Abt in seinen 70-zigern aus dem Qingyun Tempel in Dinghushan, Guangdong, besaß die Fähigkeit, einige himmlische Geheimnisse zu enträtseln. Er beherrschte die Medizin und traf Vorhersagen durch Gesichtsdiagnostik. Eines Tages besuchte der Amtsrichter der Grafschaft Gaoyao den Qingyun Tempel. Er wurde von einem seiner Mitarbeiter namens Liu begleitet, der ein alter Bekannter von Dahui war. Der Amtsrichter wollte von Dahui etwas über seine Zukunft erfahren und bat Liu einen Termin zu arrangieren.

Dahui konnte die Bitte nicht ablehnen und war einverstanden. Er bat den Amtsrichter Platz zu nehmen und sich zu entspannen. Nachdem er seine Gesichtszüge gelesen hatte, sagte Dahui dem Amtsrichter: „Das Leben einiger Lebewesen liegt in ihren Händen. Wenn sie Tugend ansammeln, können sie ihr eigenes Leben verlängern.“ Der Amtsrichter fragte ihn weiter, wie seine berufliche Zukunft aussähe. Dahui antwortete mit einem Lächeln: „Im Wahrsagen bin ich nicht besonders gut, deshalb wage ich ihre Zukunft nicht vorauszusagen. Aber ein Mann mit großer Tugend wird natürlich Glück haben. Ihr gutes Herz ist das größte Glück für die Menschen in ihrer Gemeinde.“ Dahui war sehr feinsinnig und weise und sprach nicht gerne, deshalb trank der Amtsrichter schnell seinen Tee und ging weg. Später bat Liu Dahui, ob er ihm privat etwas Näheres dazu sagen könne.

Dahui erzählte Liu frei heraus, er habe im Gesicht des Amtsrichters gesehen, dass dieser seine Brillanz und seine Glück verheißende Energie verloren habe: „Auf seinem Gesicht befand sich eine dunkle Energie, er hat nicht länger, als ein Jahr zu leben. Aber das Gute ist, seine ursprüngliche Energie ist nicht komplett weg, das bedeutet, dass er noch einer Gefahr entkommen kann, es ist momentan noch nicht sicher, dass er unbedingt sterben muss. Als Beamter, der für viele Menschen Verantwortung trägt, hängt jede seiner Entscheidungen mit der Sicherheit und dem Leben seiner Untertanen zusammen. Wenn er sich aufrichtig verhält und den Menschen hilft, kann er für viele Menschen nützlich sein. Insofern ist meine Vorhersage begründet, eine Anhäufung der Tugend kann die Langlebigkeit bewahren.“

Liu nickte zustimmend. Er wagte allerdings dem Amtsrichter nichts von diesem Gespräch zu sagen. Taktvoll erzählte er dem Amtsrichter, dass dieser in den nächsten Monaten eine Sache, betreffend das Leben vieler Menschen, richtig machen müsse, um seine Lebensdauer zu verlängern.

Bald darauf gab es eine verheerende Überschwemmung in der Gegend von Xiliao. Die Flut war mehrere Meter hoch und überschwemmte die umliegenden Felder und Häuser. Viele Dorfbewohner schrieen um Hilfe aus Angst vor dem Ertrinken. Der Amtsrichter ging schnell zu einem nahe gelegenen Hügel und schaute sich die Lage an. Was er sah war fürchterlich, aber er allein konnte nicht viel tun. Da entdeckte er junge kräftige Dorfbewohner, die mit ihren Booten flüchteten, aber niemand half den Kleinkindern und Säuglingen, die auf dem Wasser trieben. Sofort gab der Amtsrichter die Anweisung: Jede Person, die ein Kind rettet, erhält als Belohnung ein Stück Silber und je mehr sie erretten, desto mehr Prämien werden sie bekommen. Die Menschen in den Booten retteten daraufhin 400 Kinder und Säuglinge. Nach der Flut öffnete der Amtsrichter die Geldtruhe und entlohnte die Menschen entsprechend. Er sorgte ferner dafür, dass die Opfer einen Platz zum Wohnen bekamen.

Später wurde der Amtsrichter zum Präfekten von Huizhou befördert. Als er wieder am Berg Luofu vorbei kam, traf er Dahui erneut. Dahui sagte zu ihm: „Eine Person mit gütigem Herzen wird belohnt, Deine Lebensdauer wurde verlängert.“

Das Schicksal eines Menschen kann durch gute Taten und Zunehmen der Tugend geändert werden. Wer ein gütiges Herz hat, wird ein positives Schicksal haben, wer ein böses Herz hat, wird ein unglückliches Leben führen. Wenn eine Person wiederholt Straftaten begeht, wird ihr Glück verschwinden und in einer Katastrophe enden.

Für Arroganz und Herrschsucht erhält man karmische Vergeltung

Es gab einmal einen Chef, der unbeherrscht und gewalttätig war. Wenn er ausging, ritten seine Wachen vor ihm her auf ihren Pferden. Sie peitschten die langsameren Fußgänger zur Seite, um genügend Platz für ihn zu schaffen.

Als der Chef eines Tages nach Hause zurückkehrte, stand ein Pförtner auf der linken Straßenseite. Er trug zwei mit Papier gefüllte Körbe auf seiner Schulter. Als er ihn sah, reagierte er wütend, weil er seine Last nicht sofort herunternahm. Er befahl seinem Diener den Pförtner herzuholen und beschimpfte ihn. Der Pförtner war eine einfache und unkomplizierte Person. Er fragte ihn: „Ich stand ihnen nicht im Weg, was also habe ich verbrochen?“ Weil sich der Pförtner erlaubte, ihm eine Frage zu stellen, wurde der Chef noch wütender und befahl seinem Diener ihn brutal zu schlagen. Danach fragte er ihn wieder: „Weißt du jetzt, was du getan hast?“ Der Pförtner antwortete ihm: „ Ich weiß wirklich nicht, welches Verbrechen ich begangen habe und aus welchem Grund man mich so schlimm verprügelt.“ Der arrogante Chef sah in seinem Widerspruch eine öffentliche Demütigung. Das konnte er nicht ertragen und wurde noch wütender. Er befahl seinen Dienern den Pförtner mit einem Prügel hundert Mal zu schlagen, solange bis sein Körper von Blut und Wunden bedeckt sei. Die Diener zerrten den Pförtner in die Kreisverwaltung Huating, dort sollte er für seine vermeintliche Versperrung der Straße bestraft werden. Die Beamten der Grafschaft nutzten die Gelegenheit und erpressten eine Menge Geld von seinem Arbeitgeber, dem Chef eines Papiergeschäftes. Als der Landesgerichtsrat sah, dass der Pförtner so schwer verletzt war, bestrafte er ihn nicht und ließ ihn nach ein paar Tagen wieder gehen. Als der Pförtner an seinen Arbeitsplatz kam, tadelte ihn sein Chef für den Ärger, den er durch ihn hatte und warf ihn hinaus. Der Pförtner verstarb zwei Tage später.

Einige Tage danach tauchten auf dem Rücken des Chefs fünf tief verwurzelte Geschwüre auf, die ihm große Schmerzen bereiteten. Der Arzt meinte, solange die Geschwüre nicht eiterten würde, gäbe es noch Hoffnung auf Heilung. Eines Nachts träumte der Chef von dem Pförtner und wie er mit seinen Händen an seinen Geschwüren riss. Der enorme Schmerz weckte ihn auf. Im Kerzenlicht sah er, dass alle Geschwüre plötzlich vereitert waren. Sein Bettlaken war mit Blut und Eiter getränkt. Der Arzt brach die Behandlung ab. Der Chef betete jeden Tag, aber nichts half. Er konnte nur noch auf der Seite und auf dem Bauch liegen. Die kleinste Bewegung verursachte ihm unerträgliche Schmerzen. Er musste Dutzende Tage leiden, bevor er schließlich starb.

Wang Daoding aus der Qing Dynastie äußerte sich wie folgt dazu: „Es ist wirklich erbärmlich, dass Beamte mit Macht keine Rücksicht auf Leute nehmen, die sich in schwierigen Situationen befinden. Wir sind alle Menschen. Warum handeln sie nur so rücksichtslos? Um sich selbst zu bestätigen? Warum hat er den Pförtner so blutig schlagen lassen, obwohl ihm dieser nichts getan hatte? Als seine Geschwüre Eiter und Blut absonderten, war es zu spät. Man konnte nichts mehr für ihn tun. An alle Beamte, die Macht besitzen, gebt Acht, macht nichts was ihr später zu bereuen habt. Wenn es zu spät ist, könnt ihr nichts mehr dagegen machen.“

Ein Mann sollte immer freundlich sein und dem Lauf der Natur folgen und Anderen helfen. Auf diese Art wird er viele Gelegenheiten haben, Gutes zu tun und eine glückliche Zukunft zu haben. Die Gottheiten wissen sehr genau, was jeder von uns macht. Alles was uns passiert, ist eine Folge unserer Taten. Wenn böse Taten bestraft werden, offenbart sich der Wille der Gottheiten.

(Die Geschichten stammen aus den chinesischen Büchern Tai-shang-gan-Ying-Pian-bian-hui und Zuo-hua-Zhi Guo)

Das Neueste

Archiv

Weitere Artikel zu diesem Thema