Share on facebook
Share on twitter
Share on telegram
Share on google
Share on email
Share on print

Folgewirkungen von Neid

Die Chinesen sind dafür bekannt, die Tugenden von Güte, Großzügigkeit und Nachsicht zu schätzen. Menschen schämen sich vor Darstellungen von Eifersucht. Wenn ein edelmütiger Mensch die Vorzüge und die Großtaten anderer sieht, wird er ihnen dafür Komplimente machen und darüber nachdenken, wo es ihm in dieser Hinsicht mangelt, und er wird lernen, es besser zu machen. Nur engstirnige und egoistische Menschen sind aus Kurzsichtigkeit heraus auf die Fähigkeiten anderer neidisch. Sie sorgen sich darum, wer sie heute übertreffen könnte, und werden das Morgen verspielen.

Sie fühlen sich schlecht, wenn andere einen hervorragenden Charakter zeigen. Manche weniger tugendhafte Leute gehen sogar so weit, gutherzige Menschen fälschlich anzuschuldigen. Für eine gewisse Zeit mögen sie ihren Weg gehen. Doch am Ende werden sie alle Unterstützung verlieren und auf Vergeltung treffen, denn alles wird von himmlischen Prinzipien beherrscht.

Shen Gongbao endete damit, das Loch mit seinem Körper im Nordmeer zu verstopfen

Shen Gongbao ist eine Gestalt in dem Buch Amtseinsetzung der Gottheiten. Er und Jiang Ziya waren beide Schüler des Ur-Himmelsherrn. Als Shen erfuhr, dass sein Meister dabei war, Jiang Ziya zu entsenden, um mitzuhelfen, die Zhou-Dynastie zu etablieren, die die Shang-Dynastie ersetzen sollte, und ihn anwies, den unterschiedlichen Gottheiten Titel zu verleihen, wurde Shen von Neid ergriffen. Er drängte Jiang Ziya zu einer Antwort: „Welchen König wirst du schützen?“ Jiang Ziya erwiderte: „Ich soll König Wu des Zhou Volkes schützen, dessen Verdienste vom Kaliber der antiken Kaiser Yao und Shun sind, dessen Güte mit den universellen Charaktereigenschaften übereinstimmt und dessen Erhöhung perfekt in die Veränderungen im himmlischen Klima passen. König Zhou aus der Shang Dynastie mangelt es an jeglichen Verdiensten; er ist auf dem Endweg und wird der letzte Herrscher der Shang Dynastie sein.“

Shen erwiderte darauf: „Ich werde losgehen, um deinen Kontrahenten zu schützen und deine Pläne zu vereiteln.“ Jiang Ziya sagte eindringlich zu Shen: „Wie kannst du es wagen! Niemand darf die Anweisungen unseres Meisters verletzen. Niemand darf die himmlischen Veränderungen aufhalten.“ Shen war ärgerlich und erwiderte: „Jiang Ziya, du willst das Volk der Zhou schützen? Welche Fähigkeiten hast du? Du hast gerade mal 40 Jahre lang gelernt. Wie kannst du dich mit mir messen? Ich kann meinen Kopf abschlagen, ihn in die Luft werfen und er fällt wieder auf meinen Nacken zurück, wie zuvor. Wie kannst du es wagen, gegen mich zu sein?“ Jiang Ziya ignorierte Shen und Shen ging verärgert weg.

Shen begann, die Bemühungen von Jiang Ziya zu stören. Er wandte sich an verschiedene Gottheiten, um Jiang zu töten. Eines Tages wurde Shen vom Ur-Himmelsherren erwischt, der dabei war, ihn unter einen riesigen Berg zu werfen. Shen flehte seinen Meister an, ihm zu vergeben, und schwor: „Sollte ich weiterhin Gottheiten auffordern, Jiang Ziya zu behindern, so bin ich bereit, das Loch im Nordmeer mit meinem eigenen Körper zu verstopfen.“ Er wurde freigelassen. Doch zeigte Shen keine Reue und schürte weiterhin Disharmonie.

Er bat den Leiter eines Kultes, 10.000 Gottheiten aufzustellen, um König Wu, der von Jiang Ziya beschützt wurde, große Probleme zu bereiten. Der Ur-Himmelsherr schlug Shen nieder und tötete den Tiger, auf dem er ritt. Er sagte zu Shen: „Du hast versprochen, dass du, solltest du weiterhin die Arbeit von Jiang Ziya sabotieren, das Loch im Nordmeer zustopfen wirst. Es ist nun an der Zeit, dein Versprechen einzulösen.“ So endete Shen auf dem Grunde des Meeres, wo er nie mehr wieder die Sonne aufgehen sah.

Wie kann ein Mensch den Himmel überlisten?

In dem Buch "Beispiele für übernatürliche Phänomene" war Su Dazhang gerade dabei, an den kaiserlichen Prüfungen der 2. Stufe teilzunehmen, nachdem er die Prüfungen der ersten Stufe bestanden hatte. Su lebte in der Song-Dynastie und war in den Gemeinden wegen seiner ausgezeichneten Kenntnisse des I-Ging oder auch "Buch der Wandlungen" genannt, bekannt. Eines Nachts träumte er, er habe Rang 11 im bevorstehenden Examen. Er erzählte seinen Traum einem Mitschüler. Dieser Schüler, der auch an diesem Examen teilnahm, war ganz neidisch und eifersüchtig, weil er nicht auch solch einen verheißungsvollen Traum hatte. Er ging los, um dem Prüfungsaufsichtsbeamten davon zu berichten, und behauptete, dass Su einen von den Beamten, die die Prüfungsarbeiten begutachten, bestochen haben müsse, denn wie könne Su so sicher sein, Rang 11 zu erreichen?

Nachdem die Arbeiten aller Studenten bewertet worden waren, zog der zuständige Beamte die Arbeit, die Rang 11 hatte, heraus. Damals gab es eine Vereinbarung, dass die Namen der Studenten auf den Arbeiten, die sie abgaben, verdeckt waren. Der zuständige Beamte las die Arbeit durch und wurde ärgerlich. Die Arbeit behandelte das I-Ging, das die Spezialität von Su war. Er befragte die Beamten, die die Arbeit benotet hatten: „Nun, wie könnt ihr euch dies erklären? Hat irgendjemand von euch von Su, dem I-Ging Experten, der so überzeugt davon war, dass er Rang 11 bekommt, Bestechungsgelder angenommen?“ Alle Prüfungsbeamten waren ganz aufgebracht. Sie mussten eine andere Arbeit von den verbleibenden Kandidaten auswählen, um diese I-Ging Arbeit zu ersetzen.

Als schließlich am Tag, an dem die Resultate verkündet wurden, die Namen aller Kandidaten enthüllt wurden, hatte zum Erstaunen des zuständigen Beamten die neu ausgewählte Arbeit den Rang 11, die von Su war, während der eifersüchtige Student, der die Lügen vorgebracht hatte, um Su der Bestechung zu beschuldigen, ursprünglich den Rang 11 und nun ersetzt worden war. Su bestand also die zweite Stufe der kaiserlichen Examen. Im darauffolgenden Jahr bestand Su die dritte und letzte Stufe der kaiserlichen Examen, während sein Mitschüler, der die falschen Anschuldigungen gegen ihn vorgebracht hatte, gedemütigt wurde und schließlich ausschied.

Neid ist ein negatives Gefühl, das entsteht, wenn man die Tatsache nicht akzeptieren kann, dass andere uns in der Qualität ihres Charakters, ihren Fertigkeiten, Erfolgen oder Situationen übertreffen können. Es zeigt einen Mangel an Gutherzigkeit, wenn man aus Neid über andere schlecht redet oder Dinge tut, um andere zu verletzen. Es schafft auch Karma für einen selbst, was wiederum Vergeltung nach sich zieht. Respektvoll und barmherzig zu sein, ist ein grundlegendes Prinzip.

Freuen wir uns doch für die anderen, wenn sie etwas erreichen. Wenn andere uns übertreffen, lernen wir von ihnen. Wenn andere Hilfe benötigen, helfen wir ihnen bestmöglich. Damit wir andere wirklich gütig behandeln können, sodass sie unsere Aufrichtigkeit spüren, müssen wir großzügig sein, und das ist das Gegenteil von Neid.

Alle Artikel, Grafiken und Inhalte, die auf Yuanming.de veröffentlicht werden, sind urheberrechtlich geschützt. Deren nicht-kommerzielle Verwendung ist erlaubt, wenn auf den Titel sowie den Link zum Originalartikel verwiesen wird.

Das Neueste

Archiv

Weitere Artikel zu diesem Thema